Montag, 5. Januar 2009

Weihnachten in den USA...

Ist vor allem kitschig. Nachdem ich die letzten Weihnachten noch auf Bali unter Palmen und ohne jeglichen Weihnachtsflair (ausser Chris’ und Janines Weihnachtsmuetzen) verbrachte, freute ich mich nun nicht nur auf ein „richtiges“ Weihnachten sondern auch auf meinen Vadder und meine Stiefmutter, mit denen ich mich am 18. Dezember, puenktlich zu Beginn meiner Weihnachtsferien in New York am Flughafen traf. Mit einer Limousine ging es dann ins Hotel Wolcott in Manhattan. Gut, der eigentliche Grund fuer die Wahl der Limousine war der guentige Preis, der sich wiederum durch den kaputten Auspuff ergab. Ein wenig schwindlig durch das Kohlenmonoxid, sahen die Lichter der Stadt gleich noch schoener aus.
Unsere erste Feststellung im nuechternem Zustand war: Scheisse ist das kalt hier. Zum Glueck hatten wir uns darauf eingstellt, dass es Minusgerade werden koennten. Aber mit Schneeregen und scharfen Winden (nicht nur nach mexikanischem Essen) hatten wir nicht wirklich gerechnet. Trotz dessen zogen wir aber unerschuetterlich los und erkundeten die Stadt und viele ihrer Sehensuwrdigkeiten, inkl. Freiheitsstatue, Ground Zero, Times Square, Central Park, etc.



New York gefiehl, doch der Kaelte wollten wir entfliehen. So ging es ab dem dritten Tag Richtung Sueden – genauer gesagt nach Washington DC. Ja, ihr werdet jetzt ein wenig nach unten scrollen und sagen: „Aber da war der doch gerade erst!“ Richtig, aber die Stadt ist einfach zu stark – und alles gesehen hatte ich auch noch nicht. Unsere Plan ging auch auf und das Wetter in DC war um einiges angenehmer – Sonnenschein pur. So liessen sich das Capitol, das Weisse Haus, die Mall mit seinen zahlreichen Denkmaelern und der Heldenfriedhof von Arlington ausreichend bestaunen.



Von Washington aus machten wir uns auf und fuhren nach Gettysburg, dem Schauplatz einer der groessten und entscheidensten Schlachten des amerikanischen Buergerkrieges und dem der Gettysburg Address – die bekannteste Rede des damaligen Praesidenten Abraham Lincoln. Wenngleich wir auch hier von Nieselregen begleitet wurden, nahm es uns nicht die Stimmung und so genossen wir die Landschaft Gettysburgs. Ein wenig makaber war es schon, dass wir uns ausgerechnet zu Heiligabend ein Schlachtfeld anguckten....Um dem Tag dann doch einen weihnachtlichen Hauch zu verleihen fuhren wir weiter nach Lancaster. Natuerlich gehoert auch fuer Reisende zu Heiligabend ein vernuenftiges Abendmahl. Doch das gestaltete sich gar nicht so einfach – denn unglaublicherweise hatte an dem Abend keiner Lust zu arbeiten und so blieben alle Geschaefte und Restaurants geschlossen. Nur der sog. Press Room, ein sehr noble Gaststaette hatte seine Tuer fuer Gaeste mit Tischreservierung geoeffnet. Mit ein wenig Glueck bekamen wir dann auch einen Tisch und ein fantastisches Weihnachtsmahl.
Auch der naechste Tag gestaltete sich nicht unbedingt touristenfreundlich. Fruhestueck gab es an einer Tankstelle und Tourismusbueros und alle Aktivitaeten waren geschlossen. So machten wir uns selbst auf uns entdeckten die Amish People vom Auto aus. Und das war eigentlich ganz einfach – wir folgten den zahlreichen Kutschen auf der Strasse oder lauerten auf Parkplaetzen vor Haeusern und Kirchen und schossen unsere Fotos als die Amish People heraus kamen..... so in etwa zumindest. ;)



