Am Sonntag war ich mit Tim, einem Bayer-Klassenkameraden/-Kollegen/MIBS/Kumpel abends etwas essen. Schon ein Zufall, dass Tim auch just auf die Ecke versetzt wurde, wo ich meinen Austausch mache. Aber natuerlich ein toller Zufall.
Zunaechst muss ich ja mal los werden, wo wir denn am Sonntag essen waren. Es sollte eine Ueberraschung werden und die ist auch gelungen. Denn nach einer Weile Fahrt fand ich mich vor einem vegetarischen Asiarestaurant wieder. Man bemerke, dass ich Asien seit nicht mal 24 Std verlassen hatte. Aber es war tatsaechlich sehr lecker und mit Sicherheit besser, als so manch ein „authentisches“ Restaurant in Asien.
So, aber eigentlich will ich ja auf was anderes hinaus....Tim ist Wahlkampfhelfer fuer Barack Obama und hat mich auf der Rueckfahrt vom Essen in das „Geheimnis“ eingeweiht, dass jener Praesidentschaftskandidat am Mittwoch nach Raleigh in North Carolina kommen wuerde. Meine Plaene mich um einen North Carolina Fuehrerschein zu kuemmern (Gruende werden in einem spaeteren Artikel erlaeutert) wurde somit nach hinten geschoben fuer den Mitwoch und ich machte mich morgens auf ins 12 Meilen entfernte Raleigh. Zu meiner Ueberraschung hab ich alles auch dirket gefunden – na ja, bis auf einen Parkplatz. Da der Ami vor Bezahlparkplaetzen zurueckzuschrecken scheint (muss der Gotteslaesterung gleichen), habe ich mich bequem auf einen solchen stellen koennen, waehrend alle anderen fleissig weiter ihre Haelse verraengten auf der Suche nach einer Parkbucht. Nach 10 min Fussmarsch fand ich mich dann auch vor der Mall wieder, in der die Rede von Barack Obama stattfinden sollte. Artig wie ich nun mal aufgrund meiner herausstechenden Erziehung bin (Hallo Mutter, hallo Vadder) stelle ich mich hinten in der Schlange an. Nun, das Ende der Schlange war gar nicht so einfach zu finden. Als ich es erreichte, konnte ich schon fast wieder meinen Leihwagen streicheln.
Tim bin ich auf dem Weg auch begegnet als er lauter wildfremde Menschen fragte, ob sie denn schon gewaehlt haetten (das geht naemlich in vielen Staaten schon frueher). Bei unserer zweiten Begegnung haette er mich dann FAST auch gefragt. Ich sah ihn schon anfangen seinen Text abzuspulen. Egal, als die Gruppe schwarzer Frauen in mitten derer ich mich befand mich anschliessend nach der Sprache unserer Unterhaltung fragten und sie herausfanden, dass ich Deutscher bin, waren die nicht mehr einzukriegen. Wie Brummer um den frischen Dutt wirbelten sie dann um mich und schrien umher vor Begeisterung. Auch keine Scheu davor ihren Freundinnen, die 50 Meter weiter vorne in der Schlange standen mitzuteilen das ich „aaaaaallllllllll the way from Germany“ gekommen bin NUR um Barack Obama live zu sehen. Diese Misinterpretation mag an meinem schlechten Englisch liegen, aber ich fand es suess sie in dem Glauben zu lassen. Nun, die uebrigen 50 min Wartezeit verbrachte ich nun also damit saemtliche Fragen ueber Deutschland, dessen Geschichte und Meinung ueber Barack Obama zu beantworten.
Drinnen angekommen konnte ich mich dann von meinen neuen Freunden loesen und musste auch gar nicht lange warten bis „The next president of the United States“ (so die Ankuendigung“ 100 Meter von mir weg die Buehne betrat und die letzten Zweifler versuchte zu ueberstimmen und ein wenig ueber McCain zu laestern.
Sogar eins dieser tollen Pappschilder ergattert, wo „Obama / Biden“ draufsteht und die immer im Fernsehen unter der Menschenmasse zu finden sind.
