Nach einer Woche voller Gruppenarbeit, Assignments und Vorlesungen (selbst Samstag) habe ich heute meinen Sonntag mal fast ganz zum Entspannen genutzt. Mein Kopf fühlte sich eh nicht so an, als könne er großartige, kreative Ideen leisten, denn gestern ging es nach der Vorlesung noch auf ein oder zwei (vielleicht auch drei) Bierchen nach Holland Village.
Heute habe ich dann mein Weihnachtsgeschenk von Kati eingelöst – eine traditionelle chinesische Tee-Zeremonie.
Im „Tea Chapter“ angekommen, nahmen Kati und ich dann auf dem Fußboden platz und studierten die Getränkekarte. Gut, Früchte- und Kamillentee kenn ich ja noch, aber keines von beiden fand sich in der Auswahl des Teehauses wieder. Wir fragten also die Bedienung und sie empfahl uns zwei verschiedene Sorten probieren. So orderten wir dann
1. Qi Men Hong Cha (roter Tee)
2. Imperial Golden Classia (Oolong Tee)
Und kurze Zeit später kam unsere Zeremoniemeisterin auch schon wieder und deckte den Tisch mir allen möglichen Utensilien in Miniaturgröße ein. Erstaunlich, aber alles hatte eine genaue Bezeichnung. So war eine Zange auch nicht einfach nur eine Zange, sondern eine Teezange. Auch ein stinknormaler Lappen war nicht einfach nur ein solcher, sonder ein Teetuch. Gut, trotzdem versuchte ich ernst zu bleiben.
Dann wurde uns die Teezubereitung erklärt. So, damit ihr es mal nachmachen könnt, hier die genaue Anleitung:
1. Den Teekessel mit kochendem Wasser erwärmen.
2. Wasser aus Teekessel über die Teeschenke kippen.
3. Wasser aus der Teeschenke in den Teeriechbecher schütten.
4. Wasser aus dem Teeriechbecher in das Teetrinktässchen kippen.
5. Teekessel zu 1/3 mit Teeblättern füllen. Dabei den Teedosierlöffel benutzen.
6. Den Tee dann mit heißem Wasser kreisend aufgießen.
7. Teekessel mit Teekesseldeckelchen verschließen.
8. Den ersten Aufguss nicht trinken. Sondern damit die Schritte 2 bis 4 wiederholen.
9. Den in die nun aufgefüllten Gefäße über dem Teekesselchen entleeren.
10. siehe Schritt 6 und 7
11. Den Tee genau 30 Sekunden ziehen lassen. Eine Uhr mit Sekundenzeiger kann hier zur Hilfe genommen werden. Ich bin mir aber sicher, dass es hierfür auch ein digitales Teeziehzeitmessgerät gibt.
12. Den Tee nun in die Teeschenke kippen.
13. Nun weiter auf die Teeriechbecher verteilen.
14. Riechen
15. Entspannt gucken.
16. Beschreiben was man riecht.
17. Den Tee in das Teetrinktässchen umfüllen. Kleckern ist hier nicht zu vermeiden.
18. Verschütteten Tee mit Teetuch aufwischen.
19. Leeren Trinkriechbecher in der Hand rotieren lassen, dabei abkühlen lassen und immer wieder daran riechen.
20. Teetrinktässchen an den Mund führen
21. Ersten Schluck trinken.
22. Zweiten Schluck trinken.
23. Dritten Schluck trinken.
24. Merken, dass man sich die Zunge verbrannt hat.
Der gute Tee kann nun 5 Mal aufgebrüht werden. Jedes Mal ist die Brühzeit um exakt 5 Sekunden zu verlängern.
Hierzu mal wieder ein paar Bilder, die die Nachahmung erleichtern könnten.
Mein Fazit:
Somelierés sind totale Kulturbanausen. Teetrinken ist das nächste Level für Leute, die noch schlauer als Weintrinker daher reden wollen.
Sonntag, 20. Januar 2008
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