Donnerstag, 27. November 2008

Hab mir mal Obamas Baracke angeguckt...

Mehr als 8 Jahre ist es nun her, dass ich das letzte Mal Fuss in Washington DC gesetzt habe. Damals noch als Austauschschueler in Arkansas auf Klassenfahrt. Schon damals hat mich die Stadt fasziniert. Und diesmal wohne ich nur ca. 4 Autostunden von DC entfernt. Also nichts wie (wieder) hin. Ein paar Sachen und meine Mitbewohnerin Ming-Jin eingepackt und los ging es fuer ein Wochenende nach DC.
Ich war froh, dass Ming-Jin dabei war. Nicht nur, dass wir uns vom ersten Tag an super verstanden, aber ein amerikanischer Highway kann im Vergleich zur guten alten Autobahn ganz schoen langweilig werden, was vor allem an den niedriegen Tempolimits liegt. 65-70 mph (104-112 kmh) kommen einem im Vergleich vor wie Schneckentempo. Nicht ueberraschend, hab ich auch mehrmals aus Versehen das Tempolimit deutlich gebrochen (Huch, ich fahr ja 90 mph) – wurde aber zum Glueck nicht erwischt.
In DC angekommen, tauchte auf einmal der Heldenfriedhof von Arlington auf. Spontan setzten wir den Blinker und das Sight-Seeing konnte beginnen. Der gigantische und doch wunderschoene Friedhof auf einem Huegel vor und mit Blick auf Washington bietet hauptsaechlich ausgezeichneten Soldaten und deren Familien die letzte Ruhestaette. Aber DIE Sehenswuerdigkeit ist sicherlich das Grab der Praesidentenfamilie Kennedy.



Im Anschluss ging es dann am Pentagon vorbei ueber den Potomic River zu unserem Gastgeber fuer Wochenende: Jacob, ein alter Klassenkamerad von Ming-Jin. Nach einem leckeren doch teuren Abendessen bei einem Inder in Dupont (was fuer London, New York oder Hongkong Soho ist) ging es zu einem Umtrunk und besseren kennenlernen zum Dancing Crab. Wie ich besoffen aussehe, wisst ihr ja sicherlich. Einzelheiten erspare ich also.
Am naechsten Morgen ging es dann frueh mit der Metro zum Capitol Hill, wo wir uns das besagt Capitol, sowie die Library of Congress und den Supreme Court anguckten. Was erhoehte Sicherheitsmassnahmen bedeuten, stellten wir dann fest nachdem wir 30 min in einer Schlange zum Inneren des Capitols gestanden hatten. Ohne Einladung durch unseren Senator bzw. Representaten kommen wir nicht rein. Als Auslaender braucht man gar eine Einladung durch seine Botschaft. Das wird sich erst Anfang Dezember aendern, wenn das offizielle und voellig ueber Budget erbaute Besucherzentrum seine Pforten oeffnet. Schoen war es trotzdem. Und so gingen wir weiter zum Smithsonian Museum, wo man auch als Auslaender reinkommt und sogar kostenlos. Wir entschieden uns zuerst das Flug- und Raumfahrtmuesum zu besichtigen, assen Astronauteneincreme (pfui!) und gingen ins Albert-Einstein-Planetorium, um mehr ueber schwarze Loecher im All zu erfahren. Das war dann so faszinierend, dass wir beide einschliefen.
Frisch erholt ging es dann weiter ins Nationale Kunstmuesum, was allerdings dazu fuehren sollten, dass meine Muedigkeit wieder aufs alte Level sank.
Als naechstes stand das Washington Monument auf dem Zettel. Fuer alle, die nun nicht wissen, was das ist: das ist der grosse Pimmel der ueber DC wacht! Von hier aus war es nur ein Steinwurf zum Weissen Haus bzw. der zukuenftigen Baracke Obamas. Dort sprachen wir dann mit einer Demonstrantin, die seit 28 Jahren vor dem Weissen Haus campiert und gegen Nuklearwaffen angeht. Eine nette Dame, der inzwischen alle Zaehne ausgefallen sind. Und so nobel ihr Ziel auch sein mag, hat sie nach 28 Jahren der Nichtbeachtung durch die Regierung schlichtweg die Pfanne heiss. Ich hab ihr trotzdem 10 Dollar gespendet. Wenn es also eines Tages keine Atombomben mehr gibt: ich hab meinen Teil dazu beigertagen!
Inzwischen war die Dunkelheit ueber DC hereingebrochen, doch nach war das World War II Memorial, das Korean War Memorial und das Lincoln Memorial noch nicht gesehen. Das haben wir dann selbstverstaendlich noch gemacht. Auf den Stufen des Lincoln Memorial, wo schon Martin Luther King, Jr. seine beruehmte Rede schwang, dachte auch ich mir: „I have a dream... eines Tages in dieser Stadt zu wohnen und zu arbeiten.“ Vielleicht eroeffnet der Bayer hier ja mal eine Zweigstelle.
Zurueck bei Jacob gabs dann das erste Mal seit Wochen wieder einer meiner neuen Lieblingsspeisen: Sushi. Und die war im Vergleich zu Singapur sogar sehr gut und gar nicht viel teurer.
Danach erholten wir uns dann auf der Couch und unterhielten uns bei Wein mit Jacob und seinen Mitbewohnern ueber Politik, Weltwirschaftskrise etc. Klingt langweilig, aber unsere Runde bestand immerhin aus einer Mitarbeiterin der Internationalen Waehrungsfonds, einem zukuenftigen Harvard-Doktoranten (in Statistik), einem Unternehmensberater, einer zukuenftigen Aerztin und einem Bayer-Einkaeufer. :P Nach 3 Flaschen Wein, hatten wir auch eine Loesung auf alle Probleme gefunden. Nuechtern betrachtet allerdings...lassen wir das.
Am Sonntag sind Ming-Jin und ich dann noch in die Fussstapfen internationler Spione getreten und haben im Auftrag des CIAs einen Fall geloest – jedoch nur als Gaeste des Internationalen Spionage Museums. Nur soviel: seit wachsam. Spione scheinen ueberall zu sein (*Akte X Musik*).



