Donnerstag, 20. Dezember 2007

Thailand

Endlich sind Weihnachtsferien. Und die nutze ich doch gleich voll und ganz. Meine eigentlich geplante Reise nach Australien ist ja leider flachgefallen und so habe ich mich dazu entschieden Thailand und Indonesien (Bali) ein wenig genauer kennen zu lernen.
Los ging es letzte Woche Donnerstag. Ziel: erstmal Thailand, denn eine Reiseroute hatten wir uns noch nicht ausgemalt. Die erste Station allerdings – soviel wussten wir (Kumpel Chris war mit im Schlepptau) - hieß Chiang Mai. Dies ist, soweit ich weiß, zwar die zweit größte Stadt Thailands (2,4 Mio Einwohner) aber dennoch recht überschaubar gehalten. Allein beim unserem Marsch vom Flughafen zum Hostel in der Innenstadt haben wir bereits die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt gesehen, die zugegeben meist aus buddhistischen Tempeln bestehen. Aber einer war schöner als der andere. Kurz vor unserem Etappenziel kamen wir dann an einem Reisebüro für Wandertouren vorbei. Die Touren klangen interessant und da wir ja noch keinen Plan hatten, wurde es Zeit etwas dingfest zu machen. So buchten wir für den nächsten Tag eine zweitägige Wandertour durch die Berge und Wälder nordöstlich von Chiang Mai.
Um 8.00 Uhr sollte uns dann der „Bus“ abholen. Nun, was wir dann vorfanden war allerdings ein Pick-up Truck mit Dach und Sitzbänken auf der Ladefläche. Bereits darauf waren 3 Engländer (Finona, Adam und Nicolas) und 2 Tschechen (Adam und Kaluschitischukustokowa – oder so!?), mit denen wir zusammen die Tour machten. Unser Reiseführer nannte sich Jackie Chan. Optische Ähnlichkeiten waren jedoch nicht wirklich erkennen. Na gut, er war Asiat!!
Zunächst ging es zu einem Wasserfall, den alle todesmutig hinaufgestiegen sind, doch ich blieb lieber den Treppen treu, denn wer mich kennt, der weiß: da wo Wasser ist, falle ich hinein! Und ich wollte nicht gleich in den ersten Stunden nass werden. Nach kurzer Rast und Weiterfahrt hielten wir dann am Wegesrand an und die Wanderung begann. Das erste Bergdorf, durch das wir kamen wurde noch von einem traditionellen Stamm bewohnt. Ein paar kurze und wirklich wahrheitsgemäße Fakten dazu:
1. Lieblingstier: Hund. Aber leider nur im Kochtopf
2. Rolle des Mannes: Ein wenig Jagen, sonst Opium rauchen und Fortpflanzung
3. Rolle der Frau: hart arbeiten und Fortpflanzung
4. Polygamie steht an der Tagesordnung
5. Mehrlingsgeburten sind diesem Völkchen nicht geheuer. Nur das erste Kind darf überleben. Alle weiteren werden in die Natur hinaus gebracht und nach einem kurzen Gebet dem Lauf der Dinge überlassen. Dies bedeutet dann in den meisten Fällen schlicht: verhungern.
Ein wenig geschockt und auch verständnislos ging es weiter über Stock und Stein. Na 1,5 Stunden bergauf und 30 min bergab kamen wir an eine Flussmündung wo uns ein Taxi erwartete. Diese wog ca. 5 to, war über 3 Meter hoch, grau, hatte einen Rüssel und konnte ziemlich große Haufen machen.
Gemütlich saßen wir so auf dem Rücken oder Hals des Elefanten und ritten durch den Dschungel ins nächste Dorf. Hier wurden wir wirklich herzlich begrüßt, aßen zu Abend, tranken Bier, tanzten mit dem Stamm ums Feuer und nächtigten schließlich in einer der Hütten. In Thailand ist dies noch alles möglich.
Am nächsten Morgen ging die Wanderung dann weiter und eine Floßfahrt stand im weiteren Verlauf an. Und natürlich saßen Chris und ich auf dem Floß, das sich nach einer ruhigen Fahrt auf dem Fluss kurz vor Ziel in seine Bestandteile auflösen musste. Mehr oder weniger trocken, haben wir es aber doch noch geschafft.
Am Abend ging es dann mit den Engländern aus der Gruppe, mit denen wir uns super verstanden dann Abend in Chiang Mai auf die Piste. Zunächst zum Mexikaner, dann in einen Pub.



Am nächsten Tag ging es dann per Bus nach Sukothai, der ersten Hauptstadt Thailand, die heute eine Ruinenstadt mit vielen Tempeln ist. Fotos sollen hier einfach mal mehr sagen als Worte. Aber es war wirklich super.



In der nächsten Stadt schien der Hund begraben und auch sonst war es einfach nur dreckig und öde. So entschieden wir uns im mehr oder weniger komfortablen Nachtzug nach Bangkok zu fahren.
Morgens um 6.40 Uhr hatten wir es dann schließlich geschafft. Und Bangkok ist tatsächlich eine beeindruckende Stadt. Für mich aber mehr aus den Gründen, dass Menschen es schaffen in einem dreckigen und versüfften Choas, das kurz vor dem Kollaps steht, zu überleben.
Aber es gab auch schöne Seiten in Bangkok. So gleicht beispielsweise der Grand Palace (der Königspalast) einem Märchen aus 1000 und einer Nacht. Und auch andere Tempelanlagen verschlugen uns den Atem. Alles in allem war ich aber unheimlich froh am nächsten Tag der Stadt vorerst wieder den Rücken kehren zu können und nach Kanchanaburi zu fahren. Die Stadt mag dem einen oder anderen durch die „Brücke am Kwai“ bekannt sein, denn genau diese steht hier.
Eingenistet haben wir uns dann aber ein wenig außerhalb in einer kleinen Ferienanlage. Am Pool und bei westlichen Essen zu thailändischen Preisen haben wir es uns dann gut gehen lassen.
Nur ungern sind wir dann jedoch wieder nach Bangkok gefahren. Aber von hier sollten wir nun mal wieder zurückfliegen. Ein „Schmankerl“ hatten wir uns jedoch noch bis zum Ende aufbewahrt: Ein Bierchen trinken in der Sky Bar. Dies ist eine Freiluft-Bar im 64. Stockwerk (auf dem Dach) des höchsten Gebäudes Bangkoks. Die wahrscheinlich atemberaubendste Bar der Welt, den der Ausblick und das Ambiente sind phänomenal. Auch hier sagen vielleicht die Bilder wieder mehr….



