Donnerstag, 22. Januar 2009

Ich bin mal nach Pittsburgh gefahren....

um Philipp, einen alten Bayer-Kumpel zu besuchen, der dort seinen MBA macht. Ein weiterer Grund war, dass ich mein geleastes Auto mal ein wenig bewegen musste. Ich zahle jeden Monat fuer 1,500 Meilen und lag 1,800 Meilen im Rueckstand. Mit 1000 Meilen (1,600 km) hab ich also was gut gemacht.
Das olle Navigationsgeraet hat mich dann auf dem Hinweg ueber Washington geschickt. So war ich hier SCHON WIEDER. Angehalten hab ich auch – im Stau! Denn der Reiseverkehr fuer die Amtseinfuehrung Obamas war schon im vollen Gange.
Schlimmer war dann jedoch die ueberraschende Tatsache, dass die Temeperatur mit jedem zurueckgelegten Kilometer immer tiefer sank. Bei -3 Grad FAHRENHEIT (-19 Grad C) ging mir dann der Sprit aus und an der Tankstelle musste ich dann feststellen, wie kalt diese Temperatur tatsaechlich ist. Aber, besser als die schweiztreibende Hitze in Singapur war es dennoch. ;)
In Pittsburgh angekommen ging es dann mit Philipp in die bekannte MIBS-Kneipe „Shady Grove“. Da Bier schmeckt auch hier!
Am naechsten Morgen ging es auf zu einer Stadtrundfahrt. Nach langem Ueberlegen, ist Philipp dann auch was eingefallen, was man besuchen kann: ein netter Berg, von dem man aus einen schoenen Blick auf die Stadt hatte. Viel mehr gabs dann eigentlich nicht zu sehen. Klingt jetzt enttaeuschend, aber Pittsburgh hat definitiv seinen Charme. Hier regierte bis vor ein paar Jahrzehnten schliesslich noch der Stahlbau. Und genau dieser Arbeiter- bzw. Mittelklassecharm hat auch ueberlebt.
Abends ging es dann wieder auf die Piste, um Pittsburgh „Southside“ kennenzulernen. Mit ner ganze Gruppe MBA-Komilitonen von Philipp ging es dann von einer netten Bar zur naechsten. Und auf der Rueckfahrt bin ich dann zum zweiten Mal in meinem Leben in einer Limo herumkutschiert worden. Dekadent? Ja, aber billiger als Taxen, wenn man zu acht unterwegs ist.
Ein wenig verkatert ging es dann am Sonntag zum Andy Warhol Museum. Ich hab ja nicht viel fuer Kunst uebrig, aber der Typ hat wirklich geniale Bilder gemacht. Also allemal sehenswert. Da Mueseum lag nicht weit von Football-Stadion entfernt, wo an diesem Tag die Hoelle los war: die Pittsburgh Stellers spielten um den Einzug in den Superbowl (Weltmeisterschaftsfinale). Da sind wir dann auch noch ein wenig rumgetigert und haben uns die Fans auf den Parkplaetzen beim „Tail Gating“ angeguckt. Was das ist? So richtig zu uebersetzen geht es wohl nicht. Auf jeden Fall, versammeln sich die Fans stunden vor der Spiel zum Grillen und Betrinken auf den Parkplaetzen. In Mitten der Menge standen dann irgendwelche militanten Christen und wollten die Leute vom Pfad zur Hoelle lotsen. Unter diesen netten Bekehrern auch 8-10 jaehrige Kinder, die sich in diesem Alter schon die Lunge aus dem Hals schrien, um sich einen Platz im Himmel zu sichern. Ob das klappt...?
Das Spiel mussten wir natuerlich auch sehen. So ging es zu dem Kumpel von Philipp mit der besten Glotze. Wahrscheinlich hatte er auch die netteste Wohnung. Denn die Firma Heinz (Heiz Ketchup) hat(te) hier ihren Firmensitz und hat nun die alten Buerogebaeude in nette Apartments mit Blick auf die Pittsburgher Skyline umgewandelt.
Unsere „here we go Steelers, here we go“ – Schreie waren wahrscheinlich dann auch der Grund, warum Pittsburgh das recht ansehbare (wenngleich auch laaaaaaaange) Spiel gewonnen hat. Nun geht es fuer zum Superbowl und fuer mich ging es am naechsten Morgen zurueck nach North Carolina.
Das nette Navi scheuchte mich diesmal allerdings durch West Virginia. War eigentlich ganz nett anzusehen, aber die Kombination Sommerreifen, Autobahn, Berge, Schnee, Minusgrade und viel Verkehr waren doch recht abenteuerlich. Und mein Auto sieht seither richtig geil aus: Aus schwarz mach weiss, dank dem vielen Salz aus der Strasse...