Fotos gibt’s leider noch keine, da meine Digitalkamera noch immer kaputt ist, aber das aendert sich jetzt, weil ich jetzt losfahre und eine kaufe. Ha! Nichtsdestotrotz (schreibt man das zusammen? Ich heute schon) habe ich ein Video bei YouTube gefunden, dass einen Ausschnitt aus seiner Rede zeigt. Einer von denen die „Obama“ oder „That ain’t right“ gegroelt haben war also ich! ☺
PS: „We want change! We want change!“
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Ich bin dann mal weg...
Zwar nicht auf den Jakobsweg, aber doch der Christlichkeit wieder ein Stueck naeher. Ich bin jetzt in Chapel Hill in North Carolina und werde hier die letzten vier Monate meines Studiums als Austauschschueler verbringen...
Ich bin in ein kleines Zimmer ausserhalb, doch in der Naehe, des Campuses gezogen. Meine Mitbewohner habe ich inzwischen alle kennengelernt. An den Namen muss ich allerdings noch arbeiten. Meine alte Schwaeche halt. Wie auch immer, sind die vier sehr nett, teils eigenartig, aber das macht sie interessant.
Meine Schule habe ich auch schon kennengelernt. Es blieb mir auch nichts anderes uebrig: Da die Kurse ja schon vor meiner Ankunft angefangen hatten, musste ich mich beeilen so schnell wie moeglich dazu zu stossen.
Mein erster Kurs am Montag war dann Applied Improvisation for Communication. Jegliches uebersetzen hilft nicht wirklich, denn warum es geht weiss ich selber noch nicht. Jedenfalls, werden hier keine Theorien gepaukt und versucht anzuwenden, sondern lustige Rollenspiele versetzen einen in peinliche Situationen, die einem die Persoenlichkeit staerken sollen. So oder so aehnlich. Es hat jedenfalls was von Schauspieltraining. Wie auch immer, macht es riesen Spass und ich habe gleich die ersten Leute kennengelernt als ich mich vor denen zum Affen machen musste und die sich vor mir. Das verbindet eben...
Meine anderen beiden Kurse beschaeftigen sich mit Demographie und Umweltstrategien. Beides mehr interessant als spassig, aber das zweite kommt durch unterhaltsame Professoren eigentlich auch nicht wirklich zu kurz.
So viel zu meiner Schule. Die naechsten Tage sollen noch Eintraege zu folgenden Themen folgen:
• Autokauf und alles was man vorher erledigen muss
• Ein Vormittag mit Barack Obama
• Ich bin jetzt (Marathon)Laeufer
• Endlich wieder richtiges (ungesundes) Essen
Also klingt wieder haeufiger meinen Blog. Ich verspreche hoch und heilig wieder oefter etwas zu schreiben.
Ich bin in ein kleines Zimmer ausserhalb, doch in der Naehe, des Campuses gezogen. Meine Mitbewohner habe ich inzwischen alle kennengelernt. An den Namen muss ich allerdings noch arbeiten. Meine alte Schwaeche halt. Wie auch immer, sind die vier sehr nett, teils eigenartig, aber das macht sie interessant.
Meine Schule habe ich auch schon kennengelernt. Es blieb mir auch nichts anderes uebrig: Da die Kurse ja schon vor meiner Ankunft angefangen hatten, musste ich mich beeilen so schnell wie moeglich dazu zu stossen.
Mein erster Kurs am Montag war dann Applied Improvisation for Communication. Jegliches uebersetzen hilft nicht wirklich, denn warum es geht weiss ich selber noch nicht. Jedenfalls, werden hier keine Theorien gepaukt und versucht anzuwenden, sondern lustige Rollenspiele versetzen einen in peinliche Situationen, die einem die Persoenlichkeit staerken sollen. So oder so aehnlich. Es hat jedenfalls was von Schauspieltraining. Wie auch immer, macht es riesen Spass und ich habe gleich die ersten Leute kennengelernt als ich mich vor denen zum Affen machen musste und die sich vor mir. Das verbindet eben...
Meine anderen beiden Kurse beschaeftigen sich mit Demographie und Umweltstrategien. Beides mehr interessant als spassig, aber das zweite kommt durch unterhaltsame Professoren eigentlich auch nicht wirklich zu kurz.
