Freitag, 4. Januar 2008

Bali

Zunächst wünsch ich euch allen natürlich an dieser Stelle ein frohes neues Jahr. Auch für die ganzen Mails möchte ich mich bedanken. Ich habe mich wirklich darüber gefreut, hatte aber bisher noch keine Zeit sie zu beantworten. Ich hoffe, ihr seid nicht böse, wenn ich nicht jedem direkt antworte und euch stattdessen hierüber wissen lasse, wie die letzten Wochen denn so waren und vor allem, dass es mir gut geht.

Am 22. Dezember ging es los nach Bali. Im Schlepptau hatte ich Volker, Chris und Janine. Der Flug ging allerdings nicht direkt nach Bali, sondern ins 250km entfernte Surabaya auf der Nachbarinsel Java. Ein Direktflug war nämlich leider nicht mehr zu bekommen.
Die anschließende Busfahrt nach Bali war dann vergleichbar mit meiner Vorstellung der Hölle. Es ging nämlich im Eiltempo über Landstraßen, die jedoch kaum für diese Geschwindigkeit ausgelegt sind, in Richtung Ziel. Auch Gegenverkehr schien unseren Fahrer nicht sonderlich zu interessieren, denn häufig waren maximal 20 Meter zwischen uns und dem Entgegenkommenden Platz.
Aber 14 Std später waren wir an unserem ersten Ziel, Padangbai, angekommen. Dies war ein netter kleiner Fischerort, von wo aus auch Fähren ins wohl auch schöne Lombok ablegten. Wir entschieden uns jedoch auf Bali zu bleiben und verbrachten den Tag am Blue Lagoon Beach mit Schnorcheln. Dies war eine wirklich tolle Erfahrung. Das Wasser war glasklar und in dem Riff tummelten sich unzählige Fische in allen nur erdenklichen Farben. Gar streicheln ließen sie sich teils.
Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Auch im Wasser verbrennt die Haut schnell. :)
Von Padangbai ging es am nächsten Tag nach Ubud im Landesinneren. Ubud ist ein ziemlich überschaubarer kleiner Künstler- und Touriort, dessen Hauptattraktion wohl der Monkey Forrest ist und von uns gleich gestürmt wurde. Tausende Affen (Makaken) tummelten sich hier und als heilige Tiere hatte sie ein gar paradiesisches Leben: von Touris mit Bananen füttern lassen, rumliegen, sich kraueln lassen und dann ein paar mal täglich um die Wette rammeln. Nur zu dumm, dass gerade dies für die meisten Touris die Hauptattraktion war.
In Ubud haben wir es uns dann auch Weihnachten richtig gut gehen lassen. Guten Essen an Heiligabend und Spa am ersten Weihnachtsfeiertag. Ich entschied mich beim letzteren fürs Sea Salt Scrubbing: 1 Std Massage von Kopf bis Fuß und im Anschluss wirkte ich dann in einer Seesalzkruste ein, die dann mit Gewalt von mir heruntergekratzt wurde. Ein wenig schmerzhaft – besonders am Sonnenbrand – aber meine Haut fühlte sich anschließend so zart wie die eines Babys.
Am 26.12. fuhren wir dann wieder aus dem Landesinneren hinaus in Richtung Küste, denn zurzeit ist Regenzeit auf Bali. Und dies vornehmlich im gebirgigen Landesinneren. So landeten wir in Lovina im Norden an schwarzen Standstränden und genossen das wieder gute Wetter und badeten in der doch recht rauen Balisee. Unsere Reise ging von hieraus weiter an der Küste entlang und die Tage vertrieben wir uns mit Strand, Tempelbesichtigungen, Wasserfälle gucken und gutem Essen.