Donnerstag, 15. Januar 2009

Ein Abend mit Bryan Adams...

...und mir und nur etwa 2000 anderen Zuschauern. "Scheisse", mag man sich jetzt denken, "hat der die Huette nicht voll bekommen!". Doch, der Herr Adams hat aus seinen Fehlern in der Ostseehalle Kiel gelernt und ist inziwschen in kleinere Locations umgezogen. Der Hauptgrund fuer so eine kleine Buehne war wohl allerdings das Konzept seiner Tour: klein, intim, unplugged.
Nur mit Piano (samt Pianist) und Gitarre ausgeruestet stand Bryan Adams nun also da - nur 30 Meter weg - und gab ein Hit nach dem anderem zum Besten. Zwischendurch immer wieder die eine oder andere Anekdote und ein Witz hier und da (der Typ hat echt Humor) und der Abend war rund und einfach genial.
Ich hab daraufhin meine alten Bryan Adams Lieder wieder rausgeholt und bin noch immer ganz im Heaven!

Ich hab fuer euch mal ein paar Ausschnitte aufgenommen und ein wenig mit iMovie rumgebastelt. Bei Summer of '69 hab ich leider vergessen auf den Knopf zu druecken...


Samstag, 10. Januar 2009

Ein sonniger Tag in Chapel Hill...

Und ich hatte frei. Da das Semester gerade erst wieder angefangen habe, hatte ich heute Vormittag mal nichts zu tun. Spontan hab ich mich dazu entschlossen mich mit meiner Kamera auf die Socke zu machen und fuer euch meinen Campus festzuhalten. Ich war 1,5 Std unterwegs und hab an die 83 Fotos geschossen. Ganz klar zu viel, um euch hier alle zu praesentieren, aber es zeigt wie sehr ich diesen Campus mag. Jedes Gebaeude, ach jede Ecke ist einfach schoen.
Amerikanische Campus sind ja generell immer sehr huebsch, aber ich glaube mit dem hier habe ich wirklich Glueck gehabt.
Hier nun also meine kleine Selektion:

Montag, 5. Januar 2009

Weihnachten in den USA...

Ist vor allem kitschig. Nachdem ich die letzten Weihnachten noch auf Bali unter Palmen und ohne jeglichen Weihnachtsflair (ausser Chris’ und Janines Weihnachtsmuetzen) verbrachte, freute ich mich nun nicht nur auf ein „richtiges“ Weihnachten sondern auch auf meinen Vadder und meine Stiefmutter, mit denen ich mich am 18. Dezember, puenktlich zu Beginn meiner Weihnachtsferien in New York am Flughafen traf. Mit einer Limousine ging es dann ins Hotel Wolcott in Manhattan. Gut, der eigentliche Grund fuer die Wahl der Limousine war der guentige Preis, der sich wiederum durch den kaputten Auspuff ergab. Ein wenig schwindlig durch das Kohlenmonoxid, sahen die Lichter der Stadt gleich noch schoener aus.
Unsere erste Feststellung im nuechternem Zustand war: Scheisse ist das kalt hier. Zum Glueck hatten wir uns darauf eingstellt, dass es Minusgerade werden koennten. Aber mit Schneeregen und scharfen Winden (nicht nur nach mexikanischem Essen) hatten wir nicht wirklich gerechnet. Trotz dessen zogen wir aber unerschuetterlich los und erkundeten die Stadt und viele ihrer Sehensuwrdigkeiten, inkl. Freiheitsstatue, Ground Zero, Times Square, Central Park, etc.