Auf der Suche nach Zivilisation (und geoeffneten Restaurants) fuhren wir weiter nach Philadelphia. Aber auch hier feierte man Weihnachten und alles hatte geschlossen. Hier konnte man sich jedoch mit Reisefuehrer und Stadtplan aufmachen und die historische Altstadt besichtigten. So ging es an der Constitution Hall und der Bell of Freedom vorbei zum Hafen, dann wieder durch alte Gassen und ploetzlich standen wir vor einem Irish Pub, der tatsaechlich geoeffnet hatte. Wieder Glueck und dem Tod durch Verhungern von der Schippe gesprungen.
Am naechsten Tag erfuhren wir dann auf einer ausgiebigen Stadtrundfahrt auch mehr / etwas zu den Dingen die wir am Vortag sahen und auch der Rest der Stadt ist liebenswert und wunderschoen. Waehrend ich Vadder & Annette ihrem Shoppingrausch ueberlies, machte ich mich auf zum Philadelphia Kunstmuseum. Und dass nicht nur, um wie Rocky die Treppen hochzulaufen oder mir Kunst anzugucken, sondern auch weil hier abends ein Jazzkonzert stattfand. Wie erwartet war die Kunst meist einschlaefernd, die Musik hingegen mitreißend.



Inzwischen hatte sich auch im Norden Neuenglands das Wetter gebessert. Die, wie wir noch in New York erfuhren, gefallen 54 cm Neuschnee waren geschmolzen und die Temperaturen sollten sich auch noch ein paar Tage bei 15 Grad C halten. Also nix wie los!
Auf dem Weg nach Boston erblickten wir dann jedoch die Jersey Gardens – eine Outlet-Mall mit ueber 200 Geschaeften. Allesamt verfielen wir in einen Shoppingrausch. Nicht nur waren die Artikel generell um 50-70& reduziert, sondern der Weihnachts-Sale verbilligte noch mal alles um 20-30%. Rechnet man dann noch den guenstigen Dollarkurs mit ein – war quasi fast alles umsonst! So rechnete ich zumindest. Nicht wirklich verwunderlich, hatte ich dann auch die meisten Tueten zu tragen bzw. zu verstauen.
Abends in Boston angekommen, machten wir ein wares Schnaeppchen und ubernachteten fuer ein guenstigen Zimmerpreis im Hyatt Hotel, mitten im Herzen der Stadt, an der Washington Av. Abends tigerten wir dann noch zum beruehmten und gut besuchten Marktplatz und trangen bei Dick’s zu Livemusik unser Feierabend-Bier des Tages. Ich durfte mit sogar Titel von der Ein-Mann-Band wuenschen. Meine Titel von Bon Jovi und Matchbox Twenty wurden dann auch noch mal extra gelobt. Ja, selbst in den USA gibt es noch welche, die Bon Jovi gut finden. ;)
Die Stadtrundfahrt am naechsten Tag war zwar schoen, aber die 15 Grad hatten sich nicht halten koennen. Und auch das Museum und das Schiff zur Boston Tea Party hatten Winterurlaub und wurden huebsch gemacht fuer die Touristenstroeme im Fruehjahr.



Einen Tag vor Silvester kamen wir schliesslich wieder in New York an. Ein Besuch des Times Squares, der nur 200 Meter von unserem Hotel entfernt lag, versicherte uns dann auch, dass wir die richtige Entscheidung treffen wuerden sich hier Silvester nicht hinzustellen. Bereits nachmittags um 15 Uhr waren die meisten guten Plaetze vergeben. Und die Leute hatten noch 9 Std vor sich – ohne Heizung, ohne Klo und noch schlimmer: ohne Gluehwein oder sonstige Alkoholika!
Wir hatten stattdessen eine Faehre gebucht, die uns im geheizten Deck bei offener Bar mit guten Mischen, Buffet und netten Leuten New York bei Nacht vom Wasser aus zeigte. Puenktlich um Mitternacht lagen wir vor Lower Manhattan und hatten einen atemberaubenden Blick auf die New Yorker Skyline, die von Feuerwerk erleuchtet wurde. Das neue Jahr kann also nur gut beginnen...und das wunesche ich Euch allen natuerlich auch.
Den ersten Tag im Jahr haben wir dann mit einem Katerspaziergang durch den Central Park angehen lassen. Bei herrlichem Wetter und super Panoramen sind hier ein paar schoene Schappschuesse entstanden und auch der Wunsch mal in Laufschuhen ne Runde durch und um den Central Park zu drehen. Im uebrigen waere die Gegend um den Central auch eine Ecke, wo ich mich fuer laenger wohlfuehlen koennten. Leider denken Steven Spielberg, Chathrine Zeta Jones, Michael Douglas, Whoppie Goldberg und andere Stars und Sternchen aehnlich und die Gegend ist leider dadurch nicht mehr zu bezahlen. ☹
Am 2. Januar haben wir dann noch die letzten beiden Highlights New York besucht/besichtigt/bestiegen: Die Brooklyn Bridge (gute deutsche Architektur uebrigens) und das Rockefeller Center. Es sollen aber auch hier lieber die Bilder sprechen.




