Montag, 24. März 2008
Bintan
Oder auch: „Jammer nicht rum. Stell dir vor, Jesus hätte damals gesagt: „Boah, ey, nee, lass mal, auf Kreuzigung hab ich jetzt auch nicht so richtig Bock“, dann wäre Ostern heute auch kein Feiertag.
Nun, ich danke Jesus, dass er mir zumindest einen freien Ostertag beschert hat. Denn in Singapur wird nur der Karfreitag (Good Friday) zelebrierte.
Kurzerhand ging an dann nach Bintan, einer Insel südlich von Singapur und schon zu Indonesien gehörend. Neben mir waren dann auch Freitag Mittag Kati, Janine, Chris und 2.000.000 Singapurianer an Bord unseres kleines, aber recht modernen Schiffes, das uns binnen 50 Minuten an unseren Ferienort brachte. Nun, wir sind dann zu unserer Überraschung nicht wirklich in dem Hafen angekommen, der auf unserem Ticket stand, aber so haben wir eben eine andere nette Seite Bintans kennengelernt: die, die von Ferienresorts überhäuft ist.
Wir hatten uns aber entschieden nicht in einem Club das Wochenende zu verbringen und weg von dem Mainstream zu bleiben. Unsere einstündige Taxifahrt führte uns also einmal quer vom Westen in den Osten der Insel. Klar, hier fühlte sich meine Encontrage aus Dunkeldeutschland sicherlich auch wohler. ;)
Schließlich landeten wir in einem netten kleines Hotel, dessen Hotelzimmer auf Stegen ins Meer gebaut wurden. Dazu klares Wasser, hellblauer Himmel und am Horizont ein Dutzend kleine Inseln. Das Baden direkt am Hotel haben wir uns aber schnell abgeschminkt, denn ratet mal wo die Abwasserleitungen hinliefen!? GENAU!
Bei Shrimps, Nasi Goreng und Bier haben wir dann einen netten Abend mit herrlicher Aussicht, Billard und Gesprächen verbracht. Ach, dabei haben wir auch drei Norweger zugetextet.
Am nächsten Tag wollten wir dann aber weiter reisen. Denn welcher Backpacker bleibt schon 2 Tage an einem Ort. Schnell war dann auch das nächste Hotel gefunden und ein Fahrer der uns nach und nach per Mofa ins 2 Minuten entfernte Nachbarhotel übersetzte. Gut, dass mein Rucksack extra für solche langen Märsche / Fahrten gepolstert ist! :D
Als nächstes lockte uns eine der am Horizont liegenden Inseln. Nach kurzer Organisierung hatten wir schließlich Fressboxen, Schnorchel, Taucherbrille, Flossen, Handtuch und ein Boot, das uns in rasanter Fahrt auf einer der Inseln aussetzte. Was folgte war paradisisch. Eine Insel ganz für uns allein. So tanzten wir nackig über den Strand und…. NEIN! Ein wenig Anstand haben uns unsere Muttis ja mitgegeben. ;)
Die Rückfahrt am Abend gestaltete sich dann doch recht abenteuerlich. Erinnert ihr euch an Familie Wallert? Das ist die nette deutsche Gastfamilie, die knapp ein Jahr bei Guerillia-Kriegern ausharrte und anschließend von Talkshow zu Talkshow zu rennen. Nun, wir machten uns also wieder auf den Weg zu unserem Hotel – wieder per Boot. Doch statt direkt dort hinzufahren, fuhr uns der nette Indonese weiter und weiter und weiter von unserem Hotel weg. Auf mehrmaliges Fragen, ob wir denn wirklich ins Hotel „Nostalgia“ fahren wurde nur mit einem 3-zähnigen Lächeln geantwortet. Mit Pipi in Augen saßen wir also da und berateten, wie denn wohl die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Indonesien sein würden. Gerade als wir uns darauf einigten, dass wir wohl dem Tod geweiht seien, legte der Kutter an und ein Taxi brachte uns per Landfahrt in unser Hotel. Der banale Grund für den Umweg: Ebbe!