New York gefiehl, doch der Kaelte wollten wir entfliehen. So ging es ab dem dritten Tag Richtung Sueden – genauer gesagt nach Washington DC. Ja, ihr werdet jetzt ein wenig nach unten scrollen und sagen: „Aber da war der doch gerade erst!“ Richtig, aber die Stadt ist einfach zu stark – und alles gesehen hatte ich auch noch nicht. Unsere Plan ging auch auf und das Wetter in DC war um einiges angenehmer – Sonnenschein pur. So liessen sich das Capitol, das Weisse Haus, die Mall mit seinen zahlreichen Denkmaelern und der Heldenfriedhof von Arlington ausreichend bestaunen.



Von Washington aus machten wir uns auf und fuhren nach Gettysburg, dem Schauplatz einer der groessten und entscheidensten Schlachten des amerikanischen Buergerkrieges und dem der Gettysburg Address – die bekannteste Rede des damaligen Praesidenten Abraham Lincoln. Wenngleich wir auch hier von Nieselregen begleitet wurden, nahm es uns nicht die Stimmung und so genossen wir die Landschaft Gettysburgs. Ein wenig makaber war es schon, dass wir uns ausgerechnet zu Heiligabend ein Schlachtfeld anguckten....Um dem Tag dann doch einen weihnachtlichen Hauch zu verleihen fuhren wir weiter nach Lancaster. Natuerlich gehoert auch fuer Reisende zu Heiligabend ein vernuenftiges Abendmahl. Doch das gestaltete sich gar nicht so einfach – denn unglaublicherweise hatte an dem Abend keiner Lust zu arbeiten und so blieben alle Geschaefte und Restaurants geschlossen. Nur der sog. Press Room, ein sehr noble Gaststaette hatte seine Tuer fuer Gaeste mit Tischreservierung geoeffnet. Mit ein wenig Glueck bekamen wir dann auch einen Tisch und ein fantastisches Weihnachtsmahl.
Auch der naechste Tag gestaltete sich nicht unbedingt touristenfreundlich. Fruhestueck gab es an einer Tankstelle und Tourismusbueros und alle Aktivitaeten waren geschlossen. So machten wir uns selbst auf uns entdeckten die Amish People vom Auto aus. Und das war eigentlich ganz einfach – wir folgten den zahlreichen Kutschen auf der Strasse oder lauerten auf Parkplaetzen vor Haeusern und Kirchen und schossen unsere Fotos als die Amish People heraus kamen..... so in etwa zumindest. ;)



Auf der Suche nach Zivilisation (und geoeffneten Restaurants) fuhren wir weiter nach Philadelphia. Aber auch hier feierte man Weihnachten und alles hatte geschlossen. Hier konnte man sich jedoch mit Reisefuehrer und Stadtplan aufmachen und die historische Altstadt besichtigten. So ging es an der Constitution Hall und der Bell of Freedom vorbei zum Hafen, dann wieder durch alte Gassen und ploetzlich standen wir vor einem Irish Pub, der tatsaechlich geoeffnet hatte. Wieder Glueck und dem Tod durch Verhungern von der Schippe gesprungen.
Am naechsten Tag erfuhren wir dann auf einer ausgiebigen Stadtrundfahrt auch mehr / etwas zu den Dingen die wir am Vortag sahen und auch der Rest der Stadt ist liebenswert und wunderschoen. Waehrend ich Vadder & Annette ihrem Shoppingrausch ueberlies, machte ich mich auf zum Philadelphia Kunstmuseum. Und dass nicht nur, um wie Rocky die Treppen hochzulaufen oder mir Kunst anzugucken, sondern auch weil hier abends ein Jazzkonzert stattfand. Wie erwartet war die Kunst meist einschlaefernd, die Musik hingegen mitreißend.