Dienstag, 9. Dezember 2008

If you’re going to San Francisco...

...be sure to have Joerg’s Handynummer. Denn die erste Herausforderung lag darin meinen Reisepartner Joerg am Flughafen zu finden. Fuer alle, die ihn nicht kennen, er ist ein alter Kumpel aus Leverkusener Bayer-Ausbildungszeiten. Nach laengerm Irren durch den (mit Verlaub gesagt: beschissenen) Flughafen von San Francisco, traf ich Joerg schliesslich an der Gepaeckausgabe.
Gemeinsam ging es mit der U-Bahn in Richtung Innenstadt, wo wir unser Hostel finden sollten. Doch zu Fuss, so wurde uns von einer netten Dame am U-Bahn-Schalter gesagt, solle man dort nicht hin. Es sei zu gefaherlich. Es war 18 Uhr, aber uns beiden klangen die muetterlichen Worte „Und pass ja auf dich auf!!“ in den Ohren. Wir nahmen also ein Taxi. In einer dunklen Seitenstrasse fanden wir dann unsere Unterkunft und wurde von mehreren (Moechtegern-) Hippies und anderes komischen Gestalten in Empfang genommen. Die erste Frage: sollten wir auch Drogen brauchen, um es hier schoen zu finden?
Am naechsten Tag brachen wir zu einer super Stadtrundfahrt im biodieselbefeuerten Oekomobil auf, die uns 4 verschiedene Golden Gate Bridge-Aussichtspunkte brachte, um die Bruecke auch aus jedem, wirklich JEDEM Winkel gesehen zu haben. Langweilig wurde es nicht wirklich, denn a) ist die Bruecke schoen, b) hatten wir super Glueck mit dem Wetter und c) fuehrte uns die Fahrt noch zu anderen Sehenwuerdigkeiten wie den Redwoods, Twin Peaks, der Hayde Street, dem Castro, etc.
Nach einem Essen in Chinatown ging es zum kostenlosen Weinabend ins Hostel.
Tag 2 brach an und wir per Cable Car auf zur Fisherman’s Wharf. Das ist quasi der alte Hafen von San Francisco. Mit Kaffeebecher in der Hand (es war ja noch frueh am morgen) flanierten wir die Piere hinab, bis wir am Pier 33 ankamen. Von hier ging es per Boot ins Gefaengnis. Verbrochen hatten wir nichts und mussten sogar zahlen. Ja, Alcartras muss man aber mal gesehen haben. Auf den Spuren von Al Capone und Joerg –Das Schlitzohr- Heise...
Anschliessend erkundeten wir das Financial District und landeten im Bank of America Tower – dem zweithoechsten Gebaeude der Stadt. Hoch oben, vom Restaurant aus, liessen wir die Sonne untergehen und schlossen auch unsere Sightseeing fuer den Tag ab. Ein anschliessendes Bier um die Ecke vom Hostel artete dann noch in ein Saufgelage aus. Haetten uns unsere Muetter doch nur hiervor gewarnt. Alt-Hippies suchten schnell das Gespraech mit uns und bei Diskussionen ueber Politik sicherte ich uns eine Freibierrunde nach der naechsten. Joerg musste sich dafuer mit einer 48-jaehrigen Voellig-auf-dem-Trip-Haengengebliebenen herumschlagen. Sie versuchte Joerg von freier Liebe zu ueberzeugen – ich hingegen versuchte den Irakkrieg zu stoppen.
Vor dem Zubettgehen hatte ich dann noch ein laengeres Gespraech mit dem lieben Gott am grossen weissen Telefon...
Tag 3 brach herein und voellig verkatert, aber dennoch abenteuerlustig brachen wir ins Schwulenviertel Castro auf. Das Viertel ist schoen, bunt, lebenslustig, aber Kaffeekochen muessen die da noch lernen...oder ich muss Kaffee mit Kardamon zu schaetzen lernen...
Im Suff ging es weiter zum Golden Gate Park, wo wir uns zwischen joint-rauchenden Hippies auf einer Wiese liegend wiederfanden. Entsetzt brachen wir zu unserem letzten Ziel unserer Reise auf: der Golden Gate Bridge. Bei Sonnenuntergang ueberquerten wir die Bruecke nach Norden, auf dem Rueckweg hatten wir dann das Panorama San Francisco’s bei Nacht vor uns.
Im Hostel angekommen gabs dann koestliche Lasagne und ne Runde Scarbble, in der ich Joerg gekonnt schlug. Wer auch nicht auf Woerter wie „Furzperiode“ oder „Sexruine“ kommt, kann eben nicht gewinnen. ;)