Trotz Lichtschutzfaktor 20 und 10 maligem Eincremen, sahen wir am Abend dann aus wie Krebse. Unseren Hunger konnte es aber lange nicht stillen. Und daher gab’s…ja genau….Schrimps und Nasi Goreng. Sorry, aber was würdet ihr in Indonesien essen!?
Sonntag war dann schon wieder Abreisetag. Einen Kick wollten wir uns aber noch geben und ließen uns zurück in die Nähe des Fähranlegers zu einer Go-Kart-Bahn bringen. Zu meiner Überraschung waren die Karts wirklich super und so jagten wir uns Runde für Runde von Kurve zu Kurve. Klarer Sieger: Janine! Und das trotz rosa Helms!!!
Im Anschluss gerieten wir in dem Alptraum jeden Backpackers: CLUBURLAUB!!! Wir wollten eigentlich noch Quad fahren gehen und fanden uns gefangen in einem Resort wieder. Die Quads waren selbstverständlich ausgebucht und so standen wir auf einmal doch zwischen all den bösen, bösen Cluburlaubern. Nun ja, einmal dort gefangen machten wir schließlich das beste daraus und genossen den restlich Tag bis zum Ablegen unserer Fähre am piniebel gepflegten Privatstrand des Hotels, genossen ein exqusites Essen im Hotelrestaurant und fuhren dann mit dem Shuttlebus zum Fähranleger. Alles, ohne aufzufallen….
Und so endete unsere Reise je um 22.15 Uhr zurück in Singapur.
Hier wie immer ein paar Schnappschüsse. Die meisten vom Fototalent Kati.
Dienstag, 18. März 2008
Die asiatische Küche – ich hab’s gewagt
Mittwoch, 5. März 2008
Ja, ich lebe noch
Ich habe festgestellt, dass ich mich nun schon länger gar nicht mehr gemeldet habe. Eigentlich ist es ja mein Ziel so ein Mal die Woche was hier in diesen Blog zu schreiben. Nagelt mich aber bitte nicht auf den Tag fest… J
Bevor es nun aber richtig losgeht, möchte ich mich bei Euch allen zunächst bedanken für die lieben Geburtstagsgrüße. Ich hab mich wirklich darüber gefreut. Schön zu sehen, dass ich doch noch nicht ganz vergessen bin, obwohl ich soweit weg bin.
Was ist denn also alles so passiert in letzter Zeit?
Nun, nicht allzu viel aufregendes. Vielleicht hab ich auch daher nicht geschrieben. Die Klausuren sind endlich geschafft und ich bin eigentlich auch ganz zufrieden aus jeder Prüfung marschiert. Das soll nicht heißen, dass die alle so super gelaufen sind, dass ich überall mit Auszeichnung bestanden habe. Aber ich hab mein mögliches gegeben und bin damit auch zufrieden. Die Resultate bekomme ich aber erst irgendwann diese Woche.
Eigentlich sollte ich dann eine Woche Ferien haben. Hatte ich auch offiziell, aber ich habe Ferienkurse genommen, um am Ende meines MBAs ein wenig mehr Luft zu haben. So hatte ich in einer Woche 2 verschiedene Kurse, jeder 3 Tage á ca. 12 Std. Der erste war „CreativeThinking & Problem Solving“. Sagen wir mal so: Kreativ denken hab ich in der Hinsicht, dass ich die ganze Zeit überlegt habe, wie ich aus dem Kurs am besten rauskomme, schon gelernt. Aber sonst war der Kurs großer Mist. Der zweite Kurs war dann „Life Science“, in dem ich dann ALLES (haha) über die Pharmaindustrie gelernt habe. War wirklich interessant und auch arbeitsreich. Mein Resümee: PFIZER IST AM ARSCH!!