Zum Abschied waren wir dann noch zum verfruehten Thanksgiving Dinner im Freundeskreis der Washington DC Truppe eingeladen. Seither freue ich mich um so mehr auf Thnaksgiving mit meiner alten Gastfamilie in Arkansas. Das ist schon morgen. So, jetzt muss ich auch schliessen, da mein Anschlussflug von Dallas nach Texarkana (AR) gleich das Boarding beginnt.
Mehr dann in ein paar Tagen...

HAPPY THANKSGIVING!!

Montag, 17. November 2008

Ich bin wieder mobil...

und zwar auf 4 Raedern. Nein, ich fahre kein Vierrad sondern ein Auto. Wie sonst soll man auch in den USA von A nach B kommen. Ausserdem fahre ich leidenschaftlich gerne Auto und waere ich nicht ein halbwegs politisch aufgeklaerter Mensch, wuerde ich wahrscheinlich 2009 mein Kreuz bei der Deutschen Autofahrer Partei setzen.
Von Singapur aus habe ich noch eine Reservierung fuer einen Leihwagen gemacht. Als wirtschaftlich denkender Mensch, klickte ich natuerlich auf das billigste was angeboten wurde. Schliesslich sollte ich ja nur eine Woche damit rumeiern. Schliesslich in Raleigh, NC gelandet war meine Autoklasse allerdings vergriffen. Mit tiefem bedauern, wurde mir mitgeteilt, dass nur noch ein "full-size car" zur Verfuegung stuende. Selbstverstaendlich wuerden mir keine Extrakosten entstehen. Mich selbst noch fragend, was mich denn erwarten wuerde, drueckte ich beim Betreten des Parkplatzes auf den Entriegelungsknopf auf der Fernbedienung und folgendes Geschoss blinkte aus:

From My Car / rental car


From My Car / rental car


From My Car / rental car


Das Ding hat in etwa die groesse eines Audi A8 und wahrscheinlich ehnlich viel Power unter der Haube. Das Problem: Ich bin seit 12 Monaten nicht wirklich Auto gefahren und hatte zuvor auch nur Kleinwagen (Elsa, Ploedi ich liebe euch noch immer!!!). In den folgenden Tagen uebersah ich beim Spurwechsel mehrfach andere Autos, was ebenso oft fast zu Unfaellen fuehrte. Ausserdem parkete ich krum und schief und unbeholfen wie ne Frau (ich hoffe, niemand fuehlt sich jetzt diskriminiert).
Das naechste Problem: Fuer einen Autokauf (mieten ist ja auf Dauer zu teuer) musste ich einen North Carolina Fuehrerschein besitzten, was widerum Fahrpruefung und Thoerietest bedeutete. Soweit so gut, aber die Fahrpruefung sollte mit dem eigenen Wagen erfolgen.
Selbstbewusst schlug ich dann nach ein paar Tagen bei der oertlichen Fuehrerschein stelle auf und wollte meine Pruefung ablegen. Ich war schon mehrfach dagewesen, um mich zu vergewissern, dass ich auch alle Unterlagen habe. Das wurde mir dann auch bestaetigt. Am Pruefungstag ueberraschte mich dann der nette Herr in der Fuehrerscheinstelle jedoch:

...
Er: Okay, dann muss ich noch die Versicherungspolice sehen
Ich: Verischerungspolice?
Er: Ja, sie sind doch KFZ-versichert?
Ich: Ja, das ist ein Mietwagen und der ist versichert. Hier ist der Beleg.
Er: Das kann ich nicht akzeptieren. Ich brauche eine KFZ-Versicherungspolice.
Ich: Aber ich besitze doch gar kein Auto
Er: Aber sie brauchen trotzdem eine KFZ-Versicherung.
Ich: Ohne Auto!?
Er: Selbstverstaendlich!
Ich: Ich komm dann wieder wieder.

Ein paar Tuer neben an erblickte ich dann Allstate. Als ich hinein gin und fragte, ob es denn sie denn Versicherungen verkaufen wuerden wurde ich nur bloed angeguckt. Eine Antwort bekam ich, als ich erklaerte Deutscher zu sein. Man stelle sich das gleiche Bild in einer Allianz-Agentur vor (an dieser Stelle sei allerdings gesagt, dass natuerlich die VPV-Versicherung DIE BESTE ueberhaupt ist. Bei Versicherungsfragen bitte an meinen Vater wenden).
Die Allstate-Mitarbeiter gaben mir dann einen Crashkurs im amerikanischen bzw. North Carolina Versicherungssystem. Ich braeuchte tatsaechlich eine KFZ-Versicherung, was allerdings nicht ohne Auto ginge. Ich durfte ja aber auch kein Auto kaufen, ohne einen North Carolina Fueherschein zu besitzen. Ich schien der erste Mensch zu sein, der dieses Problem hatte. Man bot mir dann eine Versicherung fuer $2000 an. Das waere eine Quasi-Kfz-Versicherung und wuerde saemtliche Unfaelle decken, die ich mit geliehenen Fahrzeugen habe. Und die koennen dann nach einem Autokauf in einer "normale" Kfz-Versicherung umgewandelt werden. Allerdings koennen man mir nicht anrechnen, dass ich schon seit 7,5 Jahren Auto fahre (und bisher noch KEINEN Unfall *selbstlob*). Somit waere ich versichert wie ein 16-jaehriger Fahranfaenger. Nicht nur, dass mein Stolz nun verletzt war, aber die monatliche Rate sollte ein vermoegen kosten und ich muesste mich min. 6 Monate versichern. Da ich aber nur 4 monate hier bin und mir alles andere irgendwie auch zu doof war, habe ich eine Leasing-Firma angerufen, die darauf spezialisiert ist Fahrzeuge an Auslaender zu vermieten. Das ist zwar teuer aber noch bezahlbar.
Statt eines ranzigen Pick-Up Trucks, der auf der Strasse als Nebelmaschine fungiert, fahre ich nun einen quasi neuen Mitsubshi Lancer, mit wahnsinnig gutem Verbrauch. Aber wenigstens ist er klein genug, dass auch ich damit parken kann.

From My Car / rental car


From My Car / rental car


Um noch mal kruz auf den Spritverbrauch zurueckzukomme: Ich habe vorgestern 10 Gallonen Super getankt und nur 22 Dollar bezahlt. Das sind knapp 40 Liter fuer 17 Euro. Das sind 0,425 Euro/Liter.

So, ich geh noch ne Runde Autofahren. Wohin? Egal - ist billig!

Freitag, 14. November 2008

Ich bin jetzt (Halb-)Marathonlaeufer...

