Donnerstag, 29. November 2007

Mutti, man hat mir den Hintern versohlt!!!

Es ist Donnerstag und damit mein freier Tag. Gut, auch den Vormittag habe ich mal wieder mit Fallstudien und anderen Hausaufgaben verbracht, aber gegen 15 Uhr ließ ich dann den Computer runterfahren und schmiss die Bücher bei Seite. Heute stand noch einmal eine intensivere Entdeckung Chinatowns an.
Der Hauptgrund war allerdings, ein paar Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Aber als ich dann mit Kati zusammen aus der MRT-Station kam, wurden wir bereits auf den ersten Metern wie üblich angesprochen. Diesmal ging es um eine Massage. Dankend lehnte wir ab und gingen weiter. Doch warum eigentlich nicht? Wir drehten uns also wieder um und erkundigten uns nach den Preisen. 11 € sollte eine Body Massage für 25 Minuten kosten. Tja, für den Preis ließen wir uns natürlich nicht lumpen, gingen in die Folterkammer und los konnte es gehen! An dieser Stelle soll erwähnt sein, dass ich noch nie eine professionelle Massage bekommen habe und ein wenig mulmig wurde mir auch, als ich mich daran erinnerte was mir Jörg über das Verständnis von Body Massages in Shanghai erzählt. Denn dort kann man wohl in einigen Salons für ein wenig Aufpreis eine wirkliche „komplette“ Ganzkörpermassage erhalten.
Aber ich behielt meine Boxershorts an. Die darauf folgenden 25 min waren eine Achterbahnfahrt voller Entspannung, Schmerz, Angst und dem Glauben daran anschließend nur noch im Rollstuhl voran zu kommen. Am meisten Angstschweiß hatte ich auf der Stirn, als mir auf einmal der Hintern frei gelegt wurde und mir der Hintern durch Schläge massiert wurde. Ich glaube, dass ist mir das letzte Mal mit 5 passiert!!!
Aber mein Fazit: Klasse und unbedingt weiterzuempfehlen!
Voller Entspannung ging es weiter, um endlich die nötigen Weihnachtsbesorgungen zu erledigen. Doch wieder wurden wir nach wenigen Metern angesprochen. „Wie wär’s mit einem neuen, maßgeschneiderten Anzug?“ Nun ich hatte von den guten Angeboten gehört und ließ mich dazu überreden mich überreden zu lassen. Aber nicht ohne mein gelerntes Wissen aus 1,5 Jahren Einkauf anzuwenden. Ein kurzer Report:

Unternehmen: Schneiderei
Reputation: Bill Clinton und George W. Bush waren vor mir da (Fotos als Beweis)
Produkt: Jacket und Hose, maßgeschneidert
Schnitt: Hugo Boss
Material: außen: knitterfrei aus Italien, innen: Seide
1. Angebot: 50% Nachlass, weil ich Student bin
2. Angebot: 50% Nachlass und irgendwas inklusive, was sonst $100 kosten würde.
3. Angebot: Weitere 50% Nachlass

Dem Schneider standen die Tränen in den Augen, aber letztlich ließ er sich doch drauf ein. Ich habe mir zur Bestätigung auch noch einmal sein Auftragsbuch zeigen lassen. Und tatsächlich: normalerweise gehen seine Anzüge für den dreifachen Preis über den Ladentisch. Mein Zugeständnis an ihn war dann, dass ich meine nächsten Anzüge bei ihm auch kaufen würden, dass ich den normalen Preis bezahle, sobald ich in seinem Anzug Karriere gemacht habe und zum Bier musste ich ihn auch noch einladen.
Dann ging es endlich auf den Markt zu den Weihnachtsgeschenken. Weitere Verhandlungen sollten folgen und schließlich war mein Rucksack randvoll und mein Magen leer. Kati und ich entschieden uns dann thailändisch essen zu gehen. Die Entscheidung sollten wir dann auch nicht bereuen, denn wie man auf den Fotos sieht, war es super lecker. Und wo wir schon mal in Chinatown waren, durften natürlich auch die Frühlingsrollen nicht fehlen.
Der restliche Abend führte uns dann noch durch die Innenstadt, von der ich ha aber schon hinreichend berichtet habe… Was zu erwähnen und zu zeigen bleibt, sind die unzähligen Weihnachtsbäume, die an jeder Ecke stehen. Fröhliche Weihnachten! :)

