Samstag, 20. Oktober 2007

Der erste Eindruck / die ersten Tage



Am 17. Oktober ging es nun also endlich pünktlich zur Mittagszeit von Berlin/ Tegel aus los Richtung Asien. Der Flug war eigentlich recht entspannt und nach der Hälfte der Strecke haben wir dann auf dem Rastplatz „Doha International Airport“ auch kurze Rast (5 Std) eingelegt und haben uns die Beine vertreten. Abgesehen von zwei oder drei Duty Free Shops und 3 Fresstempeln gab es da wirklich nicht viel zu sehen. Die faszinierendste Erkenntnis, die ich über Qatar gewinnen konnte war, dass bis dahin gerade mal +1 Std Zeitverschiebung gegenüber Deutschland herrscht. Man halte sich an dieser Stelle vor Augen, dass Dubai beispielsweise bereits 3 Std voraus ist. Wer mir dies erklären kann, dem sei an dieser Stelle bereits ein Bier versprochen. :)
Am 18. Oktober kamen wir schließlich zur Mittagszeit in Singapur an. Die ersten Stigmata, von denen man im Vorwege hörte sollten sich gleich nach Ankunft bestätigen. Dazu zählen Sauberkeit, tropische Luftfeuchtigkeit, Hitze, aber auch freundliche Menschen.
Mit dem Taxi ging es dann zu unserer ersten Bleibe: Das InnCrowd in Little India von Singapur.

Eine typische Backpacker-Absteige soll an diese Stelle gesagt sein. Im Laufe der Tage trafen wir allerhand Leute von überall her, die meist schon längere Zeit in Südostasien und Australien verbracht haben. Was ich sehr klasse fand, dass darunter auch ältere Zeitgenosse unserer Gesellschaft sind. Frei nach dem Motto: mit Abendteuerlust und Rucksack gegen die Midlife Crisis. Man erinnere mich an die Möglichkeit dieser entgegen zu wirken, sobald ich auch in das Alter komme!
Am zweiten Tag standen dann Wohnungsbesichtigungen an. Die erste Maklerin, die wir trafen (danke Nina), zeigte uns zwei Wohnungen im so genannten Parc Oasis – eine Apartmentanlage, wie sie hier typisch sind: inkl. Pool, Squash, Fitnessraum, etc. Die Lage schien perfekt, da die nächste U-Bahn-Station nur ca. 150m entfernt und genau zwischen unseren beiden Campus (singular = plural) lag. Auch die Wohnung war ein Traum im 18. Stockwerk mit einen schier atemberaubenden Blick. Kati und ich (wir waren das Vorrausrückkommando) waren uns direkt sicher: Das wird unsere neue Bleibe. Dennoch wollte wir uns Nachmittags noch mit eine zweiten Maklerin treffen. Schließlich wäre es unhöflich gewesen ihr abzusagen, so sie sich doch so viel Arbeit gemacht hatte. So sind wir dann mit geheucheltem Interesse zur nächten Wohnungsbesichtigung gefahren. Und uns traf der Schlag! Die Wohnung, die wir nun sahen, war ein nicht nur ein Apartment sondern ein Penthouse über zwei Etagen (18. und 19. Stock). Die Zimmeraufteilung ist perfekt, jeder hat sein eigenes Bad, Dachterasse, noch größerer Pool und sogar eine Bowling-Bahn. Der Rest wie Fitness, etc versteht sich an dieser Stelle von selbst. :)
So haben wir hier zugeschlagen. Bilder von unserer neuen Heimat folgen in den nächsten Tagen oder Wochen. Wie gesagt, es zeige mir doch bitte jemand wie das funktioniert! Einzug ist dann für Mittwoch den 24. Oktober vorgesehen. Gerade noch rechtzeitig also bevor dann Chris, Janine und Franzi unsere WG komplettieren.
Bis dahin verbringen Kati und ich unsere Zeit weiter in dieser faszinierenden Stadt, die so schnelllebig, voll und multi-kulturell ist, aber dennoch eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Vielleicht liegt es auch daran, dann man mit 1,86 m Körpergröße stets den Überblick über die Asiaten behält.
Ich komme mir hier wirklich manchmal wie eine Riese vor. Die Haltegriffe in den U-Bahnen, die normalerweise über den Köpfen hängen, baumeln bei mir beinahe auf Kinnhöhe und auch bei den Türen muss ich schon ein wenig den Kopf einziehen. Problematisch wird bei meiner größe auch das Shopping, was hier übrigens DIE Lieblingsbeschäftigung der Einheimischen ist. T-Shirts passen in XL, Schuhe gibt’s in meiner Größe (45) gar nicht und mit einer Hosenbundweite von 33 bis 34 hat man es hier auch nicht leicht. Lange Hosen kann ich direkt vergessen. Die längsten Jeans haben hier 32!! Aber das Wetter lässt eigentlich nichts anderes als kurze Hosen zu. Daher auch nicht allzu wild.
Aber natürlich haben wir bisher nicht nur Shopping betrieben. Ganz im Gegenteil war dies eher Randbeschäftigung vor oder nach dem Essen, da sich die hier typischen Food Courts und Hawker Centre (für mich alles „Fresstempel“) häufig in den Einkaufszentren befinden. Wer asiatische Küche mag, wird das Essen hier lieben. Wer es nicht mag, dem wird nicht viel anderes als McDonald’s und Burger King übrig bleiben. Ich taste mich also langsam heran an das asiatische Essen. Zum Glück gibt’s häufig Bilder, anhand derer man dann bestellen kann. Nach dem aber bereits Schweinehirn und Schweinepimmelsuppe (ohne Scherz!!) auf der Speisekarte gesehen habe, frage ich jedes Mal fleißig nach den Zutaten. Meistens habe ich jedoch ein paar Verständnisprobleme, weil das Englisch hier doch ein anderes ist (Singlish). Man stelle sich also ein Chinesisch vor, das aus Englischen Wörtern besteht. Ein Beispiel aus dem Handyladen:

Ich: „Hi, how much ist his cell phone?”

Verkäufer: “Wi donn’t schell jeese fonns. Must godo stooore e sign hik kak mao chaaan! Sank you”

Ich: “Okay, great. Thank you, too.”

Kati: “Und? Was hat er gesagt?“

Ich: „Keine Ahnung. Lass uns einfach gehen!“

Noch schlimmer sieht es dann aus, wenn ich telefoniere. Ich versteh da kaum ein Wort. Es wird aber von Tag zu Tag besser. Es bedarf einfach ein wenig Zeit, um sich in diesen Dialekt reinzuhören. Ich bin also voller Zuversicht.
So weit der erste Statusbericht. Von den Sehenswürdigkeiten und anderen Dingen berichte ich dann in den kommenden Tagen und Wochen….

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