Im Mai 2006 bin ich schon mal einen Marathon gelaufen und hatte mir beim Ueberqueren der Ziellinie geschworen, sowas NIE wieder zu machen. 2 Tage spaeter kitzelte es dann schon wieder. Fuer einen neuen Anlauf hat mir dann aber stets die Zeit gefehlt. Na ja, vielleicht hab ich auch einfach immer die richtigen Ausreden gefunden.
In Singaur hat es mich dann ziemlich genervt, dass ich nie richtig laufen gehen konnte, weil mir das Klima bzw die Luftfeuchtigkeit einen Strich durch die Rechnung machte. Es blieb als nur das Laufband im Fitnesstudio. Aber laenger als 30 min hat man auch nicht Lust auf den gleichen Fleck zu starren.
Ich las dann, dass die University of North Carolina, der meiner Buiness School anghoert, ein Marathonteam hat. Ein wenig uebermotiviert habe ich mich direkt angemeldet, obwohl die Gruppe schon seit Sommer auf ihr erstes Rennen trainierte - einen Halbmarathon Anfang November.
Ich hatte also genau 2 Wochen Zeit mich vorzubreiten. Und das ging nach anfaenglichen Zweifeln auch sehr gut. Bereits nach einer Woche bin ich mit dem Team 17 km gelaufen – auch wenn ich dabei an meine Grenzen gestossen bin.
Am 08.November fuhr ich dann mit dem Team los Richtung Ostkueste. Genauer gesagt nach Kitty Hawk. Wem das nichts sagt, der mag vielleicht den Trailer fuer die neue Richard Gere Liebesschnulze (Das Laecheln der Sterne) oder gar schon den kompletten Film gesehen haben, der genau hier gedreht wurde.
An dieser Stelle ein wenig Werbung:

Fuer die nicht so Filminteressierten: Kitty Hawk ist beruehmt fuer die Gebrueder Wright. Das sagt manchen auch nichts? Also: Das waren die, die als erstes tatsaechlich geflogen sind. Die Pioniere der Luftfahrt
Die Fahrt dauerte insgesamt 4 Stunden, was ganz gut war, denn so konnte ich mich das erste Mal wirklich mit den Leuten unterhalten. Bei meinem 17 km Lauf mit denen, hatte ich echt besseres zu tun mit meiner Luft. ☺
Endlich angekommen, ging es zuerst zur Registrierung, um Startnummern, T-Shirt und Zeitmess-Chips zu besorgen. Im Hotel haben wir dann unsere Quartiere bezogen und haben Pasta gekocht und gefuttert bis der Kohlenhydratspeicher voll bzw. mir schlecht war.
Bis 22 Uhr haben wir dann noch ein Saturday Night Special (Satire-Sendung) zur US Wahl geguckt. Ich hab sogar mehr Witze verstanden, als so manch ein Ami. Na ja, vielleicht fand ich es auch als einziger lustig oder habe was falsch verstanden....
Um 5 Uhr morgens gings dann raus in die Kaelte und an den Start, der um 7 Uhr erfolgen sollte. Bis dahin war ich beschaeftigt meinen 1 Liter Sportdrink und meine Packung Muesliriegel (mehr Kohlenhydrate) zu leeren. In der Startaufstellung angekommen, passierte es dann: der Liter Sportdrink sauste durch meine Nieren schlagartig in meine Blase, doch fuer eine Pinkelpause war es zu spaet. So unangenehm es auch war, aber die ersten 6 Meilen (9,5 km) schoss ich nur so durchs Feld und ueberholte einen Lauefer nach dem anderen. Ich war auf dem Weg zumindest den Olympiarekord zu brechen. Dann endlich kam ein Dixi-Klo auf der Strecke.
Die naechsten 4 Meilen gingen in aehnlichem Tempo weiter und als ich am Highlight der Strecke ankam (die Bruecke die im Hintergrund der Fotos zu sehen ist), redete ich mir ein es fast geschafft zu haben. Allerdings waren noch 3 Meilen uebrig. 2 Meilen vor Schluss traf mich dann der Hammer und jeder Schritt tat einfach nur noch weh und war muehsam. Auf den letzten Metern wollte ich ein Gehpause einlegen, doch als ich um die Ecke bog, sah ich gerade noch den Fotografen und so versuchte ich moeglichst locker in den Kamera zu grinsen, so als ob es mit super ginge. Ich denke, das Foto beweist das Gegenteil.
Beim Ueberqueren der Ziellinie zeigte die Stoppuhr 2:01, was spaeter auf 1:54:53 korrigiert wurde. Ohne Pinkelpause haette ich es also locker unter 1:50 geschafft (ich musste Schlange stehen), und das obwohl mein selbsterklaertes optimistisches Ziel bei 2:10 lag.
Nach dem Rennen wollte ich Luftspruenge machen, doch meine Knie und Hueften kamen denen eines 75-jaehrigen gleich.
Im Hotel angekommen hiess es nur noch duschen und zurueck aufs Bett. Gegen Mittag wegte mich dann mein Hunger und so fuhr ich mit Kyle zur fettigsten Burgerbude, die Kitty Hawk zu bieten hat: Cheeseburger mit zwei Frikadellen und extra Kaese, Speck und 3 Sossen. Dazu ne grosse Pommes mit Ketup. Alles kam in eine braune Papiertuete, die bereits nach wenigen Minuten durch das viele triefende Fett transparent wurde. Wir fuhren zum Strand genossen jeden Bissen.
Es ist schon merkwuerdig, aber nach so einem Lauf habe ich bisher immer das dringende Verlangen gehabt meinen Koerper zu vergiften. So viel laufen ist einfach zu gesund! Ich glaube, das ist auch der Grund, warum bei solchen Laufveranstaltungen stets massenweise Bier ausgeschenkt wird.