So viel zu meiner Schule. Die naechsten Tage sollen noch Eintraege zu folgenden Themen folgen:
• Autokauf und alles was man vorher erledigen muss
• Ein Vormittag mit Barack Obama
• Ich bin jetzt (Marathon)Laeufer
• Endlich wieder richtiges (ungesundes) Essen
Also klingt wieder haeufiger meinen Blog. Ich verspreche hoch und heilig wieder oefter etwas zu schreiben.
Samstag, 19. Juli 2008
Ich war dann noch mal eben in Shanghai...
Meinen Rückflug hatte ich erst für den anschließenden Montagabend gebucht. Die Frage war also, was ich denn noch von Samstagmorgen an machen sollte – Peking kannte ich ja nun. Eigentlich hatte ich im Kopf noch einmal mit dem Nachzug nach Xian zu fahren, um mir die Terrakotta Armee anzuschauen. Das Problem wäre dann nur gewesen, dass ich dann das EM Finale nicht hätte sehen können. Wer konnte denn auch ahnen, dass unsere Jungs es soweit schaffen. Na ja, oder wer hätte es zu diesem Zeitpunkt ahnen können, dass sie verlieren würden.
Statt nach Xian zu fahren, haben Kati und ich kurzerhand einen Zug nach Shanghai gebucht. Wir wollten nicht nur die Stadt sehen, sondern insbesondere auch unsere lieben Freunde und MIBS-Kameraden Jörg, Katja und Hanna zu besuchen.
Die Zugfahrt war recht angenehm, wenn auch kalt. Der Zug war ein gute Kopie unseres ICEs, genauso schnell und die Beinfreiheit war riesig. Abend in Shanghai angekommen, haben uns dann Jörg und Katja vom Bahnhof abgeholt. Anschließend ging es zum Essen. Ich hatte mir zwar ein schönes Steak gewünscht, aber stattdessen wurde ich in ein weiteren chinesisches Restaurant geschleppt. Mir war zwar nach 2 Wochen ein wenig nach westlichem Essen, aber unsere Wahl war wirklich lecker. Im Anschluss sind wir dann in eine Bar zum Cocktail schlürfen, wo wir dann auch Hanna, ein paar deren Klassenkameraden und einen ehemalige Bayerkollegen getroffen, bei dem ich damals zur MIBS-Willkommenparty untergekommen war. Auf jeden Fall, haben wir glaube ich alle ein bisschen verstört geguckt.
Am nächsten Morgen wurden wir dann zum Fruehstueck mit Brötchen „vom BESTEN Bäcker der Welt“ (Zitat anonym) geweckt und sind im Anschluss in die City zum Sightseeing. Zunächst haben wir uns einen Ueberlick verschafft und sind auf das zweithöchste Gebäude Shanghai geklettert. Na ja, eigentlich haben wir den Fahrstuhl genommen. Die Stadt wirkte einfach riesig, modern und nicht endend. Von dort ging es per Faehre auf die andere Seite des Flusses, wo die French Concession (alter Stadtteil) lag, durch deren Boutiquen schlenderten. Irgendwann war uns dann nach einem Kaffee zu mute und stolperten in einem der zahlreichen Cafés auf Nicolas, einem Belgier, den wir zwei Tage zuvor erst in Peking verabschiedet hatten. Die Verblüffung war wieder groß und einem fällt wieder auf, wie klein die Welt ist.
Nach weiterem Bummeln sind wir dann zu Jörgs liebster Freizeitbeschäftigung gefahren: einem Massagesalon und haben uns dort eine Stunde von kichernden Chinesinnen durchkneten lassen. Völlig entspannt ging es zum Thailaender zum Essen und zurück zur erleuchteten Skyline von Shanghai.
Nach kurzer Rast auf dem Sofa haben wir uns dann knappe 2 Std gelangweilt. Wieso? Wir haben das EM Finale geguckt. Bin mir sicher, euch ging es ähnlich, oder?
Am nächsten Morgen sind wir dann ins alte traditionelle Chinatown gefahren und haben knapp 2 Stunden im Teehaus gechillt und hervorragenden Blütentee geschlappert. Dazu gab es irgendwelche sehr skurrile Snacks. Daher auch mein Gesichtausdruck auf den Bildern!
Meine anschließende Rückfahrt war dann ein Abenteuer ohne Sondergleichen. Dazu dann im nächsten Eintrag mehr....