Samstag, 24. November 2007

Ein Samstag auf dem Campus

Bisher habe ich immer von dem doch lockerem und freizeitorientiertem Leben in Singapur berichtet. Nun, dass das nicht jeden Tag so ist, kann man sich wohl vorstellen. Mit der Frage an mich selbst, über was ich denn nun diese Woche schreiben soll, will ich nun über meine gestrigen 2 Tage berichten, um ein wenig den Campus-Alltag zu schildern.
Das Übel brach am gestrigen Nachmittag über mich hinein. Ausgelöst wurde alles durch einen Anruf von Stefan – einem Kommilitonen und Gruppenmitglied meiner Managing Business Operations- Klasse. Er frug mich, ob ich denn für das morgige Treffen und die Vorlesung am Abend bereits vorbereitet sei. Von dem war ich dann völlig überrumpelt. Ja, Schweißperlen machten sich auf meiner Stirn breit. Und das lag nicht am Wetter.
Ich schnappte mir also mein Skript und fing an zu lesen. Noch hatte ich 60 Minuten Zeit mich in die Materie für die Vorlesung einzuarbeiten. Klar war an dem Punkt jedoch schon, dass ich es nicht schaffen würde.
Die Vorlesung begann dann mit einer Fallstudie, die ich nicht vorbereitet hatte und so völlig ahnungslos in der Vorlesung verweilte. Nach der Pause ging es dann weiter mit Statistikgrundlagen, die ich zwar schon einmal an der Fachhochschule in Leverkusen gehört, aber nie wirklich verstanden hatte. Und bei dem Tempo, dass die Dozenten hier in den Vorlesung vorgeben, blieb meine Ahnungslosigkeit auch weiter bestehen.
Völlig frustriert machte ich mich also auf den Weg nach Hause und fing an die Vorlesung des Abend nachzubereiten, die Vorlesung (im selben Fach) des Vortages vorzubreiten und mir auch noch Gedanken über die Fallstudie zu machen, die ich mit meiner Gruppe am nächsten Tag besprechen sollte.
Mein Glück war, dass ich eh nicht schlafen konnte und so bis 3 Uhr morgens vor dem Computer und Skripten saß. Nach 4,5 Stunden Schlaf klingelte dann der Wecker. Ich machte mich auf, fing an zu lesen, aber konnte die Augen noch nicht wirklich öffnen. Da half nur eins: Schwimmen (im bereits vorgestellten hauseigenen Pool).
Danach las ich dann noch schnell den Rest und machte mich auf zum Campus. Ein Bus fährt zum Glück direkt bei uns vor der Tür ab und so war 30 Minuten und somit eine Stunden zu früh am Campus. Der Zeitplan passte, da ich ja auch noch zu Mittag essen musste. McDonalds stand auf dem Speiseplan, begleitet von der Tagesschau, die ich mir zuvor auf meinen iPod (das ist ein MP3 Player) geladen hatte. Man will ja schließlich auf dem Laufenden bleiben.
Um 13 Uhr fand ich mich dann in der MBA Lounge ein, um mich mit meiner Gruppe (bestehend aus mir, 2 Singapurianerinnen, einer Japanerin und einem weiteren Deutschen) zu treffen. Wir diskutierten wild über den Case und mögliche Antworten, doch blieben selbst nach einer Stunde weiter ahnungslos. Statistik, Optimierungsrechnung und Simulationen sind dann doch Wissenschaften, die uns verschlossen blieben. Die anschließende Vorlesung zu den Gebieten brachte und schließlich auch nicht wirklich weiter, so dass wir unseren Dozenten aufsuchten. Der verriet und dann, dass wir uns nicht unbedingt Sorgen machten sollten. Er würde uns eine Excel-Datei zur Verfügung stellen, mit der die Lösung dann wohl recht einfach zu erarbeiten sei.
Somit machte sich bei uns allen Erleichterung breit. Wir suchten dann noch einen Termin für das nächsten Gruppentreffen heraus und entschieden (ist ja schließlich Samstag) noch ein Bierchen trinken zu gehen. Schließlich landeten wir in einer etwas anderen Formation in Holland Village in einer deutschen Bar namens „Baden“. Dort spendierten Stefan (der andere Deutsche in der Gruppe) und ich dann eine Würstchenplatte, um die unsere fremde Kultur ein wenig näher zu bringen. Die genossen wir dann mit guten Weißbier und Gesprächen über Deutschland und den Rest der Welt….