Joerg, es hat Spass gemacht mit dir!

Second Home Sweet Second Home...

So hab ich mich zumindest gefuehlt, als ich in Horatio ankam. Die Zeit scheint hier still zu stehen und genauso wenig haben sich meine ehemaltigen Gasteltern Bob und Alice veraendert. Die Atmosphaere war vertraut wie eh und je und es fuehlte sich an als waere ich nie wirklich weggewesen.
Als ich am ersten Morgen aufwachte, schmorte schon der Truthahn im Ofen. Waere der Duft nicht durch das Haus gezogen, haette ich wahrscheinlich vergessen, dass Thanksgiving ist und somit auch den eigentlichen Anlass meines Besuches.
Helfen konnte ich nicht viel und so sass ich den ganzen Morgen kaffeetrinkend in der Kueche und erzaehlte mit meinen Gasteltern ueber meine kleine Weltreise.
Zum Festmahl erschienen dann Alice’s Tochter Dyonne, Ms Carlson (eine alte Lehrerin mit der ich mich anfreundete) und Ray – ein anderer Pauker und vermeindlicher Lover von Ms Carlson!? Man weiss es nicht. Nett war die Runde aber allemal und das Essen tat das uebrige: saftiger Truthahn, frisches Brot, Preiselbeersosse, Gemuese, Suesskartoffeln, Folienkartoffeln, u.v.m. Als dann noch Pies bzw. Kuchen zum Nachtisch verputzt waren, sassen alle gluecklich im Wohnzimmer und reibten ihre Baeuche. Na klar, ich auch. Wenn man dem American Airlines Magazin als verlaessliche Quelle vertrauen darf, verdrueckt der Ami durchschnittlich 4.500 Kalorien an Thanksgiving.



Am Freitag ging es dann mit alten Freunden auf die Piste in Texarkana. Und was das hiess, hatte ich schon fast vergessen. Die erste Bar war ein quasi ein grosse Scheune. Links die Buehne mit Country-Liveband, in der Mitte die Bar, recht Billardtische und ueberall dazwischen Cowboys und Cowgirls. Nach ein paar Bieren ging es dann weiter zur naechsten Spilunke: einer Karaokebar. Ich konnte das Publikum gluecklicherweise vor einer Performance retten (Schmerzschreie sind fuer Gewoehlich die Folge), aber nach der wahrscheinlich schrecklichsten Bon Jovi – Wanted or Alive –Darbietung, haette ich doch das Micro uebernehmen sollen. Schliesslich riss dann Justin den Karren aus der Sch... aus dem Dreck (!) mit einer erstklassigen Jonny Cash Interpretation.



Spaetestens jetzt hatten wir genuegend Cowboy-Vibe (und Bier) getankt, so dass wir noch zum Electric Cowboy aufbrachen. Dort um 3.00 Uhr morgens angekommen, wurde hier noch immer der typische Square-Dance getanzt.



Die naechsten Tage verbrachte ich etwas ruhiger – mit Kino, DVD, Essen gehen und sogar Gottesdienst. Ja, ein Kirchenbesuch schien mir nach der Voellerei angemessen. Und Bob und Alice hat es auch gefreut, dass ich mit war. ;)



PS: Meine heutige Defintion von Ironie ist uebrigens, wenn man an Gate H11 ankommt, nach G3 fuer den Anschlussflug geschickt wird, wo man dann erfaehrt, dass der Flug nun von H12 abgefertigt wird. So ist es mir gerade hier in Chicago widerfahren. Dafuer entschaedigt die Aussicht auf die Skyline von Chicago. UND ich sehe das erste mal seit 2 Jahren wieder Schnee.