Kurz vor Abfahrt begegnete mir dann die pure Ironie. Wahrend ich (junger Huepfer) mich wie 75 fuehlte, kam ich mit einem solchen Herren ins Gespraech. Er war auch gerade den Halbmarathon gelaufen und fuehlte sich seiner Aussage nach wie 25. Ich konnte nicht wirklich lachen...
Die Rueckfahrt war ruhig. Jeder hatte es wenig Schlaf nachzuholen.

Dienstag, 11. November 2008

Indian Summer

Hab ich eigentlich schon erzaehlt, was fuer ein perfektes Timing ich habe mit meiner Ankunft in North Carolina. Zuerst herrscht hier naemlich der allseitsbekannte Indian Summer. Die Blaetter an den Baeumen erstrahlen in den kraeftigsten Toenen und das Sonnenlicht, gerade wenn die Sonne tief steht oder unter geht, verwandelt den Herbst in North Carolina zu einer Maerchenlandschaft.



Ich versuche also so viel wie moeglich draussen an der frischen Luft zu sein und geniesse jeden Augenblick am liebsten bei meinem wiedergefundenen Hobby, dem Laufen. Dazu schreibe ich aber erst in ein paar Tagen etwas, denn ich warte noch auf ein paar Fotos...

Freitag, 7. November 2008

Mal etwas aus der Reihe...

...aber das muss ich einfach mal posten.
Ich war gerade auf der Suche nach...ich weiss das gar nicht mehr genau. Aber dabei bin ich auf diese Funktion im Internet gestossen, mit der man anhand von Jahrbuchbildern eine kleine Zeitreise machen kann.
Ist mir teils schon ein wenig peinlich, aber ich hab an dieser Stelle einfach mal den Mut zur Haesslichkeit. Hmm...wie kriege ich jetzt die Kurve, um zu sagen, dass mich manche Bilder an alte Passbilder meines Vaters erinnern? Wohl gar nicht!? *Hust* Vadder, du warst, bist und bleibst schoen!

So und jetzt duerft ihr alle mal ueber mich lachen:

Mittwoch, 5. November 2008

Let the change begin...

Oder auch Obama ist der naechste Mr. President. Klar, war die Wahl hier ein aller Munde und ich habe niemanden in den 1,5 Wochen kennengelernt, dem die Wahl egal war. So ergab sich dann schon die eine oder andere Diskussion – besonders mit den Verfaechtern von McCain. Nun, ich habe versucht mich diplomatisch zu verhalten und mehr oder weniger neutral zu bleiben. Aber klar, insgeheim wuenschte ich mir ja auch Obama als Wahlsieger.
Am Wahlabend ging ich dann also mit meiner Mitbewohner Lettie ins Southern Rail. Eine urige Kneipe im Stil eines Bahnhofes. Dort versammelten sich an die 600 Menschen zur inoffiziellen Obama-Wahlparty von Chapel Hill. Das Publikum war den Chapel Hill Demokraten entsprechend: inzwischen alt gewordene Hippies und ‚liberale’ Studenten.
So schauten wir alle zusammen bei Bier und Obamakuchen gespannt auf die aufgespannte Grossleinwand und jubelten zu jeder Projection, die die Moderatoren auf CNN zu den Wahlausgaengen der einzelnen Bundesstaaten machten.
Um 22 Uhr verkuendete Chapel Hill (eigentlich war ich in Carrboro, aber fuer mich ist das eingemeindet) schliesslich Barack Obama zum naechsten Praesidenten der USA. Anschiessend ging es hinaus auf die Strasse und wir zogen mit ein kleinen, aber feinen, Blaskapelle um den Block.
Um 23 Uhr war Obama dann auch offiziell Praesident und der Jubel brach schliesslich voellig los im Southern Rail, anderen Bars und auf den Strassen Chapel Hills.