So und Samstag geht’s dann schon nach Bali. Der nächste Bericht wird also folgen. Bis dahin schon mal Frohe Weihnachten und die besten Wünsche für 2008.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Ho, ho, ho….Merry Christmas!!

Wir haben 26 bis 30 Grad und überall klingt Weihnachtsmusik aus Lautsprechern und die Weihnachtsdeko übertrifft bisweilen sogar den amerikanischen Kitsch. So richtig Weihnachtsstimmung kommt da nicht auf. Aber ich muss auch zugeben, dass ich kein wirklicher Weihnachtsmensch bin.
Was wären diese Tage aber ohne eine vernünftige Weihnachtsparty? Die letzten Jahre haben wir stets eine unserer (ich möchte sagen legendären ) WG-Weihnachtspartys geschmissen. Dieses Jahr feierten wir dann in ähnlicher Manier mit MBA Kommilitonen und ein paar der Profs.
Insgesamt waren wir glaube ich 70 Leute und es gab 60 Liter Freibier. Es hat also gereicht, um mich betrunken zu kriegen (ist ja auch nicht schwer!). Und an alle Taten, die ich gestern so begangen habe, kann ich mich auch nicht mehr wirklich erinnern. Aber wenn ich es richtig zusammen bekommen, dann haben wir zuerst ein astreines asiatisches Buffet genossen und sind nach ein, zwei Auflockerungsspielchen dann zum Höhepunkt des Abend gekommen: die Geschenke. Jeder hat ein kleines Geschenk mitgebracht, was wir dann von Weihnachtsmann höchst persönlich bekommen haben. Und das auf die amerikanische Art und Weise. Also auf den Schoß setzen und bestätigen, dass man auch ja artig war. Ich hab dann letzteres unter Beweis gestellt, indem ich den Weihnachtsmann mit Bier betankt habe.
Den weiteren Verlauf des Abends kann ich nur noch bruchstückhaft wiedergeben. Aber eine Modenschau stand auch noch auf dem Zettel. Wir mussten uns weihnachtlich verkleiden, was allerdings ein wenig schwierig war, da die Hälfte der Kostümaccessoires eher für Halloween bestimmt waren. Durch wilde Tänze und Beatbox-„Gesängen“ haben wir es dann aber tatsächlich auf Platz 2 geschafft. Nur die Bondage-Weihnachtselfe mit ihrem räudigen Hund an der Leine hat uns geschlagen.
Ich glaub ich war dann auch noch Skateboard fahren. Und zwar einen ganzen Berg runter. Hmm….und ab da weiß ich wirklich nicht mehr allzu viel. Die Fotos erzählen dann wohl den Rest.



Der Kater war dementsprechend schon vorprogrammiert. Und als „alter“ Festivalgänger kenne ich ja das beste Gegenmittel: Konterbier. So ging es dann also zum Paulaner-Brauhaus zum Brunch bzw. Brünch wie es hier heißt, um es deutscher klingen zu lassen. Das Konterbier gab’s dann zusammen mit Weißwurst, Bratwurst, Sauerkraut, Salat, Krustenbraten, noch nem Bier, Schwarzwälder Kirschtorte, Eis, noch nem Bier und Brezel. Mein Resümee: Eine feierliche Fressorgie über 3 Stunden.



So, und jetzt muss ich wohl mal lernen, da ich am Mittwoch einen Mid-Term-Exam schreibe. Am Donnerstag geht’s dann übrigens nach Nordthailand für eine Woche. Darüber werde ich dann wohl beim nächsten Mal zu berichten wissen.

Ich wünsche Euch allen also schon mal eine FRÖHLICHE WEIHNACHT!!!!

PS: Mein Anzug ist jetzt auch fertig!!! Hab aber noch keine Fotos dazu. Ist halt auch nur ein Anzug. :)

Sonntag, 2. Dezember 2007

Changi Airport

Es ist Wochenende. Und der Samstag stand ganz im Zeichen unserer WG. Gemeinsam haben wir den Tag mit einem großen Frühstück eingeleitet, bevor es dann mittags zum Changi Airport hier in Singapur ging. Der nagelneue Terminal ist nämlich fertig und diesen Monat für die gemeine Öffentlichkeit zugänglich.
Dort angekommen, waren wir zunächst überwältigt vovn der Architektur. Dann kamen wir an einem der Monitore für Start- und Landezeiten vorbei. Wir hatten es genau 14:00 Uhr als wir entdeckten, dass ein Flieger von Singapore Airlines aus Sydney sieben Minuten später landen sollte. Ja und!? werdet ihr fragen, doch wir hatten schon eine gewissen Vorahnung und rannten zur nächsten Aussichtplattform. Und tatsächlich, wenig später landetet er: der neue Airbus A 380. Der erste und bisher einzige ausgelieferte dieses Typs.
Zugegeben, ich war ein wenig enttäuscht, denn ich hatte mir den Brummer größer vorgestellt. Aber es lag wohl an der optischen Täuschung. Später sahen wir ihn dann aus der Nähe. Er stand neben einer Boeing 737, die dann wirklich wie ein Witz wirkte.
Tja, Glück muss man haben...

Achso, der Rest vom Flughafen war / ist auch toll!!!

Donnerstag, 29. November 2007

Mutti, man hat mir den Hintern versohlt!!!

Es ist Donnerstag und damit mein freier Tag. Gut, auch den Vormittag habe ich mal wieder mit Fallstudien und anderen Hausaufgaben verbracht, aber gegen 15 Uhr ließ ich dann den Computer runterfahren und schmiss die Bücher bei Seite. Heute stand noch einmal eine intensivere Entdeckung Chinatowns an.
Der Hauptgrund war allerdings, ein paar Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Aber als ich dann mit Kati zusammen aus der MRT-Station kam, wurden wir bereits auf den ersten Metern wie üblich angesprochen. Diesmal ging es um eine Massage. Dankend lehnte wir ab und gingen weiter. Doch warum eigentlich nicht? Wir drehten uns also wieder um und erkundigten uns nach den Preisen. 11 € sollte eine Body Massage für 25 Minuten kosten. Tja, für den Preis ließen wir uns natürlich nicht lumpen, gingen in die Folterkammer und los konnte es gehen! An dieser Stelle soll erwähnt sein, dass ich noch nie eine professionelle Massage bekommen habe und ein wenig mulmig wurde mir auch, als ich mich daran erinnerte was mir Jörg über das Verständnis von Body Massages in Shanghai erzählt. Denn dort kann man wohl in einigen Salons für ein wenig Aufpreis eine wirkliche „komplette“ Ganzkörpermassage erhalten.
Aber ich behielt meine Boxershorts an. Die darauf folgenden 25 min waren eine Achterbahnfahrt voller Entspannung, Schmerz, Angst und dem Glauben daran anschließend nur noch im Rollstuhl voran zu kommen. Am meisten Angstschweiß hatte ich auf der Stirn, als mir auf einmal der Hintern frei gelegt wurde und mir der Hintern durch Schläge massiert wurde. Ich glaube, dass ist mir das letzte Mal mit 5 passiert!!!
Aber mein Fazit: Klasse und unbedingt weiterzuempfehlen!
Voller Entspannung ging es weiter, um endlich die nötigen Weihnachtsbesorgungen zu erledigen. Doch wieder wurden wir nach wenigen Metern angesprochen. „Wie wär’s mit einem neuen, maßgeschneiderten Anzug?“ Nun ich hatte von den guten Angeboten gehört und ließ mich dazu überreden mich überreden zu lassen. Aber nicht ohne mein gelerntes Wissen aus 1,5 Jahren Einkauf anzuwenden. Ein kurzer Report:

Unternehmen: Schneiderei
Reputation: Bill Clinton und George W. Bush waren vor mir da (Fotos als Beweis)
Produkt: Jacket und Hose, maßgeschneidert
Schnitt: Hugo Boss
Material: außen: knitterfrei aus Italien, innen: Seide
1. Angebot: 50% Nachlass, weil ich Student bin
2. Angebot: 50% Nachlass und irgendwas inklusive, was sonst $100 kosten würde.
3. Angebot: Weitere 50% Nachlass

Dem Schneider standen die Tränen in den Augen, aber letztlich ließ er sich doch drauf ein. Ich habe mir zur Bestätigung auch noch einmal sein Auftragsbuch zeigen lassen. Und tatsächlich: normalerweise gehen seine Anzüge für den dreifachen Preis über den Ladentisch. Mein Zugeständnis an ihn war dann, dass ich meine nächsten Anzüge bei ihm auch kaufen würden, dass ich den normalen Preis bezahle, sobald ich in seinem Anzug Karriere gemacht habe und zum Bier musste ich ihn auch noch einladen.
Dann ging es endlich auf den Markt zu den Weihnachtsgeschenken. Weitere Verhandlungen sollten folgen und schließlich war mein Rucksack randvoll und mein Magen leer. Kati und ich entschieden uns dann thailändisch essen zu gehen. Die Entscheidung sollten wir dann auch nicht bereuen, denn wie man auf den Fotos sieht, war es super lecker. Und wo wir schon mal in Chinatown waren, durften natürlich auch die Frühlingsrollen nicht fehlen.
Der restliche Abend führte uns dann noch durch die Innenstadt, von der ich ha aber schon hinreichend berichtet habe… Was zu erwähnen und zu zeigen bleibt, sind die unzähligen Weihnachtsbäume, die an jeder Ecke stehen. Fröhliche Weihnachten! :)

Samstag, 24. November 2007

Ein Samstag auf dem Campus

Bisher habe ich immer von dem doch lockerem und freizeitorientiertem Leben in Singapur berichtet. Nun, dass das nicht jeden Tag so ist, kann man sich wohl vorstellen. Mit der Frage an mich selbst, über was ich denn nun diese Woche schreiben soll, will ich nun über meine gestrigen 2 Tage berichten, um ein wenig den Campus-Alltag zu schildern.
Das Übel brach am gestrigen Nachmittag über mich hinein. Ausgelöst wurde alles durch einen Anruf von Stefan – einem Kommilitonen und Gruppenmitglied meiner Managing Business Operations- Klasse. Er frug mich, ob ich denn für das morgige Treffen und die Vorlesung am Abend bereits vorbereitet sei. Von dem war ich dann völlig überrumpelt. Ja, Schweißperlen machten sich auf meiner Stirn breit. Und das lag nicht am Wetter.
Ich schnappte mir also mein Skript und fing an zu lesen. Noch hatte ich 60 Minuten Zeit mich in die Materie für die Vorlesung einzuarbeiten. Klar war an dem Punkt jedoch schon, dass ich es nicht schaffen würde.
Die Vorlesung begann dann mit einer Fallstudie, die ich nicht vorbereitet hatte und so völlig ahnungslos in der Vorlesung verweilte. Nach der Pause ging es dann weiter mit Statistikgrundlagen, die ich zwar schon einmal an der Fachhochschule in Leverkusen gehört, aber nie wirklich verstanden hatte. Und bei dem Tempo, dass die Dozenten hier in den Vorlesung vorgeben, blieb meine Ahnungslosigkeit auch weiter bestehen.
Völlig frustriert machte ich mich also auf den Weg nach Hause und fing an die Vorlesung des Abend nachzubereiten, die Vorlesung (im selben Fach) des Vortages vorzubreiten und mir auch noch Gedanken über die Fallstudie zu machen, die ich mit meiner Gruppe am nächsten Tag besprechen sollte.
Mein Glück war, dass ich eh nicht schlafen konnte und so bis 3 Uhr morgens vor dem Computer und Skripten saß. Nach 4,5 Stunden Schlaf klingelte dann der Wecker. Ich machte mich auf, fing an zu lesen, aber konnte die Augen noch nicht wirklich öffnen. Da half nur eins: Schwimmen (im bereits vorgestellten hauseigenen Pool).
Danach las ich dann noch schnell den Rest und machte mich auf zum Campus. Ein Bus fährt zum Glück direkt bei uns vor der Tür ab und so war 30 Minuten und somit eine Stunden zu früh am Campus. Der Zeitplan passte, da ich ja auch noch zu Mittag essen musste. McDonalds stand auf dem Speiseplan, begleitet von der Tagesschau, die ich mir zuvor auf meinen iPod (das ist ein MP3 Player) geladen hatte. Man will ja schließlich auf dem Laufenden bleiben.
Um 13 Uhr fand ich mich dann in der MBA Lounge ein, um mich mit meiner Gruppe (bestehend aus mir, 2 Singapurianerinnen, einer Japanerin und einem weiteren Deutschen) zu treffen. Wir diskutierten wild über den Case und mögliche Antworten, doch blieben selbst nach einer Stunde weiter ahnungslos. Statistik, Optimierungsrechnung und Simulationen sind dann doch Wissenschaften, die uns verschlossen blieben. Die anschließende Vorlesung zu den Gebieten brachte und schließlich auch nicht wirklich weiter, so dass wir unseren Dozenten aufsuchten. Der verriet und dann, dass wir uns nicht unbedingt Sorgen machten sollten. Er würde uns eine Excel-Datei zur Verfügung stellen, mit der die Lösung dann wohl recht einfach zu erarbeiten sei.
Somit machte sich bei uns allen Erleichterung breit. Wir suchten dann noch einen Termin für das nächsten Gruppentreffen heraus und entschieden (ist ja schließlich Samstag) noch ein Bierchen trinken zu gehen. Schließlich landeten wir in einer etwas anderen Formation in Holland Village in einer deutschen Bar namens „Baden“. Dort spendierten Stefan (der andere Deutsche in der Gruppe) und ich dann eine Würstchenplatte, um die unsere fremde Kultur ein wenig näher zu bringen. Die genossen wir dann mit guten Weißbier und Gesprächen über Deutschland und den Rest der Welt….

