Endlich sind Weihnachtsferien. Und die nutze ich doch gleich voll und ganz. Meine eigentlich geplante Reise nach Australien ist ja leider flachgefallen und so habe ich mich dazu entschieden Thailand und Indonesien (Bali) ein wenig genauer kennen zu lernen.
Los ging es letzte Woche Donnerstag. Ziel: erstmal Thailand, denn eine Reiseroute hatten wir uns noch nicht ausgemalt. Die erste Station allerdings – soviel wussten wir (Kumpel Chris war mit im Schlepptau) - hieß Chiang Mai. Dies ist, soweit ich weiß, zwar die zweit größte Stadt Thailands (2,4 Mio Einwohner) aber dennoch recht überschaubar gehalten. Allein beim unserem Marsch vom Flughafen zum Hostel in der Innenstadt haben wir bereits die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt gesehen, die zugegeben meist aus buddhistischen Tempeln bestehen. Aber einer war schöner als der andere. Kurz vor unserem Etappenziel kamen wir dann an einem Reisebüro für Wandertouren vorbei. Die Touren klangen interessant und da wir ja noch keinen Plan hatten, wurde es Zeit etwas dingfest zu machen. So buchten wir für den nächsten Tag eine zweitägige Wandertour durch die Berge und Wälder nordöstlich von Chiang Mai.
Um 8.00 Uhr sollte uns dann der „Bus“ abholen. Nun, was wir dann vorfanden war allerdings ein Pick-up Truck mit Dach und Sitzbänken auf der Ladefläche. Bereits darauf waren 3 Engländer (Finona, Adam und Nicolas) und 2 Tschechen (Adam und Kaluschitischukustokowa – oder so!?), mit denen wir zusammen die Tour machten. Unser Reiseführer nannte sich Jackie Chan. Optische Ähnlichkeiten waren jedoch nicht wirklich erkennen. Na gut, er war Asiat!!
Zunächst ging es zu einem Wasserfall, den alle todesmutig hinaufgestiegen sind, doch ich blieb lieber den Treppen treu, denn wer mich kennt, der weiß: da wo Wasser ist, falle ich hinein! Und ich wollte nicht gleich in den ersten Stunden nass werden. Nach kurzer Rast und Weiterfahrt hielten wir dann am Wegesrand an und die Wanderung begann. Das erste Bergdorf, durch das wir kamen wurde noch von einem traditionellen Stamm bewohnt. Ein paar kurze und wirklich wahrheitsgemäße Fakten dazu:
1. Lieblingstier: Hund. Aber leider nur im Kochtopf
2. Rolle des Mannes: Ein wenig Jagen, sonst Opium rauchen und Fortpflanzung
3. Rolle der Frau: hart arbeiten und Fortpflanzung
4. Polygamie steht an der Tagesordnung
5. Mehrlingsgeburten sind diesem Völkchen nicht geheuer. Nur das erste Kind darf überleben. Alle weiteren werden in die Natur hinaus gebracht und nach einem kurzen Gebet dem Lauf der Dinge überlassen. Dies bedeutet dann in den meisten Fällen schlicht: verhungern.
Ein wenig geschockt und auch verständnislos ging es weiter über Stock und Stein. Na 1,5 Stunden bergauf und 30 min bergab kamen wir an eine Flussmündung wo uns ein Taxi erwartete. Diese wog ca. 5 to, war über 3 Meter hoch, grau, hatte einen Rüssel und konnte ziemlich große Haufen machen.
Gemütlich saßen wir so auf dem Rücken oder Hals des Elefanten und ritten durch den Dschungel ins nächste Dorf. Hier wurden wir wirklich herzlich begrüßt, aßen zu Abend, tranken Bier, tanzten mit dem Stamm ums Feuer und nächtigten schließlich in einer der Hütten. In Thailand ist dies noch alles möglich.
Am nächsten Morgen ging die Wanderung dann weiter und eine Floßfahrt stand im weiteren Verlauf an. Und natürlich saßen Chris und ich auf dem Floß, das sich nach einer ruhigen Fahrt auf dem Fluss kurz vor Ziel in seine Bestandteile auflösen musste. Mehr oder weniger trocken, haben wir es aber doch noch geschafft.
Am Abend ging es dann mit den Engländern aus der Gruppe, mit denen wir uns super verstanden dann Abend in Chiang Mai auf die Piste. Zunächst zum Mexikaner, dann in einen Pub.
Am nächsten Tag ging es dann per Bus nach Sukothai, der ersten Hauptstadt Thailand, die heute eine Ruinenstadt mit vielen Tempeln ist. Fotos sollen hier einfach mal mehr sagen als Worte. Aber es war wirklich super.
In der nächsten Stadt schien der Hund begraben und auch sonst war es einfach nur dreckig und öde. So entschieden wir uns im mehr oder weniger komfortablen Nachtzug nach Bangkok zu fahren.
Morgens um 6.40 Uhr hatten wir es dann schließlich geschafft. Und Bangkok ist tatsächlich eine beeindruckende Stadt. Für mich aber mehr aus den Gründen, dass Menschen es schaffen in einem dreckigen und versüfften Choas, das kurz vor dem Kollaps steht, zu überleben.
Aber es gab auch schöne Seiten in Bangkok. So gleicht beispielsweise der Grand Palace (der Königspalast) einem Märchen aus 1000 und einer Nacht. Und auch andere Tempelanlagen verschlugen uns den Atem. Alles in allem war ich aber unheimlich froh am nächsten Tag der Stadt vorerst wieder den Rücken kehren zu können und nach Kanchanaburi zu fahren. Die Stadt mag dem einen oder anderen durch die „Brücke am Kwai“ bekannt sein, denn genau diese steht hier.
Eingenistet haben wir uns dann aber ein wenig außerhalb in einer kleinen Ferienanlage. Am Pool und bei westlichen Essen zu thailändischen Preisen haben wir es uns dann gut gehen lassen.
Nur ungern sind wir dann jedoch wieder nach Bangkok gefahren. Aber von hier sollten wir nun mal wieder zurückfliegen. Ein „Schmankerl“ hatten wir uns jedoch noch bis zum Ende aufbewahrt: Ein Bierchen trinken in der Sky Bar. Dies ist eine Freiluft-Bar im 64. Stockwerk (auf dem Dach) des höchsten Gebäudes Bangkoks. Die wahrscheinlich atemberaubendste Bar der Welt, den der Ausblick und das Ambiente sind phänomenal. Auch hier sagen vielleicht die Bilder wieder mehr….
So und Samstag geht’s dann schon nach Bali. Der nächste Bericht wird also folgen. Bis dahin schon mal Frohe Weihnachten und die besten Wünsche für 2008.
Donnerstag, 20. Dezember 2007
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