Statt nach Xian zu fahren, haben Kati und ich kurzerhand einen Zug nach Shanghai gebucht. Wir wollten nicht nur die Stadt sehen, sondern insbesondere auch unsere lieben Freunde und MIBS-Kameraden Jörg, Katja und Hanna zu besuchen.
Die Zugfahrt war recht angenehm, wenn auch kalt. Der Zug war ein gute Kopie unseres ICEs, genauso schnell und die Beinfreiheit war riesig. Abend in Shanghai angekommen, haben uns dann Jörg und Katja vom Bahnhof abgeholt. Anschließend ging es zum Essen. Ich hatte mir zwar ein schönes Steak gewünscht, aber stattdessen wurde ich in ein weiteren chinesisches Restaurant geschleppt. Mir war zwar nach 2 Wochen ein wenig nach westlichem Essen, aber unsere Wahl war wirklich lecker. Im Anschluss sind wir dann in eine Bar zum Cocktail schlürfen, wo wir dann auch Hanna, ein paar deren Klassenkameraden und einen ehemalige Bayerkollegen getroffen, bei dem ich damals zur MIBS-Willkommenparty untergekommen war. Auf jeden Fall, haben wir glaube ich alle ein bisschen verstört geguckt.
Am nächsten Morgen wurden wir dann zum Fruehstueck mit Brötchen „vom BESTEN Bäcker der Welt“ (Zitat anonym) geweckt und sind im Anschluss in die City zum Sightseeing. Zunächst haben wir uns einen Ueberlick verschafft und sind auf das zweithöchste Gebäude Shanghai geklettert. Na ja, eigentlich haben wir den Fahrstuhl genommen. Die Stadt wirkte einfach riesig, modern und nicht endend. Von dort ging es per Faehre auf die andere Seite des Flusses, wo die French Concession (alter Stadtteil) lag, durch deren Boutiquen schlenderten. Irgendwann war uns dann nach einem Kaffee zu mute und stolperten in einem der zahlreichen Cafés auf Nicolas, einem Belgier, den wir zwei Tage zuvor erst in Peking verabschiedet hatten. Die Verblüffung war wieder groß und einem fällt wieder auf, wie klein die Welt ist.
Nach weiterem Bummeln sind wir dann zu Jörgs liebster Freizeitbeschäftigung gefahren: einem Massagesalon und haben uns dort eine Stunde von kichernden Chinesinnen durchkneten lassen. Völlig entspannt ging es zum Thailaender zum Essen und zurück zur erleuchteten Skyline von Shanghai.
Nach kurzer Rast auf dem Sofa haben wir uns dann knappe 2 Std gelangweilt. Wieso? Wir haben das EM Finale geguckt. Bin mir sicher, euch ging es ähnlich, oder?
Am nächsten Morgen sind wir dann ins alte traditionelle Chinatown gefahren und haben knapp 2 Stunden im Teehaus gechillt und hervorragenden Blütentee geschlappert. Dazu gab es irgendwelche sehr skurrile Snacks. Daher auch mein Gesichtausdruck auf den Bildern!
Meine anschließende Rückfahrt war dann ein Abenteuer ohne Sondergleichen. Dazu dann im nächsten Eintrag mehr....
Mittwoch, 16. Juli 2008
Die naechsten Tage...
Unser Programm bestand eigentlich aus zwei Wochen Vorlesungen. Oh Gott wie schrecklich, moegt ihr jetzt denken! Nun, wir hatten eigentlich immer nur morgens Vorlesung bis etwa 12 Uhr. Dann ging es in den Bus zu den Sehenwuerdigkeiten die Peking zu bieten hat.
Auf der Liste standen die Chinesische Mauer, der Sommerpalast, die Verbotende Stadt, ein Hutong (traditionelles Stadtviertel) und ein Tempel.
Nun, um es kurz zu machen: es war wirklich beeindruckend. Die aelteste Kultur haben wir wirklich hautnah erlebt. Die Verbotene Stadt fand ich zum einen ein wenig enttaeuschend. Haette ich mir die Bauten doch eigentlich ein wenig pompöser vorgestellt. In den meisten Palastgebaeuden war einfach ein Thron oder ein Bett oder ein Schrank. Andererseits waren diese Bauten weitaus groesser als ich sie mir jemals vorgestellt habe. Und auch die Architektur ist verblueffend. Da schaffen die Chinesen es doch tatsaechlich ein Dach zu bauen ohne es durch ein Nagel oder eine Niete zu befestigen.
