Samstag, 27. Oktober 2007

Umgezogen

Am 25. Oktober war unser neues Apartment endlich beziehbar. Kaum zu beschreiben, wie sehr ich mich gefreut habe, aus dem Hostel in Little India raus zu kommen. Es lag nicht daran, dass es schlecht war. Doch für 8 Tage Schlafzimmer, Dusche, WC etc mit laufend anderen Leuten zu teilen, macht nicht unbedingt Spaß. Auch wenn es vielleicht ein wenig an die Zeit bei der Bundeswehr erinnerte, aber dort waren die Leute nach wenigen Tagen und Wochen vertraut.
Um so krasser dann der „Tapentenwechsel“. Über einen Private Lift gelangt man direkt in unser Penthouse im 17. und 18. Stock des Palm Gardens an der MRT Haltestelle Choa Cho Kang. Man tritt in unser Wohnzimmer ein, welches von einer umwerfend hübschen, grünen Couch geschmückt wird. Meinen ostdeutschen Mitbewohnern gefiel die Couch auf den ersten Blick, sei an dieser Stelle gesagt. Ob dies etwas mit ihrer „innerarchitektonischen Vergangenheit“ zu tun hat sei dahin gestellt. Die Küche die vom angrenzten Esszimmer abgeht wirkt wie neu, da die Vormieter diese so gut wie nie benutzt haben. Mein Zimmer ist dann von einem kleinen Flur aus erreichbar. Das Bad teile ich mir mit Kati und ist über eine Tür jeweils von unseren Zimmern erreichbar. Im Obergeschoss befindet sich dann der Master Bedroom, indem eure Hoheiten Chris und Janine hausen, und der Study Room, der ebenfalls über ein eigenes Bad verfügt und zu Franzis Zimmer umfunktioniert wurde.
Zu der Wohnung gehören noch zwei Dachterrassen, die uns über Stadtgebiet und angrenzte Parks blicken lassen. Auch ein Blick auf unseren Pool und die Tennisplätze, die wir selbstverständlich auch nutzen dürfen, ist von hier aus zu erhaschen. Im Clubhouse am Pool befindet sich dann auch Dampfbad, Bowlingbahn und Fitnessraum.




An dieser Stelle ein kurzes Zwischenfazit: Es lässt sich in Singapur für relativ wenig Geld leben wie Gott in Frankreich. Es mag sicherlich dekadent und ziemlich vermessen wirken. Und so fühlt es sich auch der Zeit sicherlich an. Doch muss man sich einfach daran gewöhnen, dass das Hausen in Singapur ein anderes ist als in Deutschland oder gar ganz Europa.
Tja und so wundert es nicht, dass unser mein Alltag im Moment, wo die Vorlesungen noch nicht begonnen haben, recht entspannt ist. Nehmen wir den bisherigen heutigen Tag als Beispiel. Um 9.30 Uhr bin ich aufgestanden und habe kurz gefrühstückt. Natürlich viel frisches Obst, denn dies ist hier sehr günstig. Anschließend, habe ich eine Stunde Sport im Fitnessstudio gemacht und bin dann so gegen 11 Uhr für eine Stunde schwimmen gegangen.
Tja, dann sind wir zusammen in die nächste Mall gefahren zum Einkaufen. Diesmal jedoch Lebensmittel! Unsere Befürchtungen hatten sich schnell in Luft aufgelöst, denn hier scheint es eine noch größere Auswahl als in Deutschland zu geben und einheimische Kost ist zu bekommen.
Liebe Mutter, ich werde also nicht verhungern!!!