Hier mein Tag und der NTU Campus in Bildern:

Mittwoch, 14. November 2007

Ein paar „freie“ Gedanken zu / über Singapur

• Englisch ist hier „Singlish“ und kaum zu verstehen.

• Asien ist für kleinere Leute als mich gebaut. Die Folge sind Beulen am Kopf.

• Haltegriffe im Bus hängen mir auf Brusthöhe.

• Das Essen ist meist günstig und lecker. Ausnahmen bilden Gerichte wie Schweinenieren, Schweinehirn, Geflügelherzen, Innerein, etc.

• „Ausgewogene Ernährung“ bleibt ein Trend, der Europa vorbehalten ist.

• In die Bahn einsteigen erfolgt meist nach der Devisen: „Wer am besten drängelt, bekommt des besten Platz!“

• Um aus einer Bar angeheitert wieder raus zu kommen, benötige ich min €25.

• Man geht hier nach draußen, um sich aufzuwärmen.

• Schiffe stehen hier im Stau, um im Hafen entladen zu können.

• In Geschäften wird man häufig von mehreren Verkäufern gleichzeitig betreut.
Faszinierend daran: Je näher man der Kasse kommt, desto größer die Verkaufsbetreuung.

• Ein Stück Mozarella kostet € 3,50.

• Hier gibt’s kein McDrive, dafür McDelivery. Der BigMäc wird also nach Hause geliefert.

• Ich beginne bei 25° Wassertemperatur mit hektischen Bewegungen, weil mir das Nass zu kühl ist.

• Hot Dogs gibt’s auch hier. Allerdings mit Geflügelwurst, und ohne Röstzwiebeln, Remoulade und Gurken. Dafür mit Chili Soße.

• Lebensmitteleinkäufe bringt man nicht selbst nach Hause. Sie werden geliefert.

• Handybesitzer zahlen auch für Gespräche, die sie entgegen nehmen.

• In Deutschland protzen manche Männer am Strand mit ihrer Brustbehaarung. In Singapur protzen manche Männer am Strand mit Scharmbehaarung.

• Wäsche trocknen kann bei >90% Luftfeuchtigkeit laaange dauern.

• Ich hatte hier noch kein einziges Mal kalte Füße, obwohl ich den ganzen Tag barfuß oder in Flipflops laufe.

• Statt mit Unterschrift zeichne ich meine Bankgeschichte mit Fingerabdruck gegen. Erst später fand ich heraus, dass dies eigentlich für Analphabeten gedacht ist.

• Singapur hat keine Mülldeponie. Singapur hat eine Müllinsel! (zwischen Singapur und Indonesien)

• Pflanzen müssen nicht gegossen werden. Sie trinken Luft.

Donnerstag, 8. November 2007

Staatsantritt

Tja, wie soll ich diese Geschichte nun am besten beginnen? Vielleicht mit einem kleinen Rückblick auf meine Begegnungen mit der Macht in persona.
Wir schreiben das Jahr 2000 und ich bin in Washington D.C. im Weißen Haus zu Gast. Natürlich nur als normaler Besucher, doch nur eine spanische Wand sollten mich und den 42. Präsidenten der USA, William J. (a.k.a. Bill) Clinton, voneinander trennen.
Nur einige Wochen später traf ich dann auf der Kieler Woche auf den gerade aus Amt und Würden verabschiedeten Roman Herzog. Ich war zugegeben schon ein wenig angeduselt, doch konnte ich ihn spontan in ein kurzes Gespräch verwickeln, dass wie folgt ablief:

Ich: Wi…wi…wi…wi…wi…wi…wissen sie eigentlich wer sie sind?
Roman: (lächelt und steigt in seine Limousine.)

2 Jahre später war ich dann bereits souveräner im Umgang mit der mächtigen der Politik als ich auf die damalige Ministerpräsidentin des schönsten Bundeslandes der Welt treffen sollte: Heide Simonis. Heute ist sie sicherlich eher als Tanzstar bekannt, doch findet sie darin ähnlich wenig Anerkennung. Doch zurück zu meine Souveränität: Ich nahm mir damals ein Herz und bat sie um ein Autogramm für meinen damaligen Politiklehrer (der nicht ganz von ihr überzeugt war / ist) und war erfolgreich.
Heute nun sollte es zu einer weiteren Begegnung kommen. Doch der Reihe nach…
Der heutige Feiertag begann für mich mit ein paar Runden im Pool bevor mich die Langeweile packte und ich entschloss ins Zentrum Singapurs zu fahren, um einen Radiowecker zu kaufen. Sicherlich war dies nur eine Lüge an mich selbst. Die eigentliche Motivation löste die Hoffung aus, das eine oder andere Schnäppchen in möglichen Feiertags-Sales machen zu können.
An meinem Ziel angekommen, landete ich jedoch zunächst bei Burger King. Dort setzte sich dann Jocelyn, eine kanadische Austauschstudentin, zu mir und wir kamen über Land und Leute ins Gespräch. Schließlich erzählte sie mir, dass sie gerade aus dem Präsidentenpalast kommen würde. Heute sei einer von 5 Tagen im Jahr, an dem die Möglichkeit besteht diesen zu bestaunen.
Kurzerhand änderten sich somit meine Pläne und ich machte mich auf zum Istana (so heißt der Sitz des Präsidenten offiziell).
Nach eine langen Warteschlange und einer flüchtigen Sicherheitskontrolle war ich dann in den Gärten des Palastes. Ein paar Eindrücke habe ich versucht fotografisch festzuhalten. Die Anlage war einfach atemberaubend und ich guckte wohl auch nicht schlecht als ich entdeckte, dass der Präsident sein eigenen Golfplatz hat. Es soll an dieser Stelle angemerkt werden, dass sich der Palast und somit auch der Golfplatz im Herzen des Zentrums Singapurs befindet.
Nach ca. 1 km Fußmarsch war ich dann vor dem Hauptgebäude angekommen, wo sich zugleich eine Horde Fotografen um einen Mädchenchor vor dem Eingang drängte. Die Neugier packte mich und so mutierte auch ich mal zu einem Gaffer. Sicherlich hatte ich es mit meiner Größe recht einfach, da ich einfach über die anderen 100 Leuten hinweggucken konnte. Ich erblickte dann einen älteren Herrn, der gerade aus dem Palast kam. Das Gesicht hatte ich zuvor bereits auf Bildern gesehen, so dass es sich um Präsident Sellapan Ramanathan alias S.R. Nathan höchst persönlich handeln musste. Schnell zückte auch ich meine Kamera und fotografierte über die gierige Fotografenmasse hinweg.
Voller stolz den Präsidenten gesehen zu haben, ging ich als nächstes in den Palast, um zu schauen, wie denn meine neuer Freund Nathan zu haust. Er vertrieb sich derweilen die Zeit, indem er den schrillen Klängen des Chors lauschen musste. Schnell fand ich heraus, dass Nathan ein Fan deutscher Service sein muss, denn einige der Porzelanstücke kamen aus der Heimat. Vorbei an Kunstwerken aus aller Herren Länder geleitete mich dann eine Sicherheitskraft freundlich hinaus. Zu lange durfte ich wohl nicht gucken.
Draußen angekommen begegnete ich Nathan wieder. Inzwischen war er umgestiegen in seine Präsidentenlimousine: ein Golfkart (!) und sauste an mir vorbei. Ich beschloss mir seine Gärten weiter anzuschauen, doch Nathan ließ mich nicht mehr in Ruhe. Denn auch hier tauchte er kurze Zeit später WIEDER auf. Leicht genervt ging ich dann wieder Richtung Ausgang als sich von hinter einmal mehr die Präsidentenlimousine näherte. Ich zückte also noch mal meine Kamera. Nathan wollte mir anscheinend noch mal seine Schokoladenseite (keine Anspielung auf seine Hautfarbe) zeigen. Als ich schließlich abdrückte, hielt er an und reichte mir die Hand. Ich erklärte ihm kurz, dass ich aus Deutschlang käme und die nächsten 1,5 Jahre in Singapur verbringen werden. Er freute sich und wünschte mir eine gute Zeit in seinem / meinem neuen Land.
Am Ausgang angekommen traf ich el Presidente noch einmal. Diesmal zusammen mit der First Lady. Doch diesmal lies ich die beiden links liegen. Veralbern lass ich mich schließlich nicht gerne!!!