Die Mauer war mein zweitliebstes Highlight. Wir hatten an dem Tag super Glueck mit dem Wetter – strahlend blauer Himmel. Mit dem Bus ging es also 1,5 Std. in noerdliche Richtung ins Gebirge. Tja, ich haette auch hier gedacht, das Ding wuerde irgendwo in der Praerie stehen. Im Tal angekommen blickte ich also hinauf und hinauf und hinauf und sah sie: DIE MAUER! Also die Chinesische. Es sei an dieser Stelle erwaehnt, dass dieses Exemplar bestimmt nicht von den Ossis haette eingerissen werden koennen. Nun gut... Es hiess im Vorwege von unserem Tour Guide Larry, dass jeder der die Mauer besteigt ein Held sei. Ich wusste nach zwei Stunden bergauf bei 30 Grad auch wieso. Nassgeschwitzt (ich Idiot musste ja auch ne lange Jeans anziehen) aber gluecklich stand ich schliesslich auf dem hoechsten Punkt der Mauer: 888 Meter. Selbstverstaendlich ist diese Hoehe kein Zufall, denn die 8 ist schliesslich DIE Glueckszahl im Chinesischen. So hatte auch eine Bruecke im Sommerpalast GENAU 17 Boegen. Warum? Na wenn der Kaiser in der Mitte stand, hatte er zu jeder Seite 8 Boegen vor bzw. hinter sich. Und der Boden in der Verbotenen Stadt bestand aus 8 Steinschichten, damit sich auch keiner per Tunnel hinein butteln konnte. Mal ganz ehrlich...glaubt ihr an solch mathematische Glanzleistungen?
Nun ja, kurz zum Highlight der Sightseeing Tour: Die Akrobaten Show. Nun, unmissverstaendlich sind hier Akrobaten zu sehen. Ich dachte, ich wuerde einschlafen, aber die Show war der wahnsinn. Da huepft per Spungbrett ein Akrobat per Salto rueckwaerts auf die Schultern eines anderen und bleibt tatsaechlich stehen. Ich war schon voellig aus dem Haeuschen, aber dann kam noch einer geflogen und landete auf den Schultern des Kollegen der bereits auf den Schultern des anderen stand. Und es war immer noch nicht Schluss. Insgesamt stapelten sich am Ende 6 Akrobaten.
Eine Schlagenfrau war dann als naechstes. Die Frau hatte meiner Meinung nach keine Wirbelsaeule. Wir die sich verraengte—wahnsinn. Also man muss das wirklich mal live gesehen haben. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr hinaus.
Peking an sich ist sonst eine nette grosse Metropole. Probleme bereitet einem der Smog. Immer und ueberall ist es quasi neblig und obwohl staendig jemand dabei ist irgendwo zu putzen und Muell zu sammeln wird die Stadt von einem grauen Film ueberzogen. Gut, 12 Millionen Menschen auf einem Haufen...kaum Umweltbestimmungen. Da passiert es leicht mal. Ich denke, so wie man sich den Ruhrpott in den 50ern vorstellt, sieht es heute in Peking aus.
Die Menschen sind alle ziemlich freundlich. Klar, die rotzen dir ganz gerne mal vor die Fuesse, aber das hab ich mal unter „Kultur“ abgestempelt. Was wirklich erstaunlich war, war dass wirklich kaum jemand ein Wort Englisch sprach. Man denkt ja, dass ein Taxifahrer Universitaet und Innenstadt versteht, aber ohne Karte und vorher eingeholten Schriftzeichen war man aufgeschmissen. Hinzu kommt noch ein weiterer Kulturfaktor: Chinesen sagen nicht, wenn sie etwas nicht wissen oder gar nein. So kam es ein paar Mal vor, dass man entweder in die falsche Richtung geschickt wurde oder die Taxifahrt statt 20 min, eine Stunde dauerte, weil der Taxifahrer den Weg nicht kannte.