Schließlich landeten wir in Amlapura, um Franzi abzuholen, die uns die letzten Tage auf Bali begleitete. Amlapura war als einer der größten und wichtigsten Busumschläge auf Bali im Reiseführer beschrieben. Dort angekommen, stellte sich aber schnell heraus, dass dies nur ein Kaff war, das wohl noch nie einen Touristen gesehen hatte. Noch wildem Geirre durch die Stadt fanden wir schließlich das richtige Busterminal und somit unsere liebe Franzi. Sie erspähte man erst auf den zweiten Blick, denn sie saß schon seit Stunden in der Mitte einer Horde Einheimischer und erzählte über Gott und die Welt. Das einzige Problem lag wohl nur darin, dass Franzi kein Bahasa sprach und die Einheimischen auch kein Englisch… Das nächste Problem folgte dann im Anschluss, als wir versuchten eine Möglichkeit zu finden aus dem Kaff wieder herauszukommen, denn „Transport-Transport“ gibt es abends im sieben dort nicht mehr. Und auch Taxis und Bemos sind eine selten gesehene Rarität in Amlapura. Schließlich sah ich an einer Tankstelle einen kleinen Minibus, der uns alle transportieren konnte und fragte den Fahrer nach einer Transportmöglichkeit an die Küste in ein Hotel. Der erkannte unsere Notlage sofort und war für eine Unsumme auch bereit uns zu fahren. Tja, was soll man machen, auch auf Bali ist das System von Abgebot und Nachfrage schon angekommen. Schließlich landeten wir in der Pampa in der Nähe von Ujung an einem Hotel an der Küste. Skeptisch schauten sich meine Mitreisenden das Hotel an, während ich am Wagen blieb und mit meinem militärischen Scharfblick das Gepäck sicherte. Volker kam dann als ersten zurück und meinte nur: „Wie im Paradies“. Wir verhandelten ein wenig und schon war das Penthouse unser. Das Hotel war wirklich erste Sahne. Der Pool ging direkt bis an den Strand, das Zimmer war einmalig und auch das Essen war hervorragend. Wir entschieden uns gleich zwei Nächte zu bleiben. Die folgenden Fotos werden hierzu mehr sagen als meine Worte:



Von Ujung aus machten wir dann eine Bergwanderung durch den Dschungel zu einem alten balinesischen Dorf, das die traditionelle Lebensweise der Balinesen zeigte. Ich schmück’s aber mal nicht weiter aus, denn ich fand’s schrecklich langweilig. 
Schließlich landeten wir in Kuta, was quasi das Palma de Mallorca von Bali ist. Wenn die Stadt auch überschaubar ist, ist sie doch sehr, sehr hektisch und man wird alle 5 Meter (nicht übertrieben) von Händlern auf Massagen, Sonnenbrillen, T-Shirt, etc. angesprochen. Ein weiteres Problem waren die Australier, die hierher fahren wie die Deutschen und Engländer nach Malotze, um sich den ganzen Tag kräftig einen hinter die Binde zu kippen und dabei so männlich wie möglich wirken / fühlen wollen. Mein Fazit: Die meisten Australier sind auch nicht anders als die meisten Deutschen.

Wir zogen uns dann an den Strand zurück, feilschten mit den Händlern um die besten Preise für Souvenire und T-Shirts und bums war Silvester. Wir entschieden aus angesprochenen Gründen gegen Clubs und wollte dann genüsslich mit Bierchen in der Hand im Mitternacht am Strand sitzen und Feuerwerk gucken.
Um 23.15 setzte dann allerdings ein wenig Nieselregen und Wind ein und sämtliche Einheimische ergriffen sofort die Flucht vom Strand. Wir Norddeutsche haben uns aber nur verwundert angeguckt und die Balinesen kurzum für riesengroße Weicheier erklärt. Tja, das haben die Götter dann wohl gehört und so drehten sie Wind und Regen erst so richtig auf. Völlig paniert vom Sand und nass fanden wir uns dann unter einem Vordach eines Museums wieder und gucken zu wie ein Tropensturm denn so aussehen kann. Schließlich wurde es Mitternacht, die Götter hatten ein einsehen und stellten den Sturm kurz ab. Tja, da dies aber schon reichte um sämtliche Straßen zu überfluten machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel und gingen schlafen. Ein wenig verkorkt mein Silvester, aber ich werde mich bestimmt immer daran erinnern können. :)



Am 1. Januar ging es dann zurück nach Surabaya. Diesmal jedoch mit einem Minibus, dessen Fahren wir wenigsten zum langsamer Fahren bewegen konnte. Ein Schlagloch war jedoch dann doch zu groß und wir fanden und mitten in der Nacht mit einer Reifenpanne auf der Landstraße wieder. Der Fahrer konnte den Reifen dann zum Glück wechseln und wir standen nur belämmert daneben und sahen die normalen Busse, mit denen wir gekommen waren, mit Lichtgeschwindigkeit an uns vorbeifahren. Na ja, eins hab ich dann doch getan: ich hab mal Warnblinklicht angemacht! Ich dachte, dass sei vielleicht sicherer wenn man so nachts im Dunkeln auf ohne Beleuchtung auf der Landstraße steht. :)
Aber letztlich sind wir doch wieder heil angekommen!!

Fazit: Hin- und Rückreise traumatisch, Aufenthalt traumhaft. Meine bester Urlaub, den ich je hatte und unbedingt weiterzuempfehlen!!

Tja, und jetzt beginnt wieder der Ernst des Lebens. Ab jetzt stehen Präsentationen, noch mehr Gruppenarbeiten und schließlich Prüfungen auf dem Zettel. Ich bin gespannt… :)

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