Samstag, 3. November 2007

C’mon, you’re a superstar…

Es war Mittwoch, der 31. Oktober. Nur noch 4 Tage und schon wäre der schöne und lange Urlaub vorbei. Ab Montag heißt es dann also bis Mitte Dezember die Schul- bzw. Business School – Bank drücken. Kati und mich überkam die Angst des Alltages. Kurzerhand schlugen wir also den Lonley Planet (Reiseführer) auf und entschlossen uns dazu einen Kurztrip nach Malaysia zu unternehmen. Zumindest für ein paar Tage wollten wir noch einmal raus. Meine anderen Mitbewohner waren auf die Schnelle dann leider nicht mehr zu überreden oder hatten auch keine Zeit.
Ich holte also meinen gerade verstauten Rucksack raus, schmiss ein paar Sachen zum Wechsel hinein, legte meinen Pass bereit und ging schlafen.
Mitten in der Nacht (um 7.30 Uhr) klingelte dann der Wecker. Kurz geduscht und schnell gefrühstückt, setzten wir uns in die MRT (U-Bahn in Singapur) und fuhren bis zum Busbahnhof. Zu unserem Glück wartete noch der nächste Bus bis Melaka und für 8 € (im Folgenden werde ich immer gleich umrechnen) saßen wir mit Ticket und einem Lächeln im Bus auf dem Weg nach Malaysia.
Nach 4 ½ Std Fahrt und einer langen Grenzkontrolle waren wir schließlich in dem kleinen Städtchen Melaka angekommen. Kurzerhand stiegen wir um in ein Taxi und machten uns zum ersten Hostel auf, das der Lonley Planet führte. Für 5 € pro Nase checkten wir in ein Doppelzimmer mit Klimaanlage ein, schmissen aber nur kurz unsere Sachen hinein und machten uns auf in die sehenswerte Altstadt. Auf dem Weg dorthin machten wir völlig ausgehungert Rast in der nächsten Futterbude, was ausgerechnet ein McDoof sein sollte. Als BWLer hier ein kurzer Kommentar zum BigMäc – Indikator: Das Menü für ca. 1,50 €.
In der Altstadt angekommen, lud uns der Lonely Planet zu einem Erkundungsspaziergang ein: 2,2 km, Dauer: 3 Std. Was gleich auffiel war der holländische und portugiesische Einfluss aus den letzten Jahrhunderten. So steht auch heute noch im Zentrum das rote „Stadthuys“, das mit Steinen aus dem niederländischen Zeeland erbaut wurde. Weiter ging unsere Reise durch enge, aber sehr schöne Gassen, vorbei an Tempeln aller Religionen und Museen. An dem „Baba-Nonya Heritage Museum“ machten wir schließlich halt. Ein prunkvolles Haus, das einem chinesischen Geschäftsmann Ende des 18 Jh. gehörte. Beinahe sämtliche Möbel im Inneren waren von nahezu unschätzbarem Wert und aus China importiert.
Am Ende des Stadtrundganges kamen wir dann auf den St. Paul’s Hill. Hier steht eine malerische Kirchenruine (siehe Fotos). Zusammen mit einer (meiner Meinung nach) japanischen Reisgruppe versuchten wir dann das beste Motiv mit unseren Kameras einzufangen. Nach kurzer Zeit und vielen interessierten Blicken, kam dann einer aus der Gruppe zu mir uns fragte mich nach „Photo, Photo“. Der gemeine Europäer denkt dabei natürlich sofort an eine Falle und lehnt dankend ab. Doch mein Gegenüber ließ nicht locker und nachdem er versprach kein Geld von mir zu wollen, ließ ich mich schließlich breitschlagen. Alles was er wollte war ein Foto zusammen mit mir und seinem Kumpel. Plötzlich standen 20 weitere Japaner um mich herum und fotografierten mich ebenfalls. Dann noch ein kleines Mädchen, das auch mit mir festgehalten werden wollte. Und ich? Tja, ich stand wie versteinert da und fragte nur, wer ich denn ihrer Meinung nach wäre. Doch alles was ich erfuhr war: „C’mon… you’re a Superstar!!“ Wenn dem so ist, frage ich mich wo das große Geld bleibt!! Vielleicht ist mein Blog auch in ganz Japan berühmt. In diesem Fall: Einen lieben Gruß!
Aber gut,…mit aufgepumpten Ego machte ich mich dann mit Kati auf zum nächsten Hawker Center (asiatische Fresstempel). Noch billiger als bei McDoof schlugen wir uns hier erneut die Bäuche voll.
Abends saßen wir dann im Hostel und plauderten mit anderen Backpackern aus England, der Schweiz und Deutschland über bisherige Reisen und verglichen Europa und Südostasien. Der Hang zur Philosophie, den sowieso jeder Backpacker mitbringt, wurde durch ein paar Bierchen und den herrlichen Ausblick von der Dachterrasse des Hostels auf Melaka automatisch angeheizt. Hier fiel dann auch die Entscheidung am nächsten Tag nach Gunung Ledang zu fahren. Ausschlaggebend war hier der Tipp, dass uns wunderschöne Wasserfälle erwarten sollten.
Die Busreise am nächsten Morgen gestaltete sich dann ein wenig umständlicher. Zumal wir diesmal auf „local busses“ angewiesen waren und somit nicht den touristischen Standart der Expressbusse hatten. Aber es macht so natürlich noch mehr Spaß – der Abenteuergeist war geweckt!
Entsprechend wurden wir dann von den anderen Fahrgästen auch angeguckt: „Weiße Touristen in unserem Bus!?“ schien auf jedermanns Stirn geschrieben zu sein. Selbst in den Dörfern, durch die wir fuhren, lösten wir meist stauende Blicke aus, so fass sogar mit Fingern auf uns gezeigt wurde. Besondern Kati schien mit ihrem „goldenen Haar“ aufzufallen. 
Nach 3 Std näherten wir uns schließlich unserem Ziel und so gingen wir zum Busfahrer vor, um ihn noch einmal daran zu erinnern uns auch ja an der richtigen Haltestelle raus zu lassen. Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass er den 15 to schweren Bus aber gar nicht wirklich lenkte, sondern nur mit seinen Handballen auf dem Lenkrad ruhte. Seine Hände brauchte er, um Papier zu falten und mit einem Taschenmesser klein zu schneiden. Auch die Augen waren dementsprechend eher auf das Geschehen in seiner Hand gerichtet als auf das der Straße. Dennoch, auf einmal bremste er, öffnete die Tür und wir stiegen aus - lebendig. Als sich die Staubwolke schließlich verzog, orientierten wir uns. Doch wir standen in der Mitte vom Nichts. Nur ein großes Schild deutete uns den Weg zum Nationalpark.
Nach 2 km Marsch durchs Nichts kamen wir schließlich an den Ausläufern der Wasserfälle an und wir checkten in ein Ressort ein, das ebenfalls lag. Immerhin kostete die Nacht hier 20 € pro Nase in einem Deluxe Doppelzimmer (andere wollte man uns nicht geben). Und wieder luden wir nur kurz unser Gepäck ab und bestiegen den Mount Ophir, um die Wasserfälle zu finden. Nach gut 20 Minuten kamen wir dann an den ersten größeren Wassersturz und sprangen ins (endlich mal) kühle Nass. Als ich dann die Kamera zum Fotoschießen holen wollte wurde ich plötzlich von Kati zurück ins Wasser gepfiffen: „Ben, Ben, Beeeeen!! Ahhh…ein Leguan!!“. Auf die Schnelle nicht wissend, was mich den nun beißen wolle, sprang ich auch zurück ins Wasser. Wahrscheinlich schrie ich dabei wie ein kleines Mädchen, doch dies soll nicht so überliefert werden… :) Als ich mich dann umdrehte, sah ich noch den ca. 1 m langen Schwanz des Leguans hinter einem Felsen verschwinden. Insgesamt muss dieses Ding also eine Länge von ca. 3 Metern gehabt haben. Froh noch alle (!) Gliedmaßen am Körper zu wissen, stiegen wir den Berg weiter hinauf und kamen an eine noch schönere Stelle des Wasserfalls, wo wir dann schließlich für eine ganze Weile nur die Seele baumeln ließen, bevor es dann am späten Nachmittag zurückging.