Hier mein Tag und der NTU Campus in Bildern:

Mittwoch, 14. November 2007

Ein paar „freie“ Gedanken zu / über Singapur

• Englisch ist hier „Singlish“ und kaum zu verstehen.

• Asien ist für kleinere Leute als mich gebaut. Die Folge sind Beulen am Kopf.

• Haltegriffe im Bus hängen mir auf Brusthöhe.

• Das Essen ist meist günstig und lecker. Ausnahmen bilden Gerichte wie Schweinenieren, Schweinehirn, Geflügelherzen, Innerein, etc.

• „Ausgewogene Ernährung“ bleibt ein Trend, der Europa vorbehalten ist.

• In die Bahn einsteigen erfolgt meist nach der Devisen: „Wer am besten drängelt, bekommt des besten Platz!“

• Um aus einer Bar angeheitert wieder raus zu kommen, benötige ich min €25.

• Man geht hier nach draußen, um sich aufzuwärmen.

• Schiffe stehen hier im Stau, um im Hafen entladen zu können.

• In Geschäften wird man häufig von mehreren Verkäufern gleichzeitig betreut.
Faszinierend daran: Je näher man der Kasse kommt, desto größer die Verkaufsbetreuung.

• Ein Stück Mozarella kostet € 3,50.

• Hier gibt’s kein McDrive, dafür McDelivery. Der BigMäc wird also nach Hause geliefert.

• Ich beginne bei 25° Wassertemperatur mit hektischen Bewegungen, weil mir das Nass zu kühl ist.

• Hot Dogs gibt’s auch hier. Allerdings mit Geflügelwurst, und ohne Röstzwiebeln, Remoulade und Gurken. Dafür mit Chili Soße.

• Lebensmitteleinkäufe bringt man nicht selbst nach Hause. Sie werden geliefert.

• Handybesitzer zahlen auch für Gespräche, die sie entgegen nehmen.

• In Deutschland protzen manche Männer am Strand mit ihrer Brustbehaarung. In Singapur protzen manche Männer am Strand mit Scharmbehaarung.

• Wäsche trocknen kann bei >90% Luftfeuchtigkeit laaange dauern.

• Ich hatte hier noch kein einziges Mal kalte Füße, obwohl ich den ganzen Tag barfuß oder in Flipflops laufe.

• Statt mit Unterschrift zeichne ich meine Bankgeschichte mit Fingerabdruck gegen. Erst später fand ich heraus, dass dies eigentlich für Analphabeten gedacht ist.

• Singapur hat keine Mülldeponie. Singapur hat eine Müllinsel! (zwischen Singapur und Indonesien)

• Pflanzen müssen nicht gegossen werden. Sie trinken Luft.

Donnerstag, 8. November 2007

Staatsantritt

Tja, wie soll ich diese Geschichte nun am besten beginnen? Vielleicht mit einem kleinen Rückblick auf meine Begegnungen mit der Macht in persona.
Wir schreiben das Jahr 2000 und ich bin in Washington D.C. im Weißen Haus zu Gast. Natürlich nur als normaler Besucher, doch nur eine spanische Wand sollten mich und den 42. Präsidenten der USA, William J. (a.k.a. Bill) Clinton, voneinander trennen.
Nur einige Wochen später traf ich dann auf der Kieler Woche auf den gerade aus Amt und Würden verabschiedeten Roman Herzog. Ich war zugegeben schon ein wenig angeduselt, doch konnte ich ihn spontan in ein kurzes Gespräch verwickeln, dass wie folgt ablief:

Ich: Wi…wi…wi…wi…wi…wi…wissen sie eigentlich wer sie sind?
Roman: (lächelt und steigt in seine Limousine.)

