Vor einigen Wochen fand ich eine Einladung zu einer Konferenz in Hongkong in meinem Postkorb. Das Thema sollte „Corporate Social Responsibility“ sein. Eigentlich ganz interessant dachte ich mir, als ich dann weiter las und sah, dass die mir auch das Hotelzimmer für zwei Nächte zahlen, hab ich mich doch glatt angemeldet und meine Flüge gebucht. Natürlich nicht, ohne noch ein paar Tage Sightseeing dranzuhängen und meine Mitbewohner vom Mitkommen zu überzeugen.
Letzte Woche Donnerstag fanden ich mich also neben Franzi und Kati im Billigflieger in die große Stadt, die ja mittlerweile zum bösen China gehört. Allen Boykott-Rufen zum Trotz (die ich eh für ziemlich überzogen und unueberlegt halte) landeten wir also auf am Abend auf chinesischem Gebiet. Es sei noch erwähnt, dass Chris und Janine mit Singapore Airlines geflogen sind und sich auf dem 4 stuendigen Flug kräftig abfüllen und füttern ließen. Bei uns gab’s nix!
Mit dem Zug ging es dann zunächst in die City und wir fanden uns in einem ausgelassenen Kneipenviertel (Soho) wieder. Ein wenig doof standen wir schon da mit Koffer in der Hand zwischen lauter Bier trinkenden Menschen aus jedem Kontinent. Beim Schlendern entdeckte ich dann, wonach ich seit 7 Monaten in Singapur suche: EINE DOENERBUDE!! So ging also hinein – einmal Schaf mit Knoblauchsosse aber ohne scharf. Ein Traum wurde war und die Reise hatte sich hier schon für mich gelohnt.
Nach einem günstigen Bierchen ging dann aber ins Hotel, denn ein paar Stunden später sollte schon der Wecker klingeln und der Bus uns zum Konferenzzentrum bringen.
Um 7.10 Uhr standen wir dann also geschniegelt in der Lobby und warteten auf den Bus und natürlich Chris, der ja gerne mal die eine oder andere Minute schindet. Aus der Warterei sollte sich dann die erste kulturelle Erfahrungen entwickeln. Punkt 7.10 Uhr, kann auch 50 Minuten später heißen. So hatten wir aber Zeit die anderen Studenten kennenzulernen, die von überall in Asien anreisten. Mit drei Studenten von der CEIBS in Shanghai lästerten wir dann auch ein wenig über unser gemeinsamen Freunde Jörg, Katja und Hanna. Zufälle gibt’s!
Die Konferenz war an sich sehr nett. Detail erspar ich euch aber an dieser Stelle.
Nett an der Lage des Konferenzzentrum war allerdings, dass es mitten in der Innenstadt und direkt an der Strecke der Olympischen Fackel lag, die an dem Nachmittag dort vorbeigetragen werden sollte. Wir stürzten uns also nach Konferenzende sofort in den Menschenmassen um einen Blick auf die Fackel zu erhaschen. Nach 30 Minuten fragten wir dann einen netten Polizisten, wann den nun die Fackel kommen sollte. Der war ganz verdutzt und sagte: „Ich wundere mich auch, warum noch alle hier sind, aber der Fackellauf ist längst vorbei!“ Das wir also mit Warten nicht länger Zeit verschwenden wollten, muss ich jetzt wohl nicht erwähnen.
Anschließend fuhren wir mit der Fähre auf ein weitere Insel Hongkongs, von wo aus eine spektakuläre Lichtershow zu sehen sein sollte. Diesmal pünktlich, ging die Show auch um 20 Uhr los: Einzelnd wurden die ca. 2 Dutzend Wolkenkratzer per individueller Anleuchtung vorgestellt. Im Anschluss wurde dann Musik gespielt, zu der dann die Häuser zusammen tanzten. Auch wenn ich ein paar Fotos geschossen haben, das muss man einfach selbst gesehen habe. Es war toll!
Am Samstag dann suchten wir uns nach einem kräftigen Fruehstueck zunächst eine neue bleibe. Unsere Suche endete in einem netten, wenn auch sehr beengten Hostel in der City, unweit des Kongresszentrums.
Von ihr aus starten wir dann unsere nächste Erkundungstour. Zunächst machten wir eine Hafenrundfahrt und schauten uns das erste Mal Hongkong so richtig bei Tag an. Der Nebel, der wohl häufig über der Stadt liegt, kreierte eine etwas verruchte und zugleich faszinierende Atmosphäre. Als der Nebel langsam verschwand waren wir schon auf den Weg zum größten Buddha der Welt. Die Reise dorthin ging per Seilbahn hoch hinaus ins Gebirge, welches Hongkong umzieht. Die Aussicht war phänomenal, so auch Franzis Angst vor Seilbahnen.
Für den Buddha lass ich einfach mal die Bilder sprechen...
Wieder an der Talstation angekommen, entdeckten wir dann endlich, warum alle von Hongkong als Shopping-Paradies sprechen: eine Outlet-Mall. Für eine Stunde machten wir uns dann auf die Schnaeppchenjagd. Und ich hatte es auch tatsächlich geschafft alle 35 Geschäfte ein mal zu durchkreuzen. Unsere Ausbeute konnte sich dann auch sehen lassen.
Am Sonntag stolperten wir dann morgens in ein nettes Hotel neben dem Hostel zum Fruehstueck. Für nur 15 Euro gab es dann ein Buffet, das keine Wünsche übrig ließ. Komplett vollgefressen machten wir uns dann auf und schlenderten durch die Stadt, bis es dann zum Highlight Hongkongs ging: Dem Peak. Hierbei handelt es sich um die höchste Erhebung der Stadt, von der aus man einen atemberaubenden Blick auf die Skyline von oben genießt. Der Ausblick war so gut (das Wetter spielte auch mit), dass wir uns entschieden nicht nur den Nachmittag, sondern auch gleich den Abend hier zu verbringen, um uns den Sonnenuntergang und die Lichtshow (diesmal ja eine andere Perspektive) anzuschauen. Wir wurden nicht enttäuscht, wie hoffentlich die Bilder zeigen. Am Abend ging es dann wieder nach Soho ins Kneipenviertel, wo wir dann bei gutem Essen und Holsten Bier (auch hier suchte ich lange nach) unsere Reise ausklingen ließen.
Sonntag, 11. Mai 2008
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