Samstag, 24. November 2007

Ein Samstag auf dem Campus

Bisher habe ich immer von dem doch lockerem und freizeitorientiertem Leben in Singapur berichtet. Nun, dass das nicht jeden Tag so ist, kann man sich wohl vorstellen. Mit der Frage an mich selbst, über was ich denn nun diese Woche schreiben soll, will ich nun über meine gestrigen 2 Tage berichten, um ein wenig den Campus-Alltag zu schildern.
Das Übel brach am gestrigen Nachmittag über mich hinein. Ausgelöst wurde alles durch einen Anruf von Stefan – einem Kommilitonen und Gruppenmitglied meiner Managing Business Operations- Klasse. Er frug mich, ob ich denn für das morgige Treffen und die Vorlesung am Abend bereits vorbereitet sei. Von dem war ich dann völlig überrumpelt. Ja, Schweißperlen machten sich auf meiner Stirn breit. Und das lag nicht am Wetter.
Ich schnappte mir also mein Skript und fing an zu lesen. Noch hatte ich 60 Minuten Zeit mich in die Materie für die Vorlesung einzuarbeiten. Klar war an dem Punkt jedoch schon, dass ich es nicht schaffen würde.
Die Vorlesung begann dann mit einer Fallstudie, die ich nicht vorbereitet hatte und so völlig ahnungslos in der Vorlesung verweilte. Nach der Pause ging es dann weiter mit Statistikgrundlagen, die ich zwar schon einmal an der Fachhochschule in Leverkusen gehört, aber nie wirklich verstanden hatte. Und bei dem Tempo, dass die Dozenten hier in den Vorlesung vorgeben, blieb meine Ahnungslosigkeit auch weiter bestehen.
Völlig frustriert machte ich mich also auf den Weg nach Hause und fing an die Vorlesung des Abend nachzubereiten, die Vorlesung (im selben Fach) des Vortages vorzubreiten und mir auch noch Gedanken über die Fallstudie zu machen, die ich mit meiner Gruppe am nächsten Tag besprechen sollte.
Mein Glück war, dass ich eh nicht schlafen konnte und so bis 3 Uhr morgens vor dem Computer und Skripten saß. Nach 4,5 Stunden Schlaf klingelte dann der Wecker. Ich machte mich auf, fing an zu lesen, aber konnte die Augen noch nicht wirklich öffnen. Da half nur eins: Schwimmen (im bereits vorgestellten hauseigenen Pool).
Danach las ich dann noch schnell den Rest und machte mich auf zum Campus. Ein Bus fährt zum Glück direkt bei uns vor der Tür ab und so war 30 Minuten und somit eine Stunden zu früh am Campus. Der Zeitplan passte, da ich ja auch noch zu Mittag essen musste. McDonalds stand auf dem Speiseplan, begleitet von der Tagesschau, die ich mir zuvor auf meinen iPod (das ist ein MP3 Player) geladen hatte. Man will ja schließlich auf dem Laufenden bleiben.
Um 13 Uhr fand ich mich dann in der MBA Lounge ein, um mich mit meiner Gruppe (bestehend aus mir, 2 Singapurianerinnen, einer Japanerin und einem weiteren Deutschen) zu treffen. Wir diskutierten wild über den Case und mögliche Antworten, doch blieben selbst nach einer Stunde weiter ahnungslos. Statistik, Optimierungsrechnung und Simulationen sind dann doch Wissenschaften, die uns verschlossen blieben. Die anschließende Vorlesung zu den Gebieten brachte und schließlich auch nicht wirklich weiter, so dass wir unseren Dozenten aufsuchten. Der verriet und dann, dass wir uns nicht unbedingt Sorgen machten sollten. Er würde uns eine Excel-Datei zur Verfügung stellen, mit der die Lösung dann wohl recht einfach zu erarbeiten sei.
Somit machte sich bei uns allen Erleichterung breit. Wir suchten dann noch einen Termin für das nächsten Gruppentreffen heraus und entschieden (ist ja schließlich Samstag) noch ein Bierchen trinken zu gehen. Schließlich landeten wir in einer etwas anderen Formation in Holland Village in einer deutschen Bar namens „Baden“. Dort spendierten Stefan (der andere Deutsche in der Gruppe) und ich dann eine Würstchenplatte, um die unsere fremde Kultur ein wenig näher zu bringen. Die genossen wir dann mit guten Weißbier und Gesprächen über Deutschland und den Rest der Welt….

Hier mein Tag und der NTU Campus in Bildern:

1 Kommentar:

Jessica LZ11 hat gesagt…

Hallo Ben,
wir hoffen du hast dich gut in Singapur eingelebt.
Endlich kommst du auch mal wieder an die Arbeit *grins* und die Freizeit wird wie man liest mit lernen in der Nacht verbracht.
Wir wünschen dir weiterhin alles gute.

Jessica + Stephan
Grüßen aus dem kalten Leverkusen

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