Das tollste war in den gesamten zwei Wochen aber wirklich die Gruppe. Man denkt, dass MBA Studenten alle ziemlich eigen, dickkoepfig und wenig anpassungsfaehig sind. Doch das war bei weitem die homogenste Truppe, die ich je erlebt habe – keinen Anfuehrer, keine Aussenseiter, keine Grueppchenbildung, einfach Harmonie pur. Ich habe wirklich jeden einzelnen Tag und jedes einzelne Wort mit den Leuten genossen, viele ins Herz geschlossen und der Abschied war doch ein wenig schwer...
Auf der Liste standen die Chinesische Mauer, der Sommerpalast, die Verbotende Stadt, ein Hutong (traditionelles Stadtviertel) und ein Tempel.
Nun, um es kurz zu machen: es war wirklich beeindruckend. Die aelteste Kultur haben wir wirklich hautnah erlebt. Die Verbotene Stadt fand ich zum einen ein wenig enttaeuschend. Haette ich mir die Bauten doch eigentlich ein wenig pompöser vorgestellt. In den meisten Palastgebaeuden war einfach ein Thron oder ein Bett oder ein Schrank. Andererseits waren diese Bauten weitaus groesser als ich sie mir jemals vorgestellt habe. Und auch die Architektur ist verblueffend. Da schaffen die Chinesen es doch tatsaechlich ein Dach zu bauen ohne es durch ein Nagel oder eine Niete zu befestigen.
Die Mauer war mein zweitliebstes Highlight. Wir hatten an dem Tag super Glueck mit dem Wetter – strahlend blauer Himmel. Mit dem Bus ging es also 1,5 Std. in noerdliche Richtung ins Gebirge. Tja, ich haette auch hier gedacht, das Ding wuerde irgendwo in der Praerie stehen. Im Tal angekommen blickte ich also hinauf und hinauf und hinauf und sah sie: DIE MAUER! Also die Chinesische. Es sei an dieser Stelle erwaehnt, dass dieses Exemplar bestimmt nicht von den Ossis haette eingerissen werden koennen. Nun gut... Es hiess im Vorwege von unserem Tour Guide Larry, dass jeder der die Mauer besteigt ein Held sei. Ich wusste nach zwei Stunden bergauf bei 30 Grad auch wieso. Nassgeschwitzt (ich Idiot musste ja auch ne lange Jeans anziehen) aber gluecklich stand ich schliesslich auf dem hoechsten Punkt der Mauer: 888 Meter. Selbstverstaendlich ist diese Hoehe kein Zufall, denn die 8 ist schliesslich DIE Glueckszahl im Chinesischen. So hatte auch eine Bruecke im Sommerpalast GENAU 17 Boegen. Warum? Na wenn der Kaiser in der Mitte stand, hatte er zu jeder Seite 8 Boegen vor bzw. hinter sich. Und der Boden in der Verbotenen Stadt bestand aus 8 Steinschichten, damit sich auch keiner per Tunnel hinein butteln konnte. Mal ganz ehrlich...glaubt ihr an solch mathematische Glanzleistungen?
Nun ja, kurz zum Highlight der Sightseeing Tour: Die Akrobaten Show. Nun, unmissverstaendlich sind hier Akrobaten zu sehen. Ich dachte, ich wuerde einschlafen, aber die Show war der wahnsinn. Da huepft per Spungbrett ein Akrobat per Salto rueckwaerts auf die Schultern eines anderen und bleibt tatsaechlich stehen. Ich war schon voellig aus dem Haeuschen, aber dann kam noch einer geflogen und landete auf den Schultern des Kollegen der bereits auf den Schultern des anderen stand. Und es war immer noch nicht Schluss. Insgesamt stapelten sich am Ende 6 Akrobaten.
Eine Schlagenfrau war dann als naechstes. Die Frau hatte meiner Meinung nach keine Wirbelsaeule. Wir die sich verraengte—wahnsinn. Also man muss das wirklich mal live gesehen haben. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr hinaus.