Donnerstag, 27. November 2008

Hab mir mal Obamas Baracke angeguckt...

Mehr als 8 Jahre ist es nun her, dass ich das letzte Mal Fuss in Washington DC gesetzt habe. Damals noch als Austauschschueler in Arkansas auf Klassenfahrt. Schon damals hat mich die Stadt fasziniert. Und diesmal wohne ich nur ca. 4 Autostunden von DC entfernt. Also nichts wie (wieder) hin. Ein paar Sachen und meine Mitbewohnerin Ming-Jin eingepackt und los ging es fuer ein Wochenende nach DC.
Ich war froh, dass Ming-Jin dabei war. Nicht nur, dass wir uns vom ersten Tag an super verstanden, aber ein amerikanischer Highway kann im Vergleich zur guten alten Autobahn ganz schoen langweilig werden, was vor allem an den niedriegen Tempolimits liegt. 65-70 mph (104-112 kmh) kommen einem im Vergleich vor wie Schneckentempo. Nicht ueberraschend, hab ich auch mehrmals aus Versehen das Tempolimit deutlich gebrochen (Huch, ich fahr ja 90 mph) – wurde aber zum Glueck nicht erwischt.
In DC angekommen, tauchte auf einmal der Heldenfriedhof von Arlington auf. Spontan setzten wir den Blinker und das Sight-Seeing konnte beginnen. Der gigantische und doch wunderschoene Friedhof auf einem Huegel vor und mit Blick auf Washington bietet hauptsaechlich ausgezeichneten Soldaten und deren Familien die letzte Ruhestaette. Aber DIE Sehenswuerdigkeit ist sicherlich das Grab der Praesidentenfamilie Kennedy.



Im Anschluss ging es dann am Pentagon vorbei ueber den Potomic River zu unserem Gastgeber fuer Wochenende: Jacob, ein alter Klassenkamerad von Ming-Jin. Nach einem leckeren doch teuren Abendessen bei einem Inder in Dupont (was fuer London, New York oder Hongkong Soho ist) ging es zu einem Umtrunk und besseren kennenlernen zum Dancing Crab. Wie ich besoffen aussehe, wisst ihr ja sicherlich. Einzelheiten erspare ich also.
Am naechsten Morgen ging es dann frueh mit der Metro zum Capitol Hill, wo wir uns das besagt Capitol, sowie die Library of Congress und den Supreme Court anguckten. Was erhoehte Sicherheitsmassnahmen bedeuten, stellten wir dann fest nachdem wir 30 min in einer Schlange zum Inneren des Capitols gestanden hatten. Ohne Einladung durch unseren Senator bzw. Representaten kommen wir nicht rein. Als Auslaender braucht man gar eine Einladung durch seine Botschaft. Das wird sich erst Anfang Dezember aendern, wenn das offizielle und voellig ueber Budget erbaute Besucherzentrum seine Pforten oeffnet. Schoen war es trotzdem. Und so gingen wir weiter zum Smithsonian Museum, wo man auch als Auslaender reinkommt und sogar kostenlos. Wir entschieden uns zuerst das Flug- und Raumfahrtmuesum zu besichtigen, assen Astronauteneincreme (pfui!) und gingen ins Albert-Einstein-Planetorium, um mehr ueber schwarze Loecher im All zu erfahren. Das war dann so faszinierend, dass wir beide einschliefen.
Frisch erholt ging es dann weiter ins Nationale Kunstmuesum, was allerdings dazu fuehren sollten, dass meine Muedigkeit wieder aufs alte Level sank.
Als naechstes stand das Washington Monument auf dem Zettel. Fuer alle, die nun nicht wissen, was das ist: das ist der grosse Pimmel der ueber DC wacht! Von hier aus war es nur ein Steinwurf zum Weissen Haus bzw. der zukuenftigen Baracke Obamas. Dort sprachen wir dann mit einer Demonstrantin, die seit 28 Jahren vor dem Weissen Haus campiert und gegen Nuklearwaffen angeht. Eine nette Dame, der inzwischen alle Zaehne ausgefallen sind. Und so nobel ihr Ziel auch sein mag, hat sie nach 28 Jahren der Nichtbeachtung durch die Regierung schlichtweg die Pfanne heiss. Ich hab ihr trotzdem 10 Dollar gespendet. Wenn es also eines Tages keine Atombomben mehr gibt: ich hab meinen Teil dazu beigertagen!
Inzwischen war die Dunkelheit ueber DC hereingebrochen, doch nach war das World War II Memorial, das Korean War Memorial und das Lincoln Memorial noch nicht gesehen. Das haben wir dann selbstverstaendlich noch gemacht. Auf den Stufen des Lincoln Memorial, wo schon Martin Luther King, Jr. seine beruehmte Rede schwang, dachte auch ich mir: „I have a dream... eines Tages in dieser Stadt zu wohnen und zu arbeiten.“ Vielleicht eroeffnet der Bayer hier ja mal eine Zweigstelle.
Zurueck bei Jacob gabs dann das erste Mal seit Wochen wieder einer meiner neuen Lieblingsspeisen: Sushi. Und die war im Vergleich zu Singapur sogar sehr gut und gar nicht viel teurer.
Danach erholten wir uns dann auf der Couch und unterhielten uns bei Wein mit Jacob und seinen Mitbewohnern ueber Politik, Weltwirschaftskrise etc. Klingt langweilig, aber unsere Runde bestand immerhin aus einer Mitarbeiterin der Internationalen Waehrungsfonds, einem zukuenftigen Harvard-Doktoranten (in Statistik), einem Unternehmensberater, einer zukuenftigen Aerztin und einem Bayer-Einkaeufer. :P Nach 3 Flaschen Wein, hatten wir auch eine Loesung auf alle Probleme gefunden. Nuechtern betrachtet allerdings...lassen wir das.
Am Sonntag sind Ming-Jin und ich dann noch in die Fussstapfen internationler Spione getreten und haben im Auftrag des CIAs einen Fall geloest – jedoch nur als Gaeste des Internationalen Spionage Museums. Nur soviel: seit wachsam. Spione scheinen ueberall zu sein (*Akte X Musik*).