Ach, uebrigens moechte ich noch loswerden, dass ich trotz aller Euphorie und Historie dieser Wahl froh bin, dass sie vorbei ist, denn nach nur 1,5 Wochen war ich es leid 3 mal taeglich erklaeren zu muessen, warum ich denn noch nicht waehlen war.

Hier noch zwei Videos, die die Stimmung vielleicht besser eingefangen haben als irgendwelche Fotos:



Samstag, 1. November 2008

Halloween

Schauder, Schrecken und Grusel – gestern war Halloween, was in Deutschland dann Reformationstag heisst. Na ja, die beiden Feiertage haben wohl schon einen anderen Ursprung. Hierzulande bzw. in Chapel Hill geht es darum eine riesen Party zu feiern. Aber stopp! Spulen wir erstmal ein wenig zurueck.
Das Geisterfest kommen sehend, bin ich schon Anfang der Woche mit meiner Mitbewohnerin zu einem Kostuemladen gefahren und habe mich nach einer Verkleidung umgeguckt. Mir stach sofort ein Straussreiter in Auge. Bitte was? Das Kostuem muss man sich wie eine aufblasbare Hose vorstellen aus der dann ein Strauss wird, was dann so aussieht als wuerde man darauf reiten. Zu Hause ausprobiert, musste ich dann aber feststellen, dass das Kostuem zwar lustig, aber hoechst unpraktisch war, denn es bedarf staendiger Luftbepumpung (ist das ein Wort?), was ueber einen batteriebetriebenen Ventilator funktionieren sollte. Da die Batterien sicherlich nach einer halben Stunden leer sein wuerden, entschloss ich mich dann das Kostuem zu tauschen. Letztlich war ich dann ganz langweilig ein Doktor.
Und so ging es dann am Freitag mit meinen neuen Mitbewohnern und Tim auf Richtung Franklin Street, was hier quasi das Herzen der Stadt ist, wo sich auf ca. 400 Metern eine Bar an die naechste reiht. Auf der Franklin Street angekommen, waren in etwa 40.000 Menschen versammelt und wirklich kreativ verkleidet. An alle Koelner Karnevalisten sei an dieser Stelle gesagt, dass sie sich von den Amis in Sachen Kostuemierung noch etwas abschauen koennen. Eines der fuer mich besten Kostueme hatte mein Mitbewohner Todd, der sich einen Turban umband und aus meinem Osama/Biden Schild ein Osama bin Laden Wahlplakat machte. Ich war mir sicher, er wuerde Schwierigkeiten bekommen, aber selbst die Amis haben inzwischen einen sehr guten Humor gegenueber dem Terror entwickelt.
Interessant zu sehen war auch, dass auf die 40.000 Gaeste bestimmt 1.000 Polizisten kamen. In den Nachrichten hiess es dann aber, dass dieses Jahr weitaus weniger Polente im Einsatz war als noch letztes Jahr. 8)
Der Marsch meiner Gruppe ging dann aber weiter zu einer originalen Studentenparty, die sich ueber 4 aneinandergrenzenden Haeusern erstreckte. Entsprechend waren dann auch rund 300 Leute dort. Fuer Livemusik, Fassbier und Wein war gesorgt und die Gute Stimmung kam dann von allein - auch dank der Vielzahl kreativer Kostueme. Ich kam mir richtig schlecht vor mit meinem Doktorkostuem.
Als das Fassbier schliesslich geleert war ging es dann noch weiter in eine Kellerbar wo wir bis morgens gefeiert haben.

Hier ein paar Eindruecke:

Meine Reisekarte