So hab ich mich zumindest gefuehlt, als ich in Horatio ankam. Die Zeit scheint hier still zu stehen und genauso wenig haben sich meine ehemaltigen Gasteltern Bob und Alice veraendert. Die Atmosphaere war vertraut wie eh und je und es fuehlte sich an als waere ich nie wirklich weggewesen.
Als ich am ersten Morgen aufwachte, schmorte schon der Truthahn im Ofen. Waere der Duft nicht durch das Haus gezogen, haette ich wahrscheinlich vergessen, dass Thanksgiving ist und somit auch den eigentlichen Anlass meines Besuches.
Helfen konnte ich nicht viel und so sass ich den ganzen Morgen kaffeetrinkend in der Kueche und erzaehlte mit meinen Gasteltern ueber meine kleine Weltreise.
Zum Festmahl erschienen dann Alice’s Tochter Dyonne, Ms Carlson (eine alte Lehrerin mit der ich mich anfreundete) und Ray – ein anderer Pauker und vermeindlicher Lover von Ms Carlson!? Man weiss es nicht. Nett war die Runde aber allemal und das Essen tat das uebrige: saftiger Truthahn, frisches Brot, Preiselbeersosse, Gemuese, Suesskartoffeln, Folienkartoffeln, u.v.m. Als dann noch Pies bzw. Kuchen zum Nachtisch verputzt waren, sassen alle gluecklich im Wohnzimmer und reibten ihre Baeuche. Na klar, ich auch. Wenn man dem American Airlines Magazin als verlaessliche Quelle vertrauen darf, verdrueckt der Ami durchschnittlich 4.500 Kalorien an Thanksgiving.
Am Freitag ging es dann mit alten Freunden auf die Piste in Texarkana. Und was das hiess, hatte ich schon fast vergessen. Die erste Bar war ein quasi ein grosse Scheune. Links die Buehne mit Country-Liveband, in der Mitte die Bar, recht Billardtische und ueberall dazwischen Cowboys und Cowgirls. Nach ein paar Bieren ging es dann weiter zur naechsten Spilunke: einer Karaokebar. Ich konnte das Publikum gluecklicherweise vor einer Performance retten (Schmerzschreie sind fuer Gewoehlich die Folge), aber nach der wahrscheinlich schrecklichsten Bon Jovi – Wanted or Alive –Darbietung, haette ich doch das Micro uebernehmen sollen. Schliesslich riss dann Justin den Karren aus der Sch... aus dem Dreck (!) mit einer erstklassigen Jonny Cash Interpretation.
Spaetestens jetzt hatten wir genuegend Cowboy-Vibe (und Bier) getankt, so dass wir noch zum Electric Cowboy aufbrachen. Dort um 3.00 Uhr morgens angekommen, wurde hier noch immer der typische Square-Dance getanzt.
Die naechsten Tage verbrachte ich etwas ruhiger – mit Kino, DVD, Essen gehen und sogar Gottesdienst. Ja, ein Kirchenbesuch schien mir nach der Voellerei angemessen. Und Bob und Alice hat es auch gefreut, dass ich mit war. ;)
PS: Meine heutige Defintion von Ironie ist uebrigens, wenn man an Gate H11 ankommt, nach G3 fuer den Anschlussflug geschickt wird, wo man dann erfaehrt, dass der Flug nun von H12 abgefertigt wird. So ist es mir gerade hier in Chicago widerfahren. Dafuer entschaedigt die Aussicht auf die Skyline von Chicago. UND ich sehe das erste mal seit 2 Jahren wieder Schnee.
Dienstag, 9. Dezember 2008
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