Zum Abschied waren wir dann noch zum verfruehten Thanksgiving Dinner im Freundeskreis der Washington DC Truppe eingeladen. Seither freue ich mich um so mehr auf Thnaksgiving mit meiner alten Gastfamilie in Arkansas. Das ist schon morgen. So, jetzt muss ich auch schliessen, da mein Anschlussflug von Dallas nach Texarkana (AR) gleich das Boarding beginnt.
Mehr dann in ein paar Tagen...

HAPPY THANKSGIVING!!

Montag, 17. November 2008

Ich bin wieder mobil...

und zwar auf 4 Raedern. Nein, ich fahre kein Vierrad sondern ein Auto. Wie sonst soll man auch in den USA von A nach B kommen. Ausserdem fahre ich leidenschaftlich gerne Auto und waere ich nicht ein halbwegs politisch aufgeklaerter Mensch, wuerde ich wahrscheinlich 2009 mein Kreuz bei der Deutschen Autofahrer Partei setzen.
Von Singapur aus habe ich noch eine Reservierung fuer einen Leihwagen gemacht. Als wirtschaftlich denkender Mensch, klickte ich natuerlich auf das billigste was angeboten wurde. Schliesslich sollte ich ja nur eine Woche damit rumeiern. Schliesslich in Raleigh, NC gelandet war meine Autoklasse allerdings vergriffen. Mit tiefem bedauern, wurde mir mitgeteilt, dass nur noch ein "full-size car" zur Verfuegung stuende. Selbstverstaendlich wuerden mir keine Extrakosten entstehen. Mich selbst noch fragend, was mich denn erwarten wuerde, drueckte ich beim Betreten des Parkplatzes auf den Entriegelungsknopf auf der Fernbedienung und folgendes Geschoss blinkte aus:

From My Car / rental car


From My Car / rental car


From My Car / rental car


Das Ding hat in etwa die groesse eines Audi A8 und wahrscheinlich ehnlich viel Power unter der Haube. Das Problem: Ich bin seit 12 Monaten nicht wirklich Auto gefahren und hatte zuvor auch nur Kleinwagen (Elsa, Ploedi ich liebe euch noch immer!!!). In den folgenden Tagen uebersah ich beim Spurwechsel mehrfach andere Autos, was ebenso oft fast zu Unfaellen fuehrte. Ausserdem parkete ich krum und schief und unbeholfen wie ne Frau (ich hoffe, niemand fuehlt sich jetzt diskriminiert).
Das naechste Problem: Fuer einen Autokauf (mieten ist ja auf Dauer zu teuer) musste ich einen North Carolina Fuehrerschein besitzten, was widerum Fahrpruefung und Thoerietest bedeutete. Soweit so gut, aber die Fahrpruefung sollte mit dem eigenen Wagen erfolgen.
Selbstbewusst schlug ich dann nach ein paar Tagen bei der oertlichen Fuehrerschein stelle auf und wollte meine Pruefung ablegen. Ich war schon mehrfach dagewesen, um mich zu vergewissern, dass ich auch alle Unterlagen habe. Das wurde mir dann auch bestaetigt. Am Pruefungstag ueberraschte mich dann der nette Herr in der Fuehrerscheinstelle jedoch:

...
Er: Okay, dann muss ich noch die Versicherungspolice sehen
Ich: Verischerungspolice?
Er: Ja, sie sind doch KFZ-versichert?
Ich: Ja, das ist ein Mietwagen und der ist versichert. Hier ist der Beleg.
Er: Das kann ich nicht akzeptieren. Ich brauche eine KFZ-Versicherungspolice.
Ich: Aber ich besitze doch gar kein Auto
Er: Aber sie brauchen trotzdem eine KFZ-Versicherung.
Ich: Ohne Auto!?
Er: Selbstverstaendlich!
Ich: Ich komm dann wieder wieder.

Ein paar Tuer neben an erblickte ich dann Allstate. Als ich hinein gin und fragte, ob es denn sie denn Versicherungen verkaufen wuerden wurde ich nur bloed angeguckt. Eine Antwort bekam ich, als ich erklaerte Deutscher zu sein. Man stelle sich das gleiche Bild in einer Allianz-Agentur vor (an dieser Stelle sei allerdings gesagt, dass natuerlich die VPV-Versicherung DIE BESTE ueberhaupt ist. Bei Versicherungsfragen bitte an meinen Vater wenden).
Die Allstate-Mitarbeiter gaben mir dann einen Crashkurs im amerikanischen bzw. North Carolina Versicherungssystem. Ich braeuchte tatsaechlich eine KFZ-Versicherung, was allerdings nicht ohne Auto ginge. Ich durfte ja aber auch kein Auto kaufen, ohne einen North Carolina Fueherschein zu besitzen. Ich schien der erste Mensch zu sein, der dieses Problem hatte. Man bot mir dann eine Versicherung fuer $2000 an. Das waere eine Quasi-Kfz-Versicherung und wuerde saemtliche Unfaelle decken, die ich mit geliehenen Fahrzeugen habe. Und die koennen dann nach einem Autokauf in einer "normale" Kfz-Versicherung umgewandelt werden. Allerdings koennen man mir nicht anrechnen, dass ich schon seit 7,5 Jahren Auto fahre (und bisher noch KEINEN Unfall *selbstlob*). Somit waere ich versichert wie ein 16-jaehriger Fahranfaenger. Nicht nur, dass mein Stolz nun verletzt war, aber die monatliche Rate sollte ein vermoegen kosten und ich muesste mich min. 6 Monate versichern. Da ich aber nur 4 monate hier bin und mir alles andere irgendwie auch zu doof war, habe ich eine Leasing-Firma angerufen, die darauf spezialisiert ist Fahrzeuge an Auslaender zu vermieten. Das ist zwar teuer aber noch bezahlbar.
Statt eines ranzigen Pick-Up Trucks, der auf der Strasse als Nebelmaschine fungiert, fahre ich nun einen quasi neuen Mitsubshi Lancer, mit wahnsinnig gutem Verbrauch. Aber wenigstens ist er klein genug, dass auch ich damit parken kann.

From My Car / rental car


From My Car / rental car


Um noch mal kruz auf den Spritverbrauch zurueckzukomme: Ich habe vorgestern 10 Gallonen Super getankt und nur 22 Dollar bezahlt. Das sind knapp 40 Liter fuer 17 Euro. Das sind 0,425 Euro/Liter.

So, ich geh noch ne Runde Autofahren. Wohin? Egal - ist billig!

Meine Reisekarte