2 Jahre später war ich dann bereits souveräner im Umgang mit der mächtigen der Politik als ich auf die damalige Ministerpräsidentin des schönsten Bundeslandes der Welt treffen sollte: Heide Simonis. Heute ist sie sicherlich eher als Tanzstar bekannt, doch findet sie darin ähnlich wenig Anerkennung. Doch zurück zu meine Souveränität: Ich nahm mir damals ein Herz und bat sie um ein Autogramm für meinen damaligen Politiklehrer (der nicht ganz von ihr überzeugt war / ist) und war erfolgreich.
Heute nun sollte es zu einer weiteren Begegnung kommen. Doch der Reihe nach…
Der heutige Feiertag begann für mich mit ein paar Runden im Pool bevor mich die Langeweile packte und ich entschloss ins Zentrum Singapurs zu fahren, um einen Radiowecker zu kaufen. Sicherlich war dies nur eine Lüge an mich selbst. Die eigentliche Motivation löste die Hoffung aus, das eine oder andere Schnäppchen in möglichen Feiertags-Sales machen zu können.
An meinem Ziel angekommen, landete ich jedoch zunächst bei Burger King. Dort setzte sich dann Jocelyn, eine kanadische Austauschstudentin, zu mir und wir kamen über Land und Leute ins Gespräch. Schließlich erzählte sie mir, dass sie gerade aus dem Präsidentenpalast kommen würde. Heute sei einer von 5 Tagen im Jahr, an dem die Möglichkeit besteht diesen zu bestaunen.
Kurzerhand änderten sich somit meine Pläne und ich machte mich auf zum Istana (so heißt der Sitz des Präsidenten offiziell).
Nach eine langen Warteschlange und einer flüchtigen Sicherheitskontrolle war ich dann in den Gärten des Palastes. Ein paar Eindrücke habe ich versucht fotografisch festzuhalten. Die Anlage war einfach atemberaubend und ich guckte wohl auch nicht schlecht als ich entdeckte, dass der Präsident sein eigenen Golfplatz hat. Es soll an dieser Stelle angemerkt werden, dass sich der Palast und somit auch der Golfplatz im Herzen des Zentrums Singapurs befindet.
Nach ca. 1 km Fußmarsch war ich dann vor dem Hauptgebäude angekommen, wo sich zugleich eine Horde Fotografen um einen Mädchenchor vor dem Eingang drängte. Die Neugier packte mich und so mutierte auch ich mal zu einem Gaffer. Sicherlich hatte ich es mit meiner Größe recht einfach, da ich einfach über die anderen 100 Leuten hinweggucken konnte. Ich erblickte dann einen älteren Herrn, der gerade aus dem Palast kam. Das Gesicht hatte ich zuvor bereits auf Bildern gesehen, so dass es sich um Präsident Sellapan Ramanathan alias S.R. Nathan höchst persönlich handeln musste. Schnell zückte auch ich meine Kamera und fotografierte über die gierige Fotografenmasse hinweg.
Voller stolz den Präsidenten gesehen zu haben, ging ich als nächstes in den Palast, um zu schauen, wie denn meine neuer Freund Nathan zu haust. Er vertrieb sich derweilen die Zeit, indem er den schrillen Klängen des Chors lauschen musste. Schnell fand ich heraus, dass Nathan ein Fan deutscher Service sein muss, denn einige der Porzelanstücke kamen aus der Heimat. Vorbei an Kunstwerken aus aller Herren Länder geleitete mich dann eine Sicherheitskraft freundlich hinaus. Zu lange durfte ich wohl nicht gucken.
Draußen angekommen begegnete ich Nathan wieder. Inzwischen war er umgestiegen in seine Präsidentenlimousine: ein Golfkart (!) und sauste an mir vorbei. Ich beschloss mir seine Gärten weiter anzuschauen, doch Nathan ließ mich nicht mehr in Ruhe. Denn auch hier tauchte er kurze Zeit später WIEDER auf. Leicht genervt ging ich dann wieder Richtung Ausgang als sich von hinter einmal mehr die Präsidentenlimousine näherte. Ich zückte also noch mal meine Kamera. Nathan wollte mir anscheinend noch mal seine Schokoladenseite (keine Anspielung auf seine Hautfarbe) zeigen. Als ich schließlich abdrückte, hielt er an und reichte mir die Hand. Ich erklärte ihm kurz, dass ich aus Deutschlang käme und die nächsten 1,5 Jahre in Singapur verbringen werden. Er freute sich und wünschte mir eine gute Zeit in seinem / meinem neuen Land.
Am Ausgang angekommen traf ich el Presidente noch einmal. Diesmal zusammen mit der First Lady. Doch diesmal lies ich die beiden links liegen. Veralbern lass ich mich schließlich nicht gerne!!!