Das Abendprogramm im Ressort beschränkte sich dann auf (nicht ganz tolles) Essen, so dass wir im Zimmer schließlich vor der Glotze landeten. Und da passierte es: In der Werbung kam ein Spot, der dazu einlud jetzt die Greatest Hits der jemals größten Superstars zu kaufen: MODERN TALKING!!! Mir fiel alles aus dem Gesicht, als ich Dieter Bohlen und Thomas Anders über den Bildschirm hampeln und kreischen sah. Mein neu gewonnenes Superstar-Ego war sogleich am Boden zerstört.
Am nächsten Morgen machten wir uns schließlich mit dem Bus auf nach Segamat, von wo aus wir dann mit der Bahn zurück nach Singapur fuhren…

Samstag, 27. Oktober 2007

Umgezogen

Am 25. Oktober war unser neues Apartment endlich beziehbar. Kaum zu beschreiben, wie sehr ich mich gefreut habe, aus dem Hostel in Little India raus zu kommen. Es lag nicht daran, dass es schlecht war. Doch für 8 Tage Schlafzimmer, Dusche, WC etc mit laufend anderen Leuten zu teilen, macht nicht unbedingt Spaß. Auch wenn es vielleicht ein wenig an die Zeit bei der Bundeswehr erinnerte, aber dort waren die Leute nach wenigen Tagen und Wochen vertraut.
Um so krasser dann der „Tapentenwechsel“. Über einen Private Lift gelangt man direkt in unser Penthouse im 17. und 18. Stock des Palm Gardens an der MRT Haltestelle Choa Cho Kang. Man tritt in unser Wohnzimmer ein, welches von einer umwerfend hübschen, grünen Couch geschmückt wird. Meinen ostdeutschen Mitbewohnern gefiel die Couch auf den ersten Blick, sei an dieser Stelle gesagt. Ob dies etwas mit ihrer „innerarchitektonischen Vergangenheit“ zu tun hat sei dahin gestellt. Die Küche die vom angrenzten Esszimmer abgeht wirkt wie neu, da die Vormieter diese so gut wie nie benutzt haben. Mein Zimmer ist dann von einem kleinen Flur aus erreichbar. Das Bad teile ich mir mit Kati und ist über eine Tür jeweils von unseren Zimmern erreichbar. Im Obergeschoss befindet sich dann der Master Bedroom, indem eure Hoheiten Chris und Janine hausen, und der Study Room, der ebenfalls über ein eigenes Bad verfügt und zu Franzis Zimmer umfunktioniert wurde.
Zu der Wohnung gehören noch zwei Dachterrassen, die uns über Stadtgebiet und angrenzte Parks blicken lassen. Auch ein Blick auf unseren Pool und die Tennisplätze, die wir selbstverständlich auch nutzen dürfen, ist von hier aus zu erhaschen. Im Clubhouse am Pool befindet sich dann auch Dampfbad, Bowlingbahn und Fitnessraum.