Inzwischen hatte sich auch im Norden Neuenglands das Wetter gebessert. Die, wie wir noch in New York erfuhren, gefallen 54 cm Neuschnee waren geschmolzen und die Temperaturen sollten sich auch noch ein paar Tage bei 15 Grad C halten. Also nix wie los!
Auf dem Weg nach Boston erblickten wir dann jedoch die Jersey Gardens – eine Outlet-Mall mit ueber 200 Geschaeften. Allesamt verfielen wir in einen Shoppingrausch. Nicht nur waren die Artikel generell um 50-70& reduziert, sondern der Weihnachts-Sale verbilligte noch mal alles um 20-30%. Rechnet man dann noch den guenstigen Dollarkurs mit ein – war quasi fast alles umsonst! So rechnete ich zumindest. Nicht wirklich verwunderlich, hatte ich dann auch die meisten Tueten zu tragen bzw. zu verstauen.
Abends in Boston angekommen, machten wir ein wares Schnaeppchen und ubernachteten fuer ein guenstigen Zimmerpreis im Hyatt Hotel, mitten im Herzen der Stadt, an der Washington Av. Abends tigerten wir dann noch zum beruehmten und gut besuchten Marktplatz und trangen bei Dick’s zu Livemusik unser Feierabend-Bier des Tages. Ich durfte mit sogar Titel von der Ein-Mann-Band wuenschen. Meine Titel von Bon Jovi und Matchbox Twenty wurden dann auch noch mal extra gelobt. Ja, selbst in den USA gibt es noch welche, die Bon Jovi gut finden. ;)
Die Stadtrundfahrt am naechsten Tag war zwar schoen, aber die 15 Grad hatten sich nicht halten koennen. Und auch das Museum und das Schiff zur Boston Tea Party hatten Winterurlaub und wurden huebsch gemacht fuer die Touristenstroeme im Fruehjahr.



Einen Tag vor Silvester kamen wir schliesslich wieder in New York an. Ein Besuch des Times Squares, der nur 200 Meter von unserem Hotel entfernt lag, versicherte uns dann auch, dass wir die richtige Entscheidung treffen wuerden sich hier Silvester nicht hinzustellen. Bereits nachmittags um 15 Uhr waren die meisten guten Plaetze vergeben. Und die Leute hatten noch 9 Std vor sich – ohne Heizung, ohne Klo und noch schlimmer: ohne Gluehwein oder sonstige Alkoholika!
Wir hatten stattdessen eine Faehre gebucht, die uns im geheizten Deck bei offener Bar mit guten Mischen, Buffet und netten Leuten New York bei Nacht vom Wasser aus zeigte. Puenktlich um Mitternacht lagen wir vor Lower Manhattan und hatten einen atemberaubenden Blick auf die New Yorker Skyline, die von Feuerwerk erleuchtet wurde. Das neue Jahr kann also nur gut beginnen...und das wunesche ich Euch allen natuerlich auch.
Den ersten Tag im Jahr haben wir dann mit einem Katerspaziergang durch den Central Park angehen lassen. Bei herrlichem Wetter und super Panoramen sind hier ein paar schoene Schappschuesse entstanden und auch der Wunsch mal in Laufschuhen ne Runde durch und um den Central Park zu drehen. Im uebrigen waere die Gegend um den Central auch eine Ecke, wo ich mich fuer laenger wohlfuehlen koennten. Leider denken Steven Spielberg, Chathrine Zeta Jones, Michael Douglas, Whoppie Goldberg und andere Stars und Sternchen aehnlich und die Gegend ist leider dadurch nicht mehr zu bezahlen. ☹
Am 2. Januar haben wir dann noch die letzten beiden Highlights New York besucht/besichtigt/bestiegen: Die Brooklyn Bridge (gute deutsche Architektur uebrigens) und das Rockefeller Center. Es sollen aber auch hier lieber die Bilder sprechen.




Meine Reisekarte