Samstag, 3. November 2007

C’mon, you’re a superstar…

Es war Mittwoch, der 31. Oktober. Nur noch 4 Tage und schon wäre der schöne und lange Urlaub vorbei. Ab Montag heißt es dann also bis Mitte Dezember die Schul- bzw. Business School – Bank drücken. Kati und mich überkam die Angst des Alltages. Kurzerhand schlugen wir also den Lonley Planet (Reiseführer) auf und entschlossen uns dazu einen Kurztrip nach Malaysia zu unternehmen. Zumindest für ein paar Tage wollten wir noch einmal raus. Meine anderen Mitbewohner waren auf die Schnelle dann leider nicht mehr zu überreden oder hatten auch keine Zeit.
Ich holte also meinen gerade verstauten Rucksack raus, schmiss ein paar Sachen zum Wechsel hinein, legte meinen Pass bereit und ging schlafen.
Mitten in der Nacht (um 7.30 Uhr) klingelte dann der Wecker. Kurz geduscht und schnell gefrühstückt, setzten wir uns in die MRT (U-Bahn in Singapur) und fuhren bis zum Busbahnhof. Zu unserem Glück wartete noch der nächste Bus bis Melaka und für 8 € (im Folgenden werde ich immer gleich umrechnen) saßen wir mit Ticket und einem Lächeln im Bus auf dem Weg nach Malaysia.
Nach 4 ½ Std Fahrt und einer langen Grenzkontrolle waren wir schließlich in dem kleinen Städtchen Melaka angekommen. Kurzerhand stiegen wir um in ein Taxi und machten uns zum ersten Hostel auf, das der Lonley Planet führte. Für 5 € pro Nase checkten wir in ein Doppelzimmer mit Klimaanlage ein, schmissen aber nur kurz unsere Sachen hinein und machten uns auf in die sehenswerte Altstadt. Auf dem Weg dorthin machten wir völlig ausgehungert Rast in der nächsten Futterbude, was ausgerechnet ein McDoof sein sollte. Als BWLer hier ein kurzer Kommentar zum BigMäc – Indikator: Das Menü für ca. 1,50 €.
In der Altstadt angekommen, lud uns der Lonely Planet zu einem Erkundungsspaziergang ein: 2,2 km, Dauer: 3 Std. Was gleich auffiel war der holländische und portugiesische Einfluss aus den letzten Jahrhunderten. So steht auch heute noch im Zentrum das rote „Stadthuys“, das mit Steinen aus dem niederländischen Zeeland erbaut wurde. Weiter ging unsere Reise durch enge, aber sehr schöne Gassen, vorbei an Tempeln aller Religionen und Museen. An dem „Baba-Nonya Heritage Museum“ machten wir schließlich halt. Ein prunkvolles Haus, das einem chinesischen Geschäftsmann Ende des 18 Jh. gehörte. Beinahe sämtliche Möbel im Inneren waren von nahezu unschätzbarem Wert und aus China importiert.
Am Ende des Stadtrundganges kamen wir dann auf den St. Paul’s Hill. Hier steht eine malerische Kirchenruine (siehe Fotos). Zusammen mit einer (meiner Meinung nach) japanischen Reisgruppe versuchten wir dann das beste Motiv mit unseren Kameras einzufangen. Nach kurzer Zeit und vielen interessierten Blicken, kam dann einer aus der Gruppe zu mir uns fragte mich nach „Photo, Photo“. Der gemeine Europäer denkt dabei natürlich sofort an eine Falle und lehnt dankend ab. Doch mein Gegenüber ließ nicht locker und nachdem er versprach kein Geld von mir zu wollen, ließ ich mich schließlich breitschlagen. Alles was er wollte war ein Foto zusammen mit mir und seinem Kumpel. Plötzlich standen 20 weitere Japaner um mich herum und fotografierten mich ebenfalls. Dann noch ein kleines Mädchen, das auch mit mir festgehalten werden wollte. Und ich? Tja, ich stand wie versteinert da und fragte nur, wer ich denn ihrer Meinung nach wäre. Doch alles was ich erfuhr war: „C’mon… you’re a Superstar!!“ Wenn dem so ist, frage ich mich wo das große Geld bleibt!! Vielleicht ist mein Blog auch in ganz Japan berühmt. In diesem Fall: Einen lieben Gruß!
Aber gut,…mit aufgepumpten Ego machte ich mich dann mit Kati auf zum nächsten Hawker Center (asiatische Fresstempel). Noch billiger als bei McDoof schlugen wir uns hier erneut die Bäuche voll.