An dieser Stelle ein kurzes Zwischenfazit: Es lässt sich in Singapur für relativ wenig Geld leben wie Gott in Frankreich. Es mag sicherlich dekadent und ziemlich vermessen wirken. Und so fühlt es sich auch der Zeit sicherlich an. Doch muss man sich einfach daran gewöhnen, dass das Hausen in Singapur ein anderes ist als in Deutschland oder gar ganz Europa.
Tja und so wundert es nicht, dass unser mein Alltag im Moment, wo die Vorlesungen noch nicht begonnen haben, recht entspannt ist. Nehmen wir den bisherigen heutigen Tag als Beispiel. Um 9.30 Uhr bin ich aufgestanden und habe kurz gefrühstückt. Natürlich viel frisches Obst, denn dies ist hier sehr günstig. Anschließend, habe ich eine Stunde Sport im Fitnessstudio gemacht und bin dann so gegen 11 Uhr für eine Stunde schwimmen gegangen.
Tja, dann sind wir zusammen in die nächste Mall gefahren zum Einkaufen. Diesmal jedoch Lebensmittel! Unsere Befürchtungen hatten sich schnell in Luft aufgelöst, denn hier scheint es eine noch größere Auswahl als in Deutschland zu geben und einheimische Kost ist zu bekommen.
Liebe Mutter, ich werde also nicht verhungern!!!

Dienstag, 23. Oktober 2007

Indien und China in einem Tag…

…das scheint nur in Singapur möglich zu sein – dank Little India und Chinatown. Ohne jemals in einem der beiden Länder gewesen zu sein, wage ich zu behaupten, dass beide Stadtteile den jeweiligen kulturellen Charme des Originals sehr gut reflektieren.
Little India ist im Gegensatz zum Rest Singapurs ein sehr hektischer Platz, an dem hauptsächlich Handel im wohl eher traditionellen Sinne betrieben wird. Gemüse-, Stoff- und Schmuckhändler reihen sich aneinander. Dazwischen finden sich immer wieder auch Gewürz- oder andere Lebensmittelhändler. Natürlich dürfen auch die „Henna-Tatoo“-Anbieter nicht fehlen.
Ein Gang durch die Straßen ist allein wegen der Vielfalt von unterschiedlichen Gerüchen wahnsinnig interessant. Dabei vermag ich allerdings nicht zu urteilen, was nun gut riecht und was nicht.
Eine weitere Erfahrung im kulinarischen Sinne bieten die vielen Imbisse, Restaurants und Straßenverkäufe. So haben Kati und ich uns heute aufgemacht in eines der Restaurants und haben uns durchprobiert. Folgende Fotos sollen hier einen kleinen Einblick gewähren.


...noch ein wenig skeptisch.


... Kati (mit Lassie) war da schon entspannter.


Anfangs fingen wir natürlich an, wie gut erzogene Kinder mit Gabel und Löffel zu essen (Messer hab ich hier noch nicht gesehen), aber die Einheimischen rundherum fingen an und anzugucken. Es war also schnell klar, dass wir irgendetwas nicht richtig machen würden. Oder alle anderen machten etwas falsch… Schließlich fingen wir also an die Leute (immer noch kauend wie die Lamas) zu begaffen um herauszufinden, was die denn nun anders machen würden. Schnell fiel auf, dass alle mit den Händen aßen. Soßen in den Reis, mit den Finger vermengen, zu einem Klumpen kneten und ab in den Mund.
So haben wir es dann auch versucht. Jemand hätte mir jedoch sagen können, dass der Reisberg vor mir eine geschätzte Temperatur im Bereich „Kernschmelze“ hatte!! Aber sobald der Schmerz nachgelassen hatte und der Reis ein wenig abgekühlt war, fing es tatsächlich an Spaß zu machen und die Leute starrten uns auch nicht mehr so an.




Dazu gab’s dann selbstverständlich den landesüblichen Jogurt-Drink „Lassie“ mit Mangogeschmack. Der gehört genau zu indischem Essen wie Bier zu deutschem.

Abends sind wir dann gerade mal 2 Metrostationen weitergefahren und waren im Herzen Chinas gelandet. Dieser bestand jedoch mehr aus Markt und den entsprechenden Händlern von Tüchern, T-Shirts, Porzellan, Kräutern, Trockenfleisch, etc.
Aber auch dies ist eine klasse Erfahrung gewesen, bei dir natürlich auch das eine oder andere Souvenir ersteigert wurde.
Gegessen haben wir dann allerdings wieder im typischen Singapur – in einer Mall. Heute hatte es uns dann allerdings nach Tagen mit Soja- und Bambussprossen, Reis, Hünchen und undefinierbaren, nie zuvor gegessenen, Gemüsesorten dann doch wieder zu „heimischen“ Essen hingezogen. Der nächste Subway wurde somit von uns erobert. Und auch wenn das Essen bisher immer schmeckte, war es doch toll mal wieder in etwas zu beißen, das man Stück für Stück identifizieren konnte…

Montag, 22. Oktober 2007

Die ersten Eindrücke fotografisch festgehalten



Mit Doppelklick kann man das ganze auch in groß und mit Kommentaren schauen.

Samstag, 20. Oktober 2007

Ich kann es jetzt auch!

Dank Tim (Danke Tim) weiß ich jetzt wie ich Bilder hochladen kann. Versucht es also nicht weiter; das erste Bier geht an Tim!! :)

Der erste Eindruck / die ersten Tage



Am 17. Oktober ging es nun also endlich pünktlich zur Mittagszeit von Berlin/ Tegel aus los Richtung Asien. Der Flug war eigentlich recht entspannt und nach der Hälfte der Strecke haben wir dann auf dem Rastplatz „Doha International Airport“ auch kurze Rast (5 Std) eingelegt und haben uns die Beine vertreten. Abgesehen von zwei oder drei Duty Free Shops und 3 Fresstempeln gab es da wirklich nicht viel zu sehen. Die faszinierendste Erkenntnis, die ich über Qatar gewinnen konnte war, dass bis dahin gerade mal +1 Std Zeitverschiebung gegenüber Deutschland herrscht. Man halte sich an dieser Stelle vor Augen, dass Dubai beispielsweise bereits 3 Std voraus ist. Wer mir dies erklären kann, dem sei an dieser Stelle bereits ein Bier versprochen. :)
Am 18. Oktober kamen wir schließlich zur Mittagszeit in Singapur an. Die ersten Stigmata, von denen man im Vorwege hörte sollten sich gleich nach Ankunft bestätigen. Dazu zählen Sauberkeit, tropische Luftfeuchtigkeit, Hitze, aber auch freundliche Menschen.
Mit dem Taxi ging es dann zu unserer ersten Bleibe: Das InnCrowd in Little India von Singapur.