Peking an sich ist sonst eine nette grosse Metropole. Probleme bereitet einem der Smog. Immer und ueberall ist es quasi neblig und obwohl staendig jemand dabei ist irgendwo zu putzen und Muell zu sammeln wird die Stadt von einem grauen Film ueberzogen. Gut, 12 Millionen Menschen auf einem Haufen...kaum Umweltbestimmungen. Da passiert es leicht mal. Ich denke, so wie man sich den Ruhrpott in den 50ern vorstellt, sieht es heute in Peking aus.
Die Menschen sind alle ziemlich freundlich. Klar, die rotzen dir ganz gerne mal vor die Fuesse, aber das hab ich mal unter „Kultur“ abgestempelt. Was wirklich erstaunlich war, war dass wirklich kaum jemand ein Wort Englisch sprach. Man denkt ja, dass ein Taxifahrer Universitaet und Innenstadt versteht, aber ohne Karte und vorher eingeholten Schriftzeichen war man aufgeschmissen. Hinzu kommt noch ein weiterer Kulturfaktor: Chinesen sagen nicht, wenn sie etwas nicht wissen oder gar nein. So kam es ein paar Mal vor, dass man entweder in die falsche Richtung geschickt wurde oder die Taxifahrt statt 20 min, eine Stunde dauerte, weil der Taxifahrer den Weg nicht kannte.
Das tollste war in den gesamten zwei Wochen aber wirklich die Gruppe. Man denkt, dass MBA Studenten alle ziemlich eigen, dickkoepfig und wenig anpassungsfaehig sind. Doch das war bei weitem die homogenste Truppe, die ich je erlebt habe – keinen Anfuehrer, keine Aussenseiter, keine Grueppchenbildung, einfach Harmonie pur. Ich habe wirklich jeden einzelnen Tag und jedes einzelne Wort mit den Leuten genossen, viele ins Herz geschlossen und der Abschied war doch ein wenig schwer...
Mittwoch, 2. Juli 2008
Geschäfte machen in China...
So lautete zumindest der Titel des Sommerschulprogrammes für das ich mich an der legendären Peking Universität (Studentenrevolte 1989) angemeldet hatte.
Meine China Erfahrung sollte mit der Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel beginnen. Englisch war zumindest fuer den Taxifahrer genauso sehr eine Fremdsprache wie fuer mich Chinesisch. Als ich dann auf der Fahrt auf der einen Seite Olympia Bauten entdeckte, allerdings das Vogelnest (das Olympiastadion) nirgends entdecken konnte, fand ich mich wild mit den Armen fuchtelt auf der Ruecksitzbank des Taxis wieder und versuchte den elegantesten Vogel nachzuahmen, den ich konnte. Wahrscheinlich sah ich aber wohl doch eher aus wie der Albatross bei Berhard & Bianca. Nun, um die Geschichte abzuschliessen: Haette ich mal gleich auf der anderen Seite des Taxis aus dem fenster geschaut, haette ich gleich das Stadion entdeckt und haette mich nicht zum Affen bzw. Vogel machen muessen.
Im Hotel angekommen traute ich dann meinen Augen nicht recht. Ich war doch tatsaechlich in einem 5-Sterne-Hotel untergekommen. Meines Erachtens ein wenig uebertrieben, aber durften wir kein anderes Hotel buchen. Nach einem kleinen Nickerchen beschloss ich dann eine rauchen zu gehen. Wer haette gedacht, das der naechste Kulturschock werden wuerde. Ich begab mich also in Lobby und fragte die Bedienung hoeflich nach einem Aschenbecher. Der kam dann auch prompt der zweite Kellner und teilte mir einen Platz zu. (Ich war uebrigens der einzige Gast in der Lobby). Ein Dritter brachte mir dann ein Glas Einwasser. Sehr zuvorkommend. Als ich dann ich Schluck davon nippte, schoss sofort ein Vierter um die Ecke, um mein Glas wieder aufzufuellen. Man stelle dich nun also mal bitte bildlich vor, wie ich in dieser Hotellobby sitze und mich 4!!!! Servicekraefte anstarren und darauf warten wieder etwas fuer mich tun zu koennen.