An dem einen Tag, den ich wirklich frei hatte, habe ich es mir dann mal so richtig gut gehen lassen. Zunächst habe ich meine Digitalkamera reparieren lassen, so dass es bald auch wieder mehr Fotos gibt. Das tolle daran war, dass ich mich auf eine lange Warterei eingestellt hatte und mir extra ein Buch mitnahm. Nun nach 5 Minuten und €30-Besitzerwechsel hatte ich dann mein gutes Stück inkl. neuem Display zurück. Anschließend bin ich dann nach Chinatown gefahren und hab mich wie damals schon im Massagestudio (es war wirklich nur eine Massage) durchkneten lassen. Wobei ich diesmal schon ein wenig hochschreckte als meine Masseuse mich fragte, ob ich denn bitte meine Beine auseinander machen könnte. Als ich dann lachte und neugierig hinterfragte, ob sie als Frau nicht normalerweise darum gebeten wird, guckte sie mich aber nur doof an. Ich blieb für den Rest der Stunde besser still. J Schließlich war sie auch ca. 50 kg schwerer als ich!
Am Abend bin ich dann zu Richard und Ina gefahren, wo ich mich dann mit Franzi traf. Die beiden sind inzwischen wieder zurück nach Deutschland und wenn ich es jetzt so betrachte, haben wir wahrscheinlich deren gesamten Inventar geerbt. NOCHMALS DANKE!! Tja, und nach Little India bin ich mit denen, Franzi und zwei Lufthansa-Stewardessen auch noch. Dort wurden wir dann einer sagen mir mal „dunkel Persönlichkeit“ Singapurs vorgestellt, dessen Einkünfte nicht unbedingt klar sind. Und man sollte auch nicht unbedingt nachfragen. Was zählte war, dass wir von ihm tierisch mit China-Bier abgefüllt wurden --- und zwar nicht zu knapp.
Diese Woche am Donnerstag letzter Woche hatten wir dann Besuch bekommen. Zwei von den Engländern, die Chris und ich auf unserer Thailand-Tour kennengelernt hatten waren hier. So haben wir dann mit denen eine klassische Singapore-Tour gemacht und sind abends im Lau Pah Sat gelandet. Das ist das wahrscheinlich traditionellste Hawker-Center (also Fresstempel) der Stadt.
Die beiden (sie heißen übriegens Nick und Fiona) haben wir dann am Sonntag noch mal bei uns empfangen und haben noch den einen oder anderen Drink genossen und über Gott und die Welt gequatscht. Unter anderem haben wir Nick dann über die Bedeutung seines Nachnamen aufgeklärt, der da „Furzeland“ ist.
Mein Geburtstag gestern habe ich dann recht entspannt verbracht. Zunächst wurde ich um 7.30 Uhr (zu früh! J ) von meinen Mitbewohnern aus dem Bett geschmissen. Singend und mit einer Geburtstagstorte in der Hand standen sie nämlich plötzlich vor meinem Bett. Anschließend habe ich mich von ihnen bei einem exquisiten Geburtstagsfrühstück verwöhnen lassen. Tja, meine WG ist schon toll!!
Abends war dann Chris‘ Familie mit 6 Mann hier. Und statt dann wegzugehen, habe ich mit denen noch das eine oder andere Gläschen Havanna-Cola gesüffelt. Heute hatte ich dann das Vergnügen meinen neuen Professor in der ersten Vorlesung von „Corporate & Business Strategy“ kennenlernen zu dürfen. Ein kurzer Auszug gefällig? „Ich wünschte der dritte Weltkrieg kommt schnell und dass dann auch die eine oder andere Atombombe fällt. Warum? Es gibt einfach zu viele Menschen! Uns würde es einfach besser gehen mit nur einer Milliarde.“ Ich denke, ich muss das jetzt nicht großartig bewerten. Mit ein wenig Skepsis schau ich auf zukünftige Vorlesungen…
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