Dienstag, 23. Oktober 2007

Indien und China in einem Tag…

…das scheint nur in Singapur möglich zu sein – dank Little India und Chinatown. Ohne jemals in einem der beiden Länder gewesen zu sein, wage ich zu behaupten, dass beide Stadtteile den jeweiligen kulturellen Charme des Originals sehr gut reflektieren.
Little India ist im Gegensatz zum Rest Singapurs ein sehr hektischer Platz, an dem hauptsächlich Handel im wohl eher traditionellen Sinne betrieben wird. Gemüse-, Stoff- und Schmuckhändler reihen sich aneinander. Dazwischen finden sich immer wieder auch Gewürz- oder andere Lebensmittelhändler. Natürlich dürfen auch die „Henna-Tatoo“-Anbieter nicht fehlen.
Ein Gang durch die Straßen ist allein wegen der Vielfalt von unterschiedlichen Gerüchen wahnsinnig interessant. Dabei vermag ich allerdings nicht zu urteilen, was nun gut riecht und was nicht.
Eine weitere Erfahrung im kulinarischen Sinne bieten die vielen Imbisse, Restaurants und Straßenverkäufe. So haben Kati und ich uns heute aufgemacht in eines der Restaurants und haben uns durchprobiert. Folgende Fotos sollen hier einen kleinen Einblick gewähren.


...noch ein wenig skeptisch.


... Kati (mit Lassie) war da schon entspannter.


Anfangs fingen wir natürlich an, wie gut erzogene Kinder mit Gabel und Löffel zu essen (Messer hab ich hier noch nicht gesehen), aber die Einheimischen rundherum fingen an und anzugucken. Es war also schnell klar, dass wir irgendetwas nicht richtig machen würden. Oder alle anderen machten etwas falsch… Schließlich fingen wir also an die Leute (immer noch kauend wie die Lamas) zu begaffen um herauszufinden, was die denn nun anders machen würden. Schnell fiel auf, dass alle mit den Händen aßen. Soßen in den Reis, mit den Finger vermengen, zu einem Klumpen kneten und ab in den Mund.
So haben wir es dann auch versucht. Jemand hätte mir jedoch sagen können, dass der Reisberg vor mir eine geschätzte Temperatur im Bereich „Kernschmelze“ hatte!! Aber sobald der Schmerz nachgelassen hatte und der Reis ein wenig abgekühlt war, fing es tatsächlich an Spaß zu machen und die Leute starrten uns auch nicht mehr so an.




Dazu gab’s dann selbstverständlich den landesüblichen Jogurt-Drink „Lassie“ mit Mangogeschmack. Der gehört genau zu indischem Essen wie Bier zu deutschem.

Abends sind wir dann gerade mal 2 Metrostationen weitergefahren und waren im Herzen Chinas gelandet. Dieser bestand jedoch mehr aus Markt und den entsprechenden Händlern von Tüchern, T-Shirts, Porzellan, Kräutern, Trockenfleisch, etc.
Aber auch dies ist eine klasse Erfahrung gewesen, bei dir natürlich auch das eine oder andere Souvenir ersteigert wurde.
Gegessen haben wir dann allerdings wieder im typischen Singapur – in einer Mall. Heute hatte es uns dann allerdings nach Tagen mit Soja- und Bambussprossen, Reis, Hünchen und undefinierbaren, nie zuvor gegessenen, Gemüsesorten dann doch wieder zu „heimischen“ Essen hingezogen. Der nächste Subway wurde somit von uns erobert. Und auch wenn das Essen bisher immer schmeckte, war es doch toll mal wieder in etwas zu beißen, das man Stück für Stück identifizieren konnte…

Montag, 22. Oktober 2007

Die ersten Eindrücke fotografisch festgehalten



Mit Doppelklick kann man das ganze auch in groß und mit Kommentaren schauen.

Samstag, 20. Oktober 2007

Ich kann es jetzt auch!