Zum Mittagessen sind Chris und ich dann das erste Mal raus aus dem Hotel. Wir waren am verhungern. Wir fanden auch alsbald ein nettes kleines Bistro, doch dort angekommen verstand man uns trotz der besten Pantomime und der deutlichsten Ausprache MEEEEEEEEEENNNNNUUUUUUUUUUUUUUUUU?? nichts. Wir entschieden unser Glueck im naechsten Restaurant zu versuchen, doch auch in den naechsten 3 stiessen wir auf gleichen Misserfolg. Nach 1 Std Fussmarsch durch Smog und ueber 8 spurige Strassen ohne Fussgaengerueberweg haben wir dann auch eine nette kleine Kneipe mit englischer Karte gefunden.
Am Abend war dann eine nette kleine Vorstellungsrunde. Man stellte sich mit Namen vor, begruesste die neuen Bekanntschaften, wiederholte deren Namen und doch wussten alle, dass man sich die eh alle nicht merken kann. Aber eine bunte Mischung verschiedener Nationalitaeten hatten wir: Deutsch (echt!? Boah!) US-Amerikanisch, Kanadisch, Hollaendisch, Iranisch, Omanisch, Russisch, Britisch und Argentinisch.
Es versprach also interessant zu werden...
Meine China Erfahrung sollte mit der Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel beginnen. Englisch war zumindest fuer den Taxifahrer genauso sehr eine Fremdsprache wie fuer mich Chinesisch. Als ich dann auf der Fahrt auf der einen Seite Olympia Bauten entdeckte, allerdings das Vogelnest (das Olympiastadion) nirgends entdecken konnte, fand ich mich wild mit den Armen fuchtelt auf der Ruecksitzbank des Taxis wieder und versuchte den elegantesten Vogel nachzuahmen, den ich konnte. Wahrscheinlich sah ich aber wohl doch eher aus wie der Albatross bei Berhard & Bianca. Nun, um die Geschichte abzuschliessen: Haette ich mal gleich auf der anderen Seite des Taxis aus dem fenster geschaut, haette ich gleich das Stadion entdeckt und haette mich nicht zum Affen bzw. Vogel machen muessen.
Im Hotel angekommen traute ich dann meinen Augen nicht recht. Ich war doch tatsaechlich in einem 5-Sterne-Hotel untergekommen. Meines Erachtens ein wenig uebertrieben, aber durften wir kein anderes Hotel buchen. Nach einem kleinen Nickerchen beschloss ich dann eine rauchen zu gehen. Wer haette gedacht, das der naechste Kulturschock werden wuerde. Ich begab mich also in Lobby und fragte die Bedienung hoeflich nach einem Aschenbecher. Der kam dann auch prompt der zweite Kellner und teilte mir einen Platz zu. (Ich war uebrigens der einzige Gast in der Lobby). Ein Dritter brachte mir dann ein Glas Einwasser. Sehr zuvorkommend. Als ich dann ich Schluck davon nippte, schoss sofort ein Vierter um die Ecke, um mein Glas wieder aufzufuellen. Man stelle dich nun also mal bitte bildlich vor, wie ich in dieser Hotellobby sitze und mich 4!!!! Servicekraefte anstarren und darauf warten wieder etwas fuer mich tun zu koennen.
Zum Mittagessen sind Chris und ich dann das erste Mal raus aus dem Hotel. Wir waren am verhungern. Wir fanden auch alsbald ein nettes kleines Bistro, doch dort angekommen verstand man uns trotz der besten Pantomime und der deutlichsten Ausprache MEEEEEEEEEENNNNNUUUUUUUUUUUUUUUUU?? nichts. Wir entschieden unser Glueck im naechsten Restaurant zu versuchen, doch auch in den naechsten 3 stiessen wir auf gleichen Misserfolg. Nach 1 Std Fussmarsch durch Smog und ueber 8 spurige Strassen ohne Fussgaengerueberweg haben wir dann auch eine nette kleine Kneipe mit englischer Karte gefunden.
Am Abend war dann eine nette kleine Vorstellungsrunde. Man stellte sich mit Namen vor, begruesste die neuen Bekanntschaften, wiederholte deren Namen und doch wussten alle, dass man sich die eh alle nicht merken kann. Aber eine bunte Mischung verschiedener Nationalitaeten hatten wir: Deutsch (echt!? Boah!) US-Amerikanisch, Kanadisch, Hollaendisch, Iranisch, Omanisch, Russisch, Britisch und Argentinisch.
Es versprach also interessant zu werden...
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