Abends saßen wir dann im Hostel und plauderten mit anderen Backpackern aus England, der Schweiz und Deutschland über bisherige Reisen und verglichen Europa und Südostasien. Der Hang zur Philosophie, den sowieso jeder Backpacker mitbringt, wurde durch ein paar Bierchen und den herrlichen Ausblick von der Dachterrasse des Hostels auf Melaka automatisch angeheizt. Hier fiel dann auch die Entscheidung am nächsten Tag nach Gunung Ledang zu fahren. Ausschlaggebend war hier der Tipp, dass uns wunderschöne Wasserfälle erwarten sollten.
Die Busreise am nächsten Morgen gestaltete sich dann ein wenig umständlicher. Zumal wir diesmal auf „local busses“ angewiesen waren und somit nicht den touristischen Standart der Expressbusse hatten. Aber es macht so natürlich noch mehr Spaß – der Abenteuergeist war geweckt!
Entsprechend wurden wir dann von den anderen Fahrgästen auch angeguckt: „Weiße Touristen in unserem Bus!?“ schien auf jedermanns Stirn geschrieben zu sein. Selbst in den Dörfern, durch die wir fuhren, lösten wir meist stauende Blicke aus, so fass sogar mit Fingern auf uns gezeigt wurde. Besondern Kati schien mit ihrem „goldenen Haar“ aufzufallen. 
Nach 3 Std näherten wir uns schließlich unserem Ziel und so gingen wir zum Busfahrer vor, um ihn noch einmal daran zu erinnern uns auch ja an der richtigen Haltestelle raus zu lassen. Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass er den 15 to schweren Bus aber gar nicht wirklich lenkte, sondern nur mit seinen Handballen auf dem Lenkrad ruhte. Seine Hände brauchte er, um Papier zu falten und mit einem Taschenmesser klein zu schneiden. Auch die Augen waren dementsprechend eher auf das Geschehen in seiner Hand gerichtet als auf das der Straße. Dennoch, auf einmal bremste er, öffnete die Tür und wir stiegen aus - lebendig. Als sich die Staubwolke schließlich verzog, orientierten wir uns. Doch wir standen in der Mitte vom Nichts. Nur ein großes Schild deutete uns den Weg zum Nationalpark.
Nach 2 km Marsch durchs Nichts kamen wir schließlich an den Ausläufern der Wasserfälle an und wir checkten in ein Ressort ein, das ebenfalls lag. Immerhin kostete die Nacht hier 20 € pro Nase in einem Deluxe Doppelzimmer (andere wollte man uns nicht geben). Und wieder luden wir nur kurz unser Gepäck ab und bestiegen den Mount Ophir, um die Wasserfälle zu finden. Nach gut 20 Minuten kamen wir dann an den ersten größeren Wassersturz und sprangen ins (endlich mal) kühle Nass. Als ich dann die Kamera zum Fotoschießen holen wollte wurde ich plötzlich von Kati zurück ins Wasser gepfiffen: „Ben, Ben, Beeeeen!! Ahhh…ein Leguan!!“. Auf die Schnelle nicht wissend, was mich den nun beißen wolle, sprang ich auch zurück ins Wasser. Wahrscheinlich schrie ich dabei wie ein kleines Mädchen, doch dies soll nicht so überliefert werden… :) Als ich mich dann umdrehte, sah ich noch den ca. 1 m langen Schwanz des Leguans hinter einem Felsen verschwinden. Insgesamt muss dieses Ding also eine Länge von ca. 3 Metern gehabt haben. Froh noch alle (!) Gliedmaßen am Körper zu wissen, stiegen wir den Berg weiter hinauf und kamen an eine noch schönere Stelle des Wasserfalls, wo wir dann schließlich für eine ganze Weile nur die Seele baumeln ließen, bevor es dann am späten Nachmittag zurückging.



Das Abendprogramm im Ressort beschränkte sich dann auf (nicht ganz tolles) Essen, so dass wir im Zimmer schließlich vor der Glotze landeten. Und da passierte es: In der Werbung kam ein Spot, der dazu einlud jetzt die Greatest Hits der jemals größten Superstars zu kaufen: MODERN TALKING!!! Mir fiel alles aus dem Gesicht, als ich Dieter Bohlen und Thomas Anders über den Bildschirm hampeln und kreischen sah. Mein neu gewonnenes Superstar-Ego war sogleich am Boden zerstört.
Am nächsten Morgen machten wir uns schließlich mit dem Bus auf nach Segamat, von wo aus wir dann mit der Bahn zurück nach Singapur fuhren…

Meine Reisekarte