Dank Tim (Danke Tim) weiß ich jetzt wie ich Bilder hochladen kann. Versucht es also nicht weiter; das erste Bier geht an Tim!! :)

Der erste Eindruck / die ersten Tage



Am 17. Oktober ging es nun also endlich pünktlich zur Mittagszeit von Berlin/ Tegel aus los Richtung Asien. Der Flug war eigentlich recht entspannt und nach der Hälfte der Strecke haben wir dann auf dem Rastplatz „Doha International Airport“ auch kurze Rast (5 Std) eingelegt und haben uns die Beine vertreten. Abgesehen von zwei oder drei Duty Free Shops und 3 Fresstempeln gab es da wirklich nicht viel zu sehen. Die faszinierendste Erkenntnis, die ich über Qatar gewinnen konnte war, dass bis dahin gerade mal +1 Std Zeitverschiebung gegenüber Deutschland herrscht. Man halte sich an dieser Stelle vor Augen, dass Dubai beispielsweise bereits 3 Std voraus ist. Wer mir dies erklären kann, dem sei an dieser Stelle bereits ein Bier versprochen. :)
Am 18. Oktober kamen wir schließlich zur Mittagszeit in Singapur an. Die ersten Stigmata, von denen man im Vorwege hörte sollten sich gleich nach Ankunft bestätigen. Dazu zählen Sauberkeit, tropische Luftfeuchtigkeit, Hitze, aber auch freundliche Menschen.
Mit dem Taxi ging es dann zu unserer ersten Bleibe: Das InnCrowd in Little India von Singapur.

Eine typische Backpacker-Absteige soll an diese Stelle gesagt sein. Im Laufe der Tage trafen wir allerhand Leute von überall her, die meist schon längere Zeit in Südostasien und Australien verbracht haben. Was ich sehr klasse fand, dass darunter auch ältere Zeitgenosse unserer Gesellschaft sind. Frei nach dem Motto: mit Abendteuerlust und Rucksack gegen die Midlife Crisis. Man erinnere mich an die Möglichkeit dieser entgegen zu wirken, sobald ich auch in das Alter komme!
Am zweiten Tag standen dann Wohnungsbesichtigungen an. Die erste Maklerin, die wir trafen (danke Nina), zeigte uns zwei Wohnungen im so genannten Parc Oasis – eine Apartmentanlage, wie sie hier typisch sind: inkl. Pool, Squash, Fitnessraum, etc. Die Lage schien perfekt, da die nächste U-Bahn-Station nur ca. 150m entfernt und genau zwischen unseren beiden Campus (singular = plural) lag. Auch die Wohnung war ein Traum im 18. Stockwerk mit einen schier atemberaubenden Blick. Kati und ich (wir waren das Vorrausrückkommando) waren uns direkt sicher: Das wird unsere neue Bleibe. Dennoch wollte wir uns Nachmittags noch mit eine zweiten Maklerin treffen. Schließlich wäre es unhöflich gewesen ihr abzusagen, so sie sich doch so viel Arbeit gemacht hatte. So sind wir dann mit geheucheltem Interesse zur nächten Wohnungsbesichtigung gefahren. Und uns traf der Schlag! Die Wohnung, die wir nun sahen, war ein nicht nur ein Apartment sondern ein Penthouse über zwei Etagen (18. und 19. Stock). Die Zimmeraufteilung ist perfekt, jeder hat sein eigenes Bad, Dachterasse, noch größerer Pool und sogar eine Bowling-Bahn. Der Rest wie Fitness, etc versteht sich an dieser Stelle von selbst. :)
So haben wir hier zugeschlagen. Bilder von unserer neuen Heimat folgen in den nächsten Tagen oder Wochen. Wie gesagt, es zeige mir doch bitte jemand wie das funktioniert! Einzug ist dann für Mittwoch den 24. Oktober vorgesehen. Gerade noch rechtzeitig also bevor dann Chris, Janine und Franzi unsere WG komplettieren.
Bis dahin verbringen Kati und ich unsere Zeit weiter in dieser faszinierenden Stadt, die so schnelllebig, voll und multi-kulturell ist, aber dennoch eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Vielleicht liegt es auch daran, dann man mit 1,86 m Körpergröße stets den Überblick über die Asiaten behält.
Ich komme mir hier wirklich manchmal wie eine Riese vor. Die Haltegriffe in den U-Bahnen, die normalerweise über den Köpfen hängen, baumeln bei mir beinahe auf Kinnhöhe und auch bei den Türen muss ich schon ein wenig den Kopf einziehen. Problematisch wird bei meiner größe auch das Shopping, was hier übrigens DIE Lieblingsbeschäftigung der Einheimischen ist. T-Shirts passen in XL, Schuhe gibt’s in meiner Größe (45) gar nicht und mit einer Hosenbundweite von 33 bis 34 hat man es hier auch nicht leicht. Lange Hosen kann ich direkt vergessen. Die längsten Jeans haben hier 32!! Aber das Wetter lässt eigentlich nichts anderes als kurze Hosen zu. Daher auch nicht allzu wild.
Aber natürlich haben wir bisher nicht nur Shopping betrieben. Ganz im Gegenteil war dies eher Randbeschäftigung vor oder nach dem Essen, da sich die hier typischen Food Courts und Hawker Centre (für mich alles „Fresstempel“) häufig in den Einkaufszentren befinden. Wer asiatische Küche mag, wird das Essen hier lieben. Wer es nicht mag, dem wird nicht viel anderes als McDonald’s und Burger King übrig bleiben. Ich taste mich also langsam heran an das asiatische Essen. Zum Glück gibt’s häufig Bilder, anhand derer man dann bestellen kann. Nach dem aber bereits Schweinehirn und Schweinepimmelsuppe (ohne Scherz!!) auf der Speisekarte gesehen habe, frage ich jedes Mal fleißig nach den Zutaten. Meistens habe ich jedoch ein paar Verständnisprobleme, weil das Englisch hier doch ein anderes ist (Singlish). Man stelle sich also ein Chinesisch vor, das aus Englischen Wörtern besteht. Ein Beispiel aus dem Handyladen:

Ich: „Hi, how much ist his cell phone?”

Verkäufer: “Wi donn’t schell jeese fonns. Must godo stooore e sign hik kak mao chaaan! Sank you”

Ich: “Okay, great. Thank you, too.”

Kati: “Und? Was hat er gesagt?“

Ich: „Keine Ahnung. Lass uns einfach gehen!“

Noch schlimmer sieht es dann aus, wenn ich telefoniere. Ich versteh da kaum ein Wort. Es wird aber von Tag zu Tag besser. Es bedarf einfach ein wenig Zeit, um sich in diesen Dialekt reinzuhören. Ich bin also voller Zuversicht.
So weit der erste Statusbericht. Von den Sehenswürdigkeiten und anderen Dingen berichte ich dann in den kommenden Tagen und Wochen….

Hast du Blog oder was?

Auch ich habe nun einen Blog. Lange habe ich überlegt und war doch stets der Meinung, dass es irgendwie merkwürdig ist, wenn Menschen über eine Internetseite ihr Leben schildern und es somit der breiten Gefolgschaft zugänglich machen. Gerne verglich ich dies mit einer Art Exhibitionismus.
Nix desto Trotz hat es nun auch mich erwischt. Es ist wohl doch der einfachste Weg Euch darüber zu informieren, was ich hier in Singapur so treibe und was für Erfahrungen hier so auf mich einprasseln.
Auf dieser Seite / diesen Seiten will ich euch also in den nächsten Monaten hin und wieder mal einen Einblick geben, eine lustige und sicherlich auch mal ernsthafte Geschichte erzählen oder auch mal ein paar Bilder zeigen (sofern mir irgendwann mal jemand zeigen kann, wie das geht! L )

So, da Ihr die Seite nun immerhin schon mal angeklickt habt, scheint das Interesse geweckt zu sein! Auf geht’s also…. und viel Spaß!

Meine Reisekarte