Donnerstag, 27. November 2008

Hab mir mal Obamas Baracke angeguckt...

Mehr als 8 Jahre ist es nun her, dass ich das letzte Mal Fuss in Washington DC gesetzt habe. Damals noch als Austauschschueler in Arkansas auf Klassenfahrt. Schon damals hat mich die Stadt fasziniert. Und diesmal wohne ich nur ca. 4 Autostunden von DC entfernt. Also nichts wie (wieder) hin. Ein paar Sachen und meine Mitbewohnerin Ming-Jin eingepackt und los ging es fuer ein Wochenende nach DC.
Ich war froh, dass Ming-Jin dabei war. Nicht nur, dass wir uns vom ersten Tag an super verstanden, aber ein amerikanischer Highway kann im Vergleich zur guten alten Autobahn ganz schoen langweilig werden, was vor allem an den niedriegen Tempolimits liegt. 65-70 mph (104-112 kmh) kommen einem im Vergleich vor wie Schneckentempo. Nicht ueberraschend, hab ich auch mehrmals aus Versehen das Tempolimit deutlich gebrochen (Huch, ich fahr ja 90 mph) – wurde aber zum Glueck nicht erwischt.
In DC angekommen, tauchte auf einmal der Heldenfriedhof von Arlington auf. Spontan setzten wir den Blinker und das Sight-Seeing konnte beginnen. Der gigantische und doch wunderschoene Friedhof auf einem Huegel vor und mit Blick auf Washington bietet hauptsaechlich ausgezeichneten Soldaten und deren Familien die letzte Ruhestaette. Aber DIE Sehenswuerdigkeit ist sicherlich das Grab der Praesidentenfamilie Kennedy.



Im Anschluss ging es dann am Pentagon vorbei ueber den Potomic River zu unserem Gastgeber fuer Wochenende: Jacob, ein alter Klassenkamerad von Ming-Jin. Nach einem leckeren doch teuren Abendessen bei einem Inder in Dupont (was fuer London, New York oder Hongkong Soho ist) ging es zu einem Umtrunk und besseren kennenlernen zum Dancing Crab. Wie ich besoffen aussehe, wisst ihr ja sicherlich. Einzelheiten erspare ich also.
Am naechsten Morgen ging es dann frueh mit der Metro zum Capitol Hill, wo wir uns das besagt Capitol, sowie die Library of Congress und den Supreme Court anguckten. Was erhoehte Sicherheitsmassnahmen bedeuten, stellten wir dann fest nachdem wir 30 min in einer Schlange zum Inneren des Capitols gestanden hatten. Ohne Einladung durch unseren Senator bzw. Representaten kommen wir nicht rein. Als Auslaender braucht man gar eine Einladung durch seine Botschaft. Das wird sich erst Anfang Dezember aendern, wenn das offizielle und voellig ueber Budget erbaute Besucherzentrum seine Pforten oeffnet. Schoen war es trotzdem. Und so gingen wir weiter zum Smithsonian Museum, wo man auch als Auslaender reinkommt und sogar kostenlos. Wir entschieden uns zuerst das Flug- und Raumfahrtmuesum zu besichtigen, assen Astronauteneincreme (pfui!) und gingen ins Albert-Einstein-Planetorium, um mehr ueber schwarze Loecher im All zu erfahren. Das war dann so faszinierend, dass wir beide einschliefen.
Frisch erholt ging es dann weiter ins Nationale Kunstmuesum, was allerdings dazu fuehren sollten, dass meine Muedigkeit wieder aufs alte Level sank.
Als naechstes stand das Washington Monument auf dem Zettel. Fuer alle, die nun nicht wissen, was das ist: das ist der grosse Pimmel der ueber DC wacht! Von hier aus war es nur ein Steinwurf zum Weissen Haus bzw. der zukuenftigen Baracke Obamas. Dort sprachen wir dann mit einer Demonstrantin, die seit 28 Jahren vor dem Weissen Haus campiert und gegen Nuklearwaffen angeht. Eine nette Dame, der inzwischen alle Zaehne ausgefallen sind. Und so nobel ihr Ziel auch sein mag, hat sie nach 28 Jahren der Nichtbeachtung durch die Regierung schlichtweg die Pfanne heiss. Ich hab ihr trotzdem 10 Dollar gespendet. Wenn es also eines Tages keine Atombomben mehr gibt: ich hab meinen Teil dazu beigertagen!
Inzwischen war die Dunkelheit ueber DC hereingebrochen, doch nach war das World War II Memorial, das Korean War Memorial und das Lincoln Memorial noch nicht gesehen. Das haben wir dann selbstverstaendlich noch gemacht. Auf den Stufen des Lincoln Memorial, wo schon Martin Luther King, Jr. seine beruehmte Rede schwang, dachte auch ich mir: „I have a dream... eines Tages in dieser Stadt zu wohnen und zu arbeiten.“ Vielleicht eroeffnet der Bayer hier ja mal eine Zweigstelle.
Zurueck bei Jacob gabs dann das erste Mal seit Wochen wieder einer meiner neuen Lieblingsspeisen: Sushi. Und die war im Vergleich zu Singapur sogar sehr gut und gar nicht viel teurer.
Danach erholten wir uns dann auf der Couch und unterhielten uns bei Wein mit Jacob und seinen Mitbewohnern ueber Politik, Weltwirschaftskrise etc. Klingt langweilig, aber unsere Runde bestand immerhin aus einer Mitarbeiterin der Internationalen Waehrungsfonds, einem zukuenftigen Harvard-Doktoranten (in Statistik), einem Unternehmensberater, einer zukuenftigen Aerztin und einem Bayer-Einkaeufer. :P Nach 3 Flaschen Wein, hatten wir auch eine Loesung auf alle Probleme gefunden. Nuechtern betrachtet allerdings...lassen wir das.
Am Sonntag sind Ming-Jin und ich dann noch in die Fussstapfen internationler Spione getreten und haben im Auftrag des CIAs einen Fall geloest – jedoch nur als Gaeste des Internationalen Spionage Museums. Nur soviel: seit wachsam. Spione scheinen ueberall zu sein (*Akte X Musik*).



Zum Abschied waren wir dann noch zum verfruehten Thanksgiving Dinner im Freundeskreis der Washington DC Truppe eingeladen. Seither freue ich mich um so mehr auf Thnaksgiving mit meiner alten Gastfamilie in Arkansas. Das ist schon morgen. So, jetzt muss ich auch schliessen, da mein Anschlussflug von Dallas nach Texarkana (AR) gleich das Boarding beginnt.
Mehr dann in ein paar Tagen...

HAPPY THANKSGIVING!!

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