Eine typische Backpacker-Absteige soll an diese Stelle gesagt sein. Im Laufe der Tage trafen wir allerhand Leute von überall her, die meist schon längere Zeit in Südostasien und Australien verbracht haben. Was ich sehr klasse fand, dass darunter auch ältere Zeitgenosse unserer Gesellschaft sind. Frei nach dem Motto: mit Abendteuerlust und Rucksack gegen die Midlife Crisis. Man erinnere mich an die Möglichkeit dieser entgegen zu wirken, sobald ich auch in das Alter komme!
Am zweiten Tag standen dann Wohnungsbesichtigungen an. Die erste Maklerin, die wir trafen (danke Nina), zeigte uns zwei Wohnungen im so genannten Parc Oasis – eine Apartmentanlage, wie sie hier typisch sind: inkl. Pool, Squash, Fitnessraum, etc. Die Lage schien perfekt, da die nächste U-Bahn-Station nur ca. 150m entfernt und genau zwischen unseren beiden Campus (singular = plural) lag. Auch die Wohnung war ein Traum im 18. Stockwerk mit einen schier atemberaubenden Blick. Kati und ich (wir waren das Vorrausrückkommando) waren uns direkt sicher: Das wird unsere neue Bleibe. Dennoch wollte wir uns Nachmittags noch mit eine zweiten Maklerin treffen. Schließlich wäre es unhöflich gewesen ihr abzusagen, so sie sich doch so viel Arbeit gemacht hatte. So sind wir dann mit geheucheltem Interesse zur nächten Wohnungsbesichtigung gefahren. Und uns traf der Schlag! Die Wohnung, die wir nun sahen, war ein nicht nur ein Apartment sondern ein Penthouse über zwei Etagen (18. und 19. Stock). Die Zimmeraufteilung ist perfekt, jeder hat sein eigenes Bad, Dachterasse, noch größerer Pool und sogar eine Bowling-Bahn. Der Rest wie Fitness, etc versteht sich an dieser Stelle von selbst. :)
So haben wir hier zugeschlagen. Bilder von unserer neuen Heimat folgen in den nächsten Tagen oder Wochen. Wie gesagt, es zeige mir doch bitte jemand wie das funktioniert! Einzug ist dann für Mittwoch den 24. Oktober vorgesehen. Gerade noch rechtzeitig also bevor dann Chris, Janine und Franzi unsere WG komplettieren.
Bis dahin verbringen Kati und ich unsere Zeit weiter in dieser faszinierenden Stadt, die so schnelllebig, voll und multi-kulturell ist, aber dennoch eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Vielleicht liegt es auch daran, dann man mit 1,86 m Körpergröße stets den Überblick über die Asiaten behält.
Ich komme mir hier wirklich manchmal wie eine Riese vor. Die Haltegriffe in den U-Bahnen, die normalerweise über den Köpfen hängen, baumeln bei mir beinahe auf Kinnhöhe und auch bei den Türen muss ich schon ein wenig den Kopf einziehen. Problematisch wird bei meiner größe auch das Shopping, was hier übrigens DIE Lieblingsbeschäftigung der Einheimischen ist. T-Shirts passen in XL, Schuhe gibt’s in meiner Größe (45) gar nicht und mit einer Hosenbundweite von 33 bis 34 hat man es hier auch nicht leicht. Lange Hosen kann ich direkt vergessen. Die längsten Jeans haben hier 32!! Aber das Wetter lässt eigentlich nichts anderes als kurze Hosen zu. Daher auch nicht allzu wild.
Aber natürlich haben wir bisher nicht nur Shopping betrieben. Ganz im Gegenteil war dies eher Randbeschäftigung vor oder nach dem Essen, da sich die hier typischen Food Courts und Hawker Centre (für mich alles „Fresstempel“) häufig in den Einkaufszentren befinden. Wer asiatische Küche mag, wird das Essen hier lieben. Wer es nicht mag, dem wird nicht viel anderes als McDonald’s und Burger King übrig bleiben. Ich taste mich also langsam heran an das asiatische Essen. Zum Glück gibt’s häufig Bilder, anhand derer man dann bestellen kann. Nach dem aber bereits Schweinehirn und Schweinepimmelsuppe (ohne Scherz!!) auf der Speisekarte gesehen habe, frage ich jedes Mal fleißig nach den Zutaten. Meistens habe ich jedoch ein paar Verständnisprobleme, weil das Englisch hier doch ein anderes ist (Singlish). Man stelle sich also ein Chinesisch vor, das aus Englischen Wörtern besteht. Ein Beispiel aus dem Handyladen:

Ich: „Hi, how much ist his cell phone?”

Verkäufer: “Wi donn’t schell jeese fonns. Must godo stooore e sign hik kak mao chaaan! Sank you”

Ich: “Okay, great. Thank you, too.”

Kati: “Und? Was hat er gesagt?“

Ich: „Keine Ahnung. Lass uns einfach gehen!“

Noch schlimmer sieht es dann aus, wenn ich telefoniere. Ich versteh da kaum ein Wort. Es wird aber von Tag zu Tag besser. Es bedarf einfach ein wenig Zeit, um sich in diesen Dialekt reinzuhören. Ich bin also voller Zuversicht.
So weit der erste Statusbericht. Von den Sehenswürdigkeiten und anderen Dingen berichte ich dann in den kommenden Tagen und Wochen….

Hast du Blog oder was?

Auch ich habe nun einen Blog. Lange habe ich überlegt und war doch stets der Meinung, dass es irgendwie merkwürdig ist, wenn Menschen über eine Internetseite ihr Leben schildern und es somit der breiten Gefolgschaft zugänglich machen. Gerne verglich ich dies mit einer Art Exhibitionismus.
Nix desto Trotz hat es nun auch mich erwischt. Es ist wohl doch der einfachste Weg Euch darüber zu informieren, was ich hier in Singapur so treibe und was für Erfahrungen hier so auf mich einprasseln.
Auf dieser Seite / diesen Seiten will ich euch also in den nächsten Monaten hin und wieder mal einen Einblick geben, eine lustige und sicherlich auch mal ernsthafte Geschichte erzählen oder auch mal ein paar Bilder zeigen (sofern mir irgendwann mal jemand zeigen kann, wie das geht! L )

So, da Ihr die Seite nun immerhin schon mal angeklickt habt, scheint das Interesse geweckt zu sein! Auf geht’s also…. und viel Spaß